Anzeige Willkommen in Fahrnau

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Der Hirschen-Kreisel markiert den nördlichen Eingangsbereich von Fahrnau. Foto: Ralph Lacher

Schopfheim-Fahrnau (os). Fahrnau gehört seit 1971 verwaltungstechnisch zur Stadt Schopfheim, mit der es schon viel länger ein zusammenhängendes städtebauliches Gebilde darstellte. Die Eingemeindung des Dorfes zur Nachbarstadt erfolgte freiwillig, drei Jahre bevor im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform weitere Eingemeindungen folgten und die Markgrafenstadt ihre heutige Gestalt annahm.

Das Dorf Fahrnau wurde gemeinsam mit Raitbach erstmals im Jahr 1113 urkundlich erwähnt als Schenkung des Edelherren Walcho von Waldeck an das Kloster St. Blasien. 1186 ist erstmals die der Heiligen Agatha geweihte Kirche erwähnt.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Fahrnau zum Arbeiterdorf, in dem sich Menschen aus Schwarzwalddörfern ansiedelten, die in der Textilindustrie im Wiesental Arbeit suchten und fanden. Die Bevölkerungszahl verzehnfachte sich so von 200 Einwohnern im Jahr 1813 auf 2000 Einwohner im Jahr 1910.

Ab den 1960-er Jahren entwickelte sich Fahrnau, dessen letzter Bürgermeister Walter Brutschin 1971 beim Zusammenschluss erster Beigeordneter der Stadt Schopfheim wurde, in Richtung Wohngemeinde. Heute wohnt in Fahrnau mit rund 4400 Menschen immerhin gut ein Fünftel der Bevölkerung der Gesamtstadt.

Ein starker Wandel fand im Bereich Gewerbe/Industrie statt. Die Textilindustrie und auch die Schuhfabrik Krafft, die in besten Zeiten über 1000 Menschen aus dem Wiesental Arbeit und Brot gab, verschwanden. In jüngerer Vergangenheit siedelte ein weiterer Industriebetrieb aus Fahrnau ins Gewerbegebiet „An der Wiese“ in Schopfheim um – und machte damit Platz für eine große Wohnbebauung.

In der „Grienmatt“, wo Textilindustrie und Schuhfabrik einst ihren Standort hatten, entstand ab den 1980-er Jahren nach und nach ein interessanter Branchenmix aus Industrie, Gewerbe, Dienstleistung, Handel und Handwerk. Auch der Fußballverein Fahrnau und der Musikverein sind dort zuhause.

Fahrnau hat mit zahlreichen Vereinen, einer aktiven Kirchengemeinde, einer Grundschule, Einkaufsmöglichkeiten und Ärzten sowie guter Anbindung an den Nahverkehr eine intakte Infrastruktur und auch ein funktionierendes Dorfleben. Dafür standen bis Corona die vielen Veranstaltungen und Feste, etwa der Dorfherbst, der Adventsmarkt oder die Fasnacht.

Sie alle werden wieder belebt nach dem Wegfall der Corona-Einschränkungen in einem Gemeinwesen, das auch ohne echten Stadtteil-Status sich sein Eigenleben und sein Selbstbewusstsein als Dorf bewahrt hat.

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