Schopfheim Wuchtige Präsenz und Stimme

Markgräfler Tagblatt, 04.10.2017 06:53 Uhr

Von Anja Bertsch

Schopfheim-Fahrnau. Eine wahrlich wuchtige Premiere feierte der „ExBluesive – Bluesclub Dreyeckland“ mit dem Konzert der US-amerikanischen R&B-Röhre JJ Thames am Montag: Mit ihren Blueskonzerten bislang vor allem im Schweigmatter „Wildhouse“ etabliert, wagten die Konzertorganisatoren am Montag den Schritt ins Tal und luden erstmals in die musikalisch mittlerweile viel bespielte Fahrnauer St. Agathen Kirche – Auftakt für eine Reihe von einem Dutzend Blueskonzerten, die in den nächsten Monaten über die Aga–then-Bühne gehen sollen (wir berichteten).

Von der lockeren Beizenatmosphäre im „Wildhouse“ zum feierlichen Konzertambiente eines Kirchenraumes: Es war ein Experiment, wie Klaus Deuss als musikalisch federführender Mann bei „ExBluesive“ bekannte. Eines, auf das sich das Publikum zahlreich einließ: Nur wenige Plätze blieben frei. Und zugleich eines, das dem Tonmeister im Hintergrund einiges abverlangte: Die musikalische Power, die JJ Thames zusammen mit ihrer Band über gute zwei Stunden hinweg über die Bühne bliesen, sprengte beinahe den Kirchenrahmen. Vom ersten Ton an füllte JJ Thames mit mächtiger Erscheinung, mit wuchtiger Präsenz und voluminöser Stimme die Bühne wie den kompletten übrigen Raum. Im abwechslungsreichen Ritt durch die Disziplinen der Black Music von Soul über R&B und Funk bis zum Blues sang, scattete und röhrte die Sängerin aus Detroit sich die Seele aus dem Leib und dem Kirchlein beinahe das Dach von den Grundfesten.

Das so kompakte wie elastisch-groovende Fundament für den Vokal-Orkan von JJ Thames bildete die französische Band, die die amerikanische Sängerin derzeit auf ihrer Europatournee begleitet: Immer wieder mit wunderbaren Soli von Gitarre und Keyboard versetzt, lieferten Gitarrist Yann Cuyeux, Bassist Antoine Escalier, Cédric le Goff am Keyboard und Fabrice Bessouat als kompaktes Ganzes JJ Thames mit stoisch durchgezogenen Grooves und Riffs den zunächst ruhigen Hintergrund für deren Vokalakrobatik, um ihrer Frontfrau dann im richtigen Moment ins musikalische Powerplay zu folgen. Gemeinsam peitschen die Musiker die Stimmung und Intensität immer aufs Neue hoch.

Das Publikum ließ sich von der geballten Energie gerne mitreißen: Nach wenigen Songs tauschten die ersten begeisterten Zuhörer ihr Plätzchen in der Stuhlreihe gegen das Tanzeckchen vorn neben der Bühne; zum Ende des Konzertes waren es viele mehr. Der Rest des Saales zelebrierte zumindest am eigenen Platz die Standing Ovations.

 
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