Schopfheim Wunschliste mit Trimm-dich-Pfad

Hans-Jürgen Hege

Es „läppert sich“, freute sich Ortsvorsteher Rudi Wasmer über zahlreiche Gespräche und Diskussionen, die er zusammen mit Thomas Schmitz von der Stadtverwaltung in der auf dem Parkplatz der Hülschematthalle aufgebauten „Pop-Up-Planbude“ zum Thema „Stadtentwicklung Schopfheim 2035“ führen durfte.

Von Hans-Jürgen Hege

Schopfheim-Eichen. Erstmals waren Bürger der Stadt gefordert, konkrete Vorstellungen und Wünsche in das Projekt einzubringen, das die Stadt im Herbst 2021 bei der STEG Stadtentwicklung GmbH (kurz STEG) Stuttgart in Auftrag gegeben hat, um die Markgrafenstadt und ihre Ortsteile zukunftsfit machen zu können.

Der städtische Projektbeauftragte Thomas Schmitz tingelt ab jetzt durch die Lande, um Fakten und Daten zu sammeln für den Handlungsleitfaden, der Basis sein wird für das am Ende gemeinsam mit Bürgern, Gemeinderäten, Stadtverwaltung und Planern erarbeitete schlüssige Konzept, in dessen Mittelpunkt die Entwicklung Schopfheims bis ins Jahr 2035 und darüber hinaus stehen soll. Das so entstandene Leitbild werde – so Stadtplaner Schmitz – am Ende „Grundlage für die Stadtplanung sowie die Entscheidungen des Gemeinderates sein.“

Zum Auftakt der Tour durch Schopfheim baute Thomas Schmitz die Planbude auf, die am kommenden Mittwoch in Wiechs, eine Woche später in Langenau und acht Tage später in Enkenstein Sammelstelle für Kritik, Lob und Ideen der Bevölkerungen in den jeweiligen Ortsteilen sein wird. Nichts werde ausgenommen, alles stehe auf dem Prüfstand.

Vorgeschlagene Inhalte seien „die bauliche Entwicklung, Wohnen, Arbeit und Wirtschaft, Freizeit, Klimaschutz, Natur und Energie, Kultur, Soziales, Mobilität und die Identität der Menschen mit ihrer Heimat, der Landschaft, den Ortsbildern als Mittelpunkt ihres Lebens und das ihrer Kinder. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft Schopfheims gestalten“, werben Stadt und Planer für ihr Projekt.

Und sie rannten damit nicht zuletzt bei Rudi Wasmer, Eichens rührigem Ortsvorsteher, offene Türen ein. Der hatte sich jedenfalls nicht lumpen lassen und ergänzte die Pop-Up-Planbude um Sitzgelegenheiten unter weiteren Zelt-Planen, tischte unter anderem Nusskuchen und – bei der großen Hitze sehr willkommene – kühle Getränke auf und redete sich in den sechs vorgesehenen und durchgezogenen Info-Stunden schier heiser im Bemühen, seinen Gesprächspartnern die Mitarbeit „an diesem begrüßenswerten Projekt“, das Ende Mai mit einer ersten Bürgerbeteiligung gestartet wurde und nun mit den Planbuden endgültig Fahrt aufnimmt, so richtig schmackhaft zu machen.

Natürlich tauchten schon erste Ideen auf, wie Eichen attraktiver gestaltet werden könnte. Ein Trimm-dich-Pfad stand auf der Wunschseite, ein Barfußweg und ein Erlebnispfad rund um den See. Eine Besucherin fand, dass Schrebergärten nicht nur gut ins Landschaftsbild passen würden, sondern auch der Freizeitgestaltung vieler Mitbürger förderlich wären. Und Rudi Wassmer fand einen weiteren Vorschlag gut und auch ohne großen Aufwand umsetzbar, den Dorfbach mehr ins Ortsbild zu integrieren und ihn an der einen oder anderen Stelle auch besser zugänglich zu machen.

Selbstverständlich drehten sich Hoffnungen der Eichener auch um den Aus- beziehungsweise Umbau der Hülschematthalle, das Heimatmuseum, das alte Rathaus, Vereinsräume und weitere Möglichkeiten zu zeitgemäßer Freizeitgestaltung. Sehr oft aber wurden auch die Vorteile des dörflichen Charakters im Ortsteil herausgekehrt, die es unbedingt zu erhalten gelte.

Was unterm Strich an ersten Eindrücken bei dieser doch noch recht ungewohnten Form ernsthafter Bürgerbeteiligung zusammengekommen ist, können Interessierte nachlesen auf der Website Stadtentwicklungskonzept Schopfheim 2035 (steg.de).

Dort könne man aber nicht nur nachlesen, was ging, sondern auch weitere Vorschläge deponieren. Die werden auf alle Fälle gesammelt, ausgewertet, auf der Website zugänglich gemacht und spätestens im kommenden Jahr jeweils wieder vor Ort in allen Teilen der Stadt erneut präsentiert, zur Diskussion gestellt und am Ende wieder in das Konzept eingearbeitet, über das der Gemeinderat im Rahmen einer Klausurtagung debattieren wird und das später in seiner endgültigen Fassung wieder den Bürgern so vorgestellt werden soll, dass alle Beteiligten spür- und nachvollziehbar die Handschrift ihrer Projektbeteiligung erkennen können.

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