Schopfheim Zwischen Hecke und Nistkasten

Halfen bei der Aufwertung des Lebensraums: die Teilnehmer der Sozialaktion mit Christine Spickermann aus Wiechs, Jugendobfrau der badischen Jäger.                                                                                             Foto: Monika Weber

Schopfheim-Wiechs - Catherine gräbt mit ihrem Spaten noch ein wenig weiter. Anschließend setzt sie das kleine Bäumchen hinein und macht das Loch wieder zu. Auch Rosa-Maria ist bald so weit. Insgesamt 18 Ministranten im Alter von zehn bis 17 Jahren aus der Seelsorgeeinheit Rheinfelden und Grenzach hatte es bei der bundesweiten Sozialaktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) „72-Stunden, uns schickt der Himmel“ in die „Wildnis“ verschlagen, wo es unter anderem auch galt, einheimische Heckenpflanzen zu setzen.

Christine Spickermann aus Wiechs, Jugendobfrau der badischen Jäger, hatte das Naturschutz-Projekt im Rahmen der Hegegemeinschaft „Biotopverbund Dinkelberg-Wiesental“ konzipiert und als Pilotprojekt für die Hegegemeinschaft organisiert. Das Basislager der Gruppe war beim als Biotop kartierten Steinbruch am Greistelweg in Wiechs.

Die Naturschutzmaßnahmen wurden aber auch in den angrenzenden Wald bis hin zur Johannishütte ausgedehnt. Mit betreut wurde die Aktion von Pastoralreferentin Simone Zimmermann, Schwester Marie-Salome und Vikar Holger Cerff, die ebenfalls kräftig Hand anlegten. Neben den 50 Pfaffenhütchen-Setzlingen, die von Marianne Koch aus dem Hegering II Dinkelberg bereitgestellt wurden, wurden weitere 50 Strauchpflanzen wie Weißdorn, Wolliger Schneeball, Berberitze, Schlehen, Liguster und Ginster gesetzt, die von den Jagdpächtern finanziert wurden.

Zwei Apfelbäumchen und ein Pflaumenbaum waren ebenfalls dabei, die den Insekten Blütenweide und den Tieren Fruchtäsung (Nahrung) spenden werden, wodurch der Lebensraum weiter aufgewertet wird. Als weitere Aufgaben sollte ein XXL-Insektenhotel errichtet, 20 Nistkästen gebaut und bemalt, Flugschneisen für Fledermäuse und Vögel im Steinbruch freigeschnitten und mit den angefallenen Ästen eine Benjeshecke aufgebaut werden.

„Bäume pflanzen macht am meisten Spaß“

„Bäume pflanzen, macht am meisten Spaß“, waren sich die Mädchen einig, weshalb sie sich auch für diese Aufgabe entschieden hatten. Es wurden Nistkästen gebaut, im Steinbruch wurden die Gehölze in der Felswand abgesägt, damit die Vögel und Fledermäuse freien Zugang zum Felsen finden. Die etwas älteren Jugendlichen widmeten sich dem Bau des riesigen Insektenhotels, das aus Transportpaletten konstruiert und mit selbst gesuchtem Füllmaterial aus dem Wald ausgestattet wurde.

In Wiechs entstanden auch einige Nisthilfen mit dem roten SWR3- und dem grünen 72-Stunden-Logo auf den Holzwänden. Die Jugendlichen suchten dann im Wald die Standorte aus, an denen diese Kästen befestigt wurden. Bei all den geplanten Aufgaben war auch Zeit für spontane Aktionen. So wurde zwischendurch ein Igel im Biotop ausgesetzt, ein Hund bemalt und wieder gewaschen, Wildbret gegrillt und viel Gemeinsamkeit erlebt. Wer wollte, durfte abends noch zur Wildbeobachtung mit auf den Ansitz.

Später konnten die Eltern dann beim Abschlussfest begutachten, was die Jugendlichen geschafft und geschaffen hatten. Bei einer Erkundungstour mit dem Landrover mit Anhänger wurden die am Tag zuvor eingepflanzten Setzlinge schließlich noch mit fluoreszierender Forstfarbe markiert, so dass man sie auch später wiederfinden kann.

Hoffen auf den Sperlingskauz

Weil großes Interesse bestand, die Naturschutzmaßnahmen auch weiter zu beobachten, wurden schon weitere Pläne geschmiedet. Christine Spickermann hofft, dass sich in den Felswänden des Steinbruchs der Sperlingskauz ansiedelt. In dem aufgeschichteten Gestrüppwall der Benjeshecke werden sich sicherlich Samen verfangen und dann Sträucher wachsen. Vielleicht ziehe auch der ausgewilderte Igel darin ein. Und die Nistkästen werden hoffentlich regelmäßig als Brutplatz genutzt.

Das dreitägige Projekt erbrachte nicht nur Biotopverbesserung durch Pflege, sondern zeigte, wie man mit einfachen Mitteln eine Aufwertung des Lebensraums der Wildtiere erreichen kann. „Wenn dieses Beispiel Schule macht, sind wir dem Ziel des Biotopverbunds ein gutes Stück näher“, freute sich Christine Spickermann, für die das Projekt ein großer Erfolg war.

Auch für die Jugendlichen war die Zeit eine Bereicherung, und sie überlegten schon, wie alt sie wohl bei der nächsten 72-Stunden-Aktion sein werden, denn da wollten sie unbedingt wieder mitmachen.

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