Schopfheimer Triath Durchhalten ist das, was hier zählt

Ines Bode
Die jüngste Triathlon-Teilnehmerin: Die zweijährige Elise Trageser mit ihrer Mama. Foto: Ines Bode

Beim Triathlon-Tag waren am Vormittag die 120 jungen Sportler am Start. Schwimmen, Radfahren und Laufen standen für sie genauso wie für die Erwachsenen auf dem Plan. Am Nachmittag wetteiferten diese um den Pokal der Landesliga Süd.

„Braucht ihr Hilfe?“, fragte Moderatorin Stefanie Roniger zwei Mini-Sportler, die zum Siegertreppchen flitzten. „Nein!“ Allein krabbelten die etwa drei- bis Vierjährigen aufs Podest. Noch mutiger war die jüngste der insgesamt 390 Teilnehmer. Ganz allein und vor rund hundert Zuschauern steuerte Elise Trageser zaghaft aufs Podest am Ende der Wiese zu.

Siegerehrung

Besondere Ehre galt bei der Siegerehrung den jüngsten und ältesten Sportlern, von Letzteren keine Spur. Aber Elise von der Turnerschaft Langenau meisterte den Auftritt. Wer auf den von Roniger erwähnten Jahrgang achtete, wusste, dass die jüngste Triathletin in Kürze zwei Jahre alt wird. „Ihr müsst laut schreien“, rät Roniger später Lena und Rafael Weniger. Die Geschwister waren in der falschen Altersklasse 25 Meter zu viel geschwommen und bekamen ein Extralob.

120 junge Triathleten hatten sich versammelt. Viel Energie brachten die durchtrainiert wirkenden Zöglinge mit, und Energie in Gestalt von Süßigkeiten steckte auch in den Keramikbechern. Die edlen Gefäße mit der 1250-Jahre-Gravur - Schopfheim erhielt 1250 das Stadtrecht - stammen aus dem Fundus, schmunzelt Isabell Kipf von der Sparkasse. Endlich kamen sie zum Einsatz. Darüber hinaus bekam jedes Kind eine Urkunde und Präsente.

Schwimmen ist ein Teil des Triathlon Foto: Ines Bode

Während der Nachwuchs den Lohn für die Leistung einsteckte, liefen sich andere gerade warm. Jeden freien Meter nutzten hochgewachsene Jungsportler, um sich inner- und außerhalb des Schwimmbad-Geländes einzulaufen.

Der Nachmittag stand bekanntlich im Zeichen der Landesliga Süd. Draußen am Kreisel wachte Gloria Werner. Eine von über hundert Mitgliedern zuzüglich Freunde der Turner, DLRG und DRK, die sich um den Ablauf kümmerten, wie Cheforganisator Hubert Klemm berichtete.

Im Dienst

Seit zehn Uhr mache sie Dienst am Kreisel, erzählt Werner. Sie spricht von der Freude darüber, dass Kinder sich für den Sport begeistern. Ab und zu steuern Radfahrer auf sie zu, um zu wenden und möglichst Bestzeit zu holen. „Racepedia“, heißt die Disziplin offiziell, was laut Klemm mit dem Sponsor zusammenhänge. Zum Zeichen höchster Verbundenheit trägt Klemm als Ohrstecker einen silbernen Racer. Er werde auf das Geschenk seiner Frau durchaus angesprochen, lacht er. Denn Triathlet zu sein, heiße zu reisen. Nach Stuttgart zum Beispiel – in die Hochburg. Schopfheim spiele leider eine Nebenrolle und sei die vorletzte Station der Saison. In zwei Wochen gehe es für 30 bis 40 Langenauer nach Neckarsulm. Immerhin fanden sich im Gegenzug namhafte Triathleten aus Biberach, Winnenden, Böblingen, Sigmaringen oder Tuttlingen ein, wie der Parkplatz stumm Auskunft gab. Schwimmen, Rad fahren und laufen, das sei das Pensum. Heißt im Klartext: Klatschnass geht’s aufs Velo. „Abtrocknen?“, wundert sich Klemm, dafür sei keine Zeit. Überhaupt die Wechsel. Das sei der diffizile Punkt seines Lieblingssports.

Auf der Aschenbahn

Passend respektive unpassend zum Nass fängt es an zu tröpfeln. Das Wetter ist unser Problem, seufzt Klemm. Der Sommer sei zu nass, Trainingsstunden fielen ins Wasser. Gleichwohl zeige die Jugend „sehr gute Leistungen, unser Nachwuchs ist top“, betont er.

Drei, vier standen schon am Morgen auf dem Treppchen. Ein Drittel der Triathlon-Teilnehmer stelle Langenau. Gloria Werner bestätigt, dieses Mal auffallend viele kleine Anwärter beobachtet zu haben. Zur Frage nach einem guten Schnitt, rechnet Klemm vor: Sechs Minuten im Wasser, „achtzehn, sage wir neunzehn“ fürs Rad, und acht Minuten für die 2,5 Kilometer per pedes. Macht summa summarum 33 Minuten.

Den Schwimmerinnen, die eine Stunde früher am Start waren, lachte noch die Sonne. Gleichauf lagen sie in der ersten Bahn, dann teilte sich das zielstrebige Feld. Die Ruhe selbst waren indes drei Hünen mit Ulmer Trikot, die im Stadion nebenan auf einer Decke lagen. Auch vorbei schlendernde Konstanzer schienen gut gerüstet aufs Kommende. Auf der Aschenbahn bewegte sich eine muskulöse Läuferin, in Begleitung einer Rad fahrenden Betreuerin. Besuchern, die selten die Sportplätze zu Gesicht bekommen, fielen die Top-Anlagen auf – wie gemacht für große Veranstaltungen.

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