Schopfheimer Uhrmacher Neue Armbanduhr entwickelt

Maximilian Müller
Besondere Technik, besonderes Design: Uhrmachermeister Hubert Donkel hat spezielle Uhren entwickelt – und sich das Design seiner „Orbis“ nun schützen lassen. Foto: Maximilian Müller

Der Schopfheimer Hubert Donkel hat mit der Orbis eine Wanduhr mit einem einzigartigen Design geschaffen. Dieses hat er nun auch als Armbanduhr umgesetzt. Es handelt sich um eine Kleinserie mit besonderem Anspruch an Design und Technik.

Statt mit herkömmlichen Zeigern geben die beiden Orbis-Modelle die Uhrzeit mit Scheiben an. Daher auch der Name, denn bedeutet auf Latein unter anderem Scheibe, Kreis, Erdkreis oder Welt. Der Lauf der Planeten diente Donkel dabei als Inspiration.

Eine größere Scheibe dient der Minutenanzeige. Sie dreht sich in der Stunde einmal. Die Stundenanzeige – ebenfalls eine Scheibe – dreht sich dabei mit der Minuten-Scheibe um den Mittelpunkt der Uhr herum, allerdings dreht sie sich auch gegenläufig, sodass immer die richtige Zeit angezeigt wird. Ein wenig wie der Mond, der der Erde immer dieselbe Seite zuwendet – aber nur fast, denn die Stundenanzeige wandert natürlich weiter.

Spezielles Design

Die Orbis-Wanduhr hatte der Uhrmachermeister Hubert Donkel im Jahr 2022 vorgestellt. Die Pandemie habe ihm die Zeit gegeben, dieses spezielle Design zu entwickeln. Es habe zuvor vielleicht schon Ähnliches gegeben, aber eben nicht in dieser speziellen Form, so der Inhaber von „Donkel Schmuck und Uhren“. Und kaum hatte er die Wanduhr fertig, machte sich Donkel daran, die Armbanduhr – die „Orbis 2“ – zu verwirklichen.

Hat noch einige Ideen: Hubert Donkel mit der Orbis 2 in der Werkstatt Foto: Maximilian Müller

Das sei alles andere als einfach gewesen, berichtet Donkel. Denn wegen dem kleineren Format musste er an einigen Stellschrauben drehen. Die Wanduhr war als Quarz-Uhr noch batteriebetrieben, doch die Armbanduhr läuft mit einem Automatikgetriebe, das Donkel aus der Schweiz zuliefern lässt. Daher hat er sich nach einigen Versuchen bei den Scheiben der Armbanduhr für Karbon entschieden. Ein anderes Material wäre zu schwer gewesen und hätte den Ablauf in der Uhr verzögert. Zwei Designs stehen derzeit bei den Scheiben zur Auswahl.

Zuliefern lässt Donkel neben dem Getriebe auch das Armband, das es in verschiedenen Ausführungen gibt, und das Gehäuse. Dieses lässt auf der Rückseite der Uhr auch einen Blick durch Glas auf das Automatikgetriebe und den Unwuchtrotor offen, der die Feder bei Bewegungen aufzieht. Es handle sich bei dieser Größe übrigens um ein Unisex-Modell, geeignet für Männer und Frauen, erklärt Donkel.

Die Mechanik, die die Energie aus dem Getriebe auf die Bewegungen der Scheiben umsetzt, hat Donkel selbst entwickelt. Dafür hat er auch neues, spezielles Werkzeug entworfen, das ihm den Bau erleichtert.

Die Uhr als Schmuckstück

Für die Armbanduhr hat sich Donkel das Design schützen lassen, vor wenigen Wochen erhielt er das entsprechende Schreiben. Er will die Uhr vorerst als Kleinserie verkaufen. Er bekomme positive Rückmeldungen darauf. Doch ist eine solche Uhr in der Ära der Smartwatches noch zeitgemäß? „Eine solche Uhr ist ein Schmuckstück“, das könne man von den Smartwatches nicht sagen. Zudem seien manche Leute durchaus davon genervt, dass neben den Handys nun auch die Uhren Signale von sich geben, so Donkel.

Familienbetrieb seit 1949

Und was kommt nach „Orbis“ und „Orbis 2“? Das wisse er noch nicht, dafür sei es noch zu früh, sagt Donkel – Ideen habe er noch einige. Und es könne sein, dass er bald mehr Zeit dafür hat, denn sein Sohn Simon Donkel, derzeit 30 Jahre alt, werde im kommenden Jahr den Betrieb von „Schmuck und Uhren Donkel“ übernehmen. Diesen hatte Hubert Donkel selbst einst von seinem Vater übernommen. Den Betrieb gibt es seit 1949 in Schopfheim.

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