Schwörstadt Für dieses Alter erstaunlich jung

Willi Vogl
Der Gesangverein Dossenbach begeisterte in der ausverkauften Kirche mit fröhlich-poppigem Gesang. Foto: Willi Vogl

Wenngleich der Gesangverein Dossenbach mit seinem Konzert in der Kirche sein 150-jähriges Gründungsjubiläum feierte, kann hier von „Überalterung“ keine Rede sein. Mit einem besetzungstechnisch und programmatisch vielfältigen Programm aus Spirituals, Gospels, aktuellen Popsongs und Adaptionen von Songtiteln aus bekannten Filmen versprühten die mehr als 40 Sänger auf der Bühne am Sonntag in der Kirche zudem jugendlichen Charme.

Von Willi Vogl

Schwörstadt-Dossenbach. Die Chemie zwischen Sängern und Chorleiter Jürgen Nass, der die Sängerschar bereits seit 20 Jahren leitet, stimmte. Michael Herrmann (Keyboard), Peter Jess (Kontrabass) und Patrick Nass (Schlagzeug) sorgten für den grundlegenden instrumentalen Swing. Ronja Ernst an der Flöte und Hans Peter Wegner am Banjo steuerten darüber hinaus besondere Farbtupfer bei.

Ausverkauftes Gotteshaus

„Feel the Sound“ war das Jubiläumsmotto des Chors, und so mancher Zuhörer entdeckte dabei mit rhythmischem Kopfnicken, lässigem Fußwippen oder frenetischem Mitklatschen seine eigene Musikalität.

Mit A-cappella-Beiträgen wie dem Spiritual „Go down Moses“ und den gut gemeisterten Halbtonrückungen im Gospelsong „Down by the Riverside“ bewies der Dossenbacher Chor überzeugende stimmliche Stabilität. Abstecher gab es mit einem ansprechenden Arrangement von Ed Sheerans „Perfect“ in die aktuelle britische Popszene, und „Conquest of Paradise“ bot in den Kontrasten zwischen Dur und Moll einen befreiend offenen Chorklang. Der Männerchor verführte mit einem rustikalen Lied über den Whiskey in die schottischen Highlands. Mit Original-Kilt vom Clan Urquhart brachte der Dudelsackspieler Andreas Mühlhans auch optisch schottisches Flair in die Dossenbacher Kirche.

Ansteckende Begeisterung

Über stehendem Bordunton erklang so die andächtige Melodie zu Highland Cathedral. Als Kontrast zum schmachtenden Melos der Highlands klang von einer Popformation von acht Sängern ein Medley über eine Folge von vier Harmonien. Darin versteckten sich eine Reihe von Welthits, und das Publikum freute sich über das spaßige Wiedererkennen etwa von Bon Jovis „It‘s my Live“ oder „Forever young“ der deutschen Band Alphaville. Schließlich erklangen mit dem Gesamtchor auch deutschsprachige Lieder, so das „Das Ehrenwort“ der Gruppe Fäaschtbänkler und „Amoi seg ma uns wida“ von Andreas Gabalier.

Stilistisch sicher brachten sich Madlen Ernst und Andrea Biehler in „One more Time“ und in den frenetisch erklatschten Zugaben „Amazing Grace“ und „I am so glad“ ein.

Der Chor überzeugte nicht nur durch seine Fröhlichkeit und seine Begeisterung für poppiges Liedgut, sondern gleichermaßen durch gutes Timing in den Wechselgesängen zwischen Frauen- und Männerstimmen sowie textverständlichen Artikulationen. Bleibt zu wünschen, dass diese Begeisterung den Gesangverein Dossenbachs auch die nächsten 150 Jahre weiterträgt.

  • Bewertung
    3

Umfrage

Nancy Faeser

Bundesinnenministerin Nancy Faeser will das Staatsbürgerschaftsrecht reformieren. Was halten Sie von den Plänen, die Hürden für eine Einbürgerung zu senken?

Ergebnis anzeigen
loading