Schwörstadt Große Vielfalt nach langer Pause

Rolf Reißmann
Michelle Dohle bei ihrem einfühlsamen Solo Foto: Rolf Reißmann

Musik: Harmonikaorchester Schwörstadt stellt sein Können unter Beweis / Ehrung für Gabriele Schweizer

Zwei Erkenntnisse drängten sich beim Konzert des Harmonikaorchesters Schwörstadt auf: Die Mitglieder haben in der Coronapause ihr gutes Spiel bewahrt. Zudem zeigten sie eine enorme Vielfalt, obwohl abgesehen vom Schlagzeug nur eine Instrumentenart beteiligt war.

Von Rolf Reißmann

Schwörstadt. Die Musiker haben drei Jahre Konzertpause hinter sich. Auch dieser Auftritt musste nochmals wegen Krankheit verschoben werden. In dem abwechslungsreichen Programm fielen einige Stücke besonders auf.

Erinnerung an erste Welle

Das war einmal das Stück „Horizon“, das Ian Watson, der Leiter des Londoner Akkordeonorchesters, 2020 komponiert hatte. Er griff die Schwankungen und unterschiedlichen Stimmungen während der ersten Coronawelle auf.

Schreck, Hilflosigkeit, Optimismus und Tatendrang, aber auch den schmerzvollen Abschied von Mitmenschen stellte er dar. Das Orchester spielte die ergreifende Komposition kraft- und gleichermaßen gefühlvoll. Bereits im ersten Programmteil gab Michelle Dohle ein Solo. Sie spielte Musik aus dem Film „Schindlers Liste“. Dabei herrsche absolute Stille im Saal. Zu Beginn des Programms hatten die beiden Schülerinnen Lenia und Emilia beweisen, dass sie nach nur wenigen Jahren Unterricht das Instrument schon gut beherrschen.

Ein kleines, sechsköpfiges Ensemble stellte etliche Titel vor. Auffallend war die gelungene Interpretation von „Lord of Dance“. Hörenswert waren auch das Bon Jovi-Medley, der Tango „El Choclo“ und „Feuerberge“ des Schopfheimer Komponisten Markus Götz.

Böhmische Polka

Zur leichteren Kost des Abends gehörten der Sommernachtswalzer und eine böhmische Polka, die ursprünglich für Blasorchester komponiert worden war.

Abermals unterstützen die beiden Schlagwerker Jürgen und Niklas Endler vom Musikverein die Akkordeonspieler. Spürbar war erneut, wie gut Dirigent und Spieler aufeinander eingestimmt sind.

Vorsitzender Thomas Schneider und Volker Bögi, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Deutschen Harmonikaverbandes verliehen zudem Ehrungen an verdienstvolle langjährige Mitglieder, darunter Gabriele Schweizer, die seit 60 Jahren im Orchester spielt.

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