Schwörstadt Gutachten sorgen für Staunen

Die Oberbadische
Laut Gutachten wird die Verkehrsbelastung in der Region bis 2040 massiv zunehmen. Der Ausbau der A 98 soll ein Baustein zur Lösung der Verkehrsprobleme sein. Foto: Tim Nagengast

In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Planungsausschuss des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee einstimmig hinter die von der DEGES vorgestellte Vorzugsvariante der A 98 im Abschnitt von Schwörstadt bis zur Anschlussstelle Murg gestellt.

Hochrhein/Schwörstadt. Den Vorsitzenden des Regionalverbands, Waldshuts Landrat Martin Kistler freut der einstimmige Beschluss: „Mit den Beschlüssen in den Kommunen, im Kreistag und nun im Regionalverband sendet die Region ein starkes Signal der Einigkeit nach Stuttgart und Berlin. Dass dies gelingen konnte, zeigt die hohe Qualität der Vorzugsvariante, welche die DEGES in einer transparenten und nachvollziehbaren Alternativenprüfung entwickelt hat.“

Trassenverlauf

Die Vorzugstrasse im Abschnitt A 98.6 verläuft ab dem Anschlusspunkt bei Schwörstadt zunächst im Wehratal, bis sie dann auf einer rund 1,2 Kilometer langen Talbrücke in Öflingen geführt wird. Nördlich des Bergsees schließt sich ein 2,7 Kilometer langer Tunnel an. Nach einer kurzen, offenen Führung oberhalb von Bad Säckingen verläuft die Trasse wieder in einem Tunnel und unterquert das FFH-Gebiet „Murg zum Hochrhein“, bis sie bei der Anschlussstelle Murg auf die bestehende Trasse geführt wird.

In der weiteren Planung der Trassenführung seien natürlich im Detail noch einige Fragen und Konfliktpunkte zu lösen, ergänzt Kistler. Jedoch sei die Region angesichts der vorliegenden Planung zuversichtlich, dass dies auch gelinge. Gemeinsam müsse man nun auf ein zügiges Planfeststellungsverfahren und daran anschließend eine schnelle Realisierung hinarbeiten.

Zwei Verkehrsgutachten

Das von der DEGES ebenfalls vorgestellte Verkehrsgutachten mit dem Prognosehorizont 2040 kommt zu dem Ergebnis, dass die aktuellen deutschen und schweizerischen Verkehrsprognosen deutlich höher sind als in vorhergehenden Untersuchungen. Ausführlich legte Johannes Kuhn von der DEGES die Methode des Gutachtens und die neuen Erkenntnisse vor, die zu den deutlich stärkeren Verkehrszahlen führen als noch das Gutachten aus den 2010er Jahren. Anders als damals prognostiziert sei in der Region keine Abnahme von Bevölkerung und Arbeitsplätzen registriert worden, sondern ein Wachstum. Die aktuellen Verkehrszählungen lieferten Werte, die schon über den damaligen Prognosen für das Jahr 2030 lägen.

Das Gutachten habe seit seiner öffentlichen Vorstellung im Sommer viele Rückfragen ausgelöst, hielt Kuhn fest. Man sei selbst über die deutlich höheren Zahlen erstaunt gewesen und habe die Annahmen durch einen Zweitgutachter plausibilisieren lassen. Im Gutachten seien die Demografie, die Elektrifizierung der Hochrheinbahn, der weitere Ausbau des ÖPNV und viele weitere Aspekte mit untersucht worden. Im Ergebnis sei für die A 98 zur Abwicklung der Prognose-Verkehrsmengen ein vollwertiger Ausbau als Autobahn mit einem 2+2-Querschnitt erforderlich.

Dazu der Vorsitzende des Regionalverbands Kistler: „Die Prognosen zur künftigen Entwicklung der Verkehrszahlen sind hoch, aber intensiv geprüft und plausibilisiert. Damit weiß die Region nun, was auf sie zukommt, mit und ohne A 98. Die Notwendigkeit einer leistungsfähigen und den Verkehrsbedürfnissen entsprechenden West-Ost-Verbindung wird durch das aktuelle Verkehrsgutachten markant unterstrichen.“

Gleichzeitig, so Kistler weiter, werde aber auch klar, dass die A 98 allein die Verkehrsprobleme der Region nicht lösen könne. Der ÖPNV-Ausbau, neue nachhaltige Mobilitätsangebote und die Umgestaltung der Ortsdurchfahrten seien wichtige flankierende Maßnahmen, „die wir als Region mit Nachdruck vorantreiben müssen“.

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