Schwörstadt Jede zweite Fichte fehlt

Rolf Reißmann
In Schwörstadt sterben die Fichten reihenweise ab. Foto: Pixabay

Zu Beginn des neuen zehnjährigen Forsteinrichtungswerks hat der Gemeinderat Schwörstadt eine umfassende Analyse des gegenwärtigen Waldzustandes erhalten. Das Ergebnis ist wenig ermutigend.

Vorgetragen wurde die Analyse von Andreas Sippel vom Regierungspräsidium Freiburg. Dabei habe er von einem sehr unbefriedigenden Waldzustand ausgehen müssen, sagte Sippel.

Diese Einschätzung betrifft nicht nur die Waldflächen der Gemeinde, sondern auch jene von Privateigentümern. Vor allem das seit Jahren zunehmende und anhaltende Niederschlagsdefizit bei gleichzeitig höheren Temperaturen beeinflusse die Lebensumstände der Bäume zunehmend mit negativen Folgen. Durch alle Schädigungen, zu denen auch Stürme und Insektenbefall gehörten, musste viel mehr Holz aus den Wäldern geholt werden als ursprünglich vorgesehen war. Insgesamt machten diese sogenannten Zwangsnutzungen mehr als die Hälfte des Holzes aus.

Besonders leiden die Fichtenbestände wegen des durch Trockenheit begünstigen Borkenkäferbefalls Ihr Bestand verringerte sich im auslaufenden Forsteinrichtungswerk seit 2013 um fast die Hälfte – deutlich sichtbar durch flächiges Absterben. Sippel verwies darauf, dass mittlerweile die Funktionen des Waldes im Sinne von Bodenschutz, Wasservorhaltung und als Regulierungsfläche massiv eingeschränkt seien.

Der Gemeindewald Schwörstadt umfasst derzeit 172 Hektar. Das sind zehn Hektar mehr als 2013. Zustande kam dieser Zuwachs vor allem durch Ausgleichsflächen für die Autobahn, Gasleitungen und diverse Baugebiete.

Außerdem wurden Schutzgebiete ausgewiesen. So sind unter anderem drei Hektar als Waldrefugium mit vollem Nutzungsverzicht belegt. Sechs Hektar stehen als Waldbiotope unter Schutz.

Angesichts der starken Holzernte im vergangenen Jahrzehnt wird diese bis 2033 verringert. Sie soll auf insgesamt 8000 Festmeter beschränkt werden – das ist etwa ein Viertel weniger als im auslaufenden Forsteinrichtungswerk-Jahrzehnt. Damit kann eine neue Reserve entstehen.

Im Schwörstädter Gemeindewald wachsen pro Jahr rund 1150 Festmeter Holz zu. Allein diese Menge bindet etwa 1270 Tonnen Kohlendioxid. In diesem Zusammenhang verwies der Referent auf die Möglichkeit, durch verstärkte Verwendung von Holz als Baustoff mehr Kohlendioxid als bisher dauerhaft zu speichern.

Der Gemeinderat von Schwörstadt stimmte dem neuen Forsteinrichtungswerk und auch dem Forstwirtschaftsplan für 2024 zu.

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