Schwörstadt Schwörstadt bleibt nur das Warten

Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Steffen Bilger (sitzend Mitte) hörte sich im Schwörstadter Rathaus die Probleme in Sachen A 98 und deren Weiterbau an. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Was die schon lang ersehnte A 98 betrifft, bleibt der vom Verkehr auf der stark befahrenen B 34 betroffenen Gemeinde Schwörstadt auch weiterhin nur eines übrig: Warten, warten und nochmals warten. Da hilft auch die inzwischen gefestigte Einstellung, egal ob Berg oder Taltrasse – Hauptsache schnell bauen, herzlich wenig.

Von Gerd Lustig

Schwörstadt. Auch der Besuch des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Steffen Bilger, im Rathaus in Schwörstadt, der auf Einladung des hiesigen Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU) zustande gekommen war, konnte daran natürlich vorerst nichts ändern. Hauptprobleme aktuell sind nämlich zum einen, dass nicht klar ist, wie die A 98-Trasse im Bereich Wehr in Richtung Osten weiter verläuft, als Berg- oder als Taltrasse. Ein Weiterbau vom Abschnitt Minseln/Karsau wäre mithin also nicht verkehrswirksam. Und zum zweiten ist der Weiterbau abhängig vom Gutachten in Sachen der Bad Säckinger Heilquellen, ob und wie hier die Autobahn geführt werden kann.

Gutachten erst im Herbst

Allerdings: „Ergebnisse des Gutachtens zu den Bad Säckinger Heilquellen erwarten wir im Herbst, etwa Ende Oktober/Anfang November“, machte Regierungspräsidentn Bärbel Schäfer am Ratstisch in großer Runde deutlich. Kämen die Gutachter da zu einem KO-Kriterium in irgendeiner Art, würde direkt mit der anderen Variante geplant. „Dann wären wir aber ein Problem los“, war sie sich mit Landrätin Marion Dammann einig. Und erst wenn Klarheit im Raum Bad Säckingen herrscht, werden die konkreten Planungen, wie es zwischen Wehr und der Trompeterstadt weitergeht, aufgenommen.

Weiterbau von zwei Seiten

Was sich die Regierungspräsidentin und ihr maßgeblicher Baudirektor allerdings vorstellen können, ist, dass dann, wenn weiter im Osten einmal klar ist, ob auf dem Beg oder im Tal geplant wird, der Abschnitt zwischen Wehr und Karsau-Minseln von beiden Seiten gebaut werden kann. Weitere Vorteil aktuell sei auch, so Schäfer, dass im Bereich Schwörstadt die Naturgutachten bereits bestehen und zudem bereits Ausgleichsmaßnahmen erfolgt sind. „Eventuell kann die Trasse A 98.6 nochmals geteilt werden“, stellte Schäfer in Aussicht.

Ungeachtet dessen, wird aber bis zum Herbst die Ausschreibung für die Planungen der A 98 gleich in den drei Abschnitten 6 sowie 8 und 9 an die DEGES-GmbH (Planung komplexer Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen), mit der das Land Baden-Württemberg vertraglich in Sachen Planungen verbunden ist, rausgehen.

Dass der Weiterbau der A 98 grundsätzlich erfolgen muss, ist auch für Staatssekretär Steffen Bilger klar. „Trotz hoher Kosten ist die Trasse daher auch hoch in der Dringlichkeit im Bundesverkehrswegeplan eingestuft“, sagte er.

Neues FFH-Gebiet

Die Dringlichkeit für die A 98 im Bereich Schwörstadt legte Gemeinderätin Doris Schütz (CDU) dem Mann aus Berlin ans Herz. „Hier kann keiner nachts mehr schlafen wegen des Verkehrslärms“, betonte sie. Es sei wirklich höchste Zeit, dass man hier vorwärts komme, polterte sie. Probleme würden oft umgangen, nicht gelöst, verwies sie auf zehn vergangene Jahre, nachdem in Wehr plötzlich ein FFH-Gebiet aus dem Hut gezaubert wurde, von dem zuvor noch keiner etwas gewusst habe „Eigentlich müsste doch der, der bezahlt, auch bestimmen“, forderte sie. Dies konterte indes Regierungspräsidentin Schäfer: „Dies stimmt zwar grundsätzlich, doch es darf nicht schnell, sondern nachhaltig geplant und gebaut werden.“ Ganz wichtig ist aber, so betonte der Waldshuter CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner: „Die Region muss gemeinsam an einem Strang ziehen.“

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