Schwörstadt - Die Fußgängerunterführung unter den Bahngleisen im Bereich Finstergaßgraben in Schwörstadt wird begraben. Das war das einstimmige Ergebnis der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Unvorsichtige Verhalten

Seit langer Zeit überqueren immer wieder Fußgänger und Radfahrer hinter dem Einkaufszentrum am westlichen Ortseingang die Bahngleise, obwohl dort kein Überweg besteht. Bisher kam es zu keinen Unfällen dort. Dennoch wurde dieses unvorsichtige Verhalten bereits mehrfach im Gemeinderat besprochen. Inzwischen kündigte die Deutsche Bahn an, dass der Durchlass für den Finstergaßgraben und einige Rohrleitungen im Jahr 2024 grundlegend saniert wird. Angesichts der doch erheblichen Bauarbeiten fragte die DB bei der Gemeinde an, ob diese Gelegenheit genutzt werden soll, um den Durchlass zu einer ausreichend hohen Unterführung auszubauen. Dieser sollte dann eine lichte Höhe von 2,30 Meter und eine Breite von etwa 1,20 Meter haben.

Zwei Varianten

Die DB schlug zwei Varianten vor. So könnte auf südlicher Seite zwischen Radweg und der eigentlichen Unterführung der Abstieg erfolgen, im nördlichen Bereich zwischen den Gleisen und der Straße Im Steinfacht. Als Problem wäre dabei auf der Südseite die Rohrleitung der Notwasserversorgung zu berücksichtigen, sodass der Zugang nur schmal sein könnte. Eine andere Variante wäre es, die Unterführung auf der Südseite auch durch den Radweg zu führen und erst danach einen Zugang zu bauen.

Gemeinderat befasst sich vor allem mit den Kosten

Die Gemeinderäte befassten sich weniger mit den technischen möglichen Varianten, sondern konzentrierten sich auf die angekündigten Kosten. Die DB erwartet nach jetzigen Überlegung Gesamtkosten für eine solche Unterführung von 1,77 Millionen Euro, davon allein 354 000 Euro Planungsaufwand. Die Maßnahme könnte nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz abgerechnet werden, damit würden sie geteilt, wenn beide Partner den Bau verlangen.

Zunächst schlug die Deutsche Bahn vor, dass sich die Gemeinde mit 78 000 Euro an einer Vorplanung beteiligt. Sollte sich dabei herausstellen, dass der Bau technisch nicht machbar ist, würde das finanzielle Risiko bei der Gemeinde liegen. Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat verwies darauf, dass keine weiteren Zuschüsse zu erwarten seien. „Außerdem berührt der Bau einige Privatgrundstücke, sodass dafür nochmals Aufwand und Kosten notwendig wären, um die Flächen zu erlangen“, warnte sie.

In der Diskussion verwiesen die Gemeinderäte auf weitere Probleme. Da die Sohle des Bauwerks tiefer als der Rhein liegen würde, ergäben sich bisher nicht benannte aufwändige Abdichtungen, meinte Jörg Schmidt (CDU). Sein Parteikollege Matthias Kipf verwies auf das von der Bergseite her drückendes Grundwasser. Er brachte eine Überführung ins Spiel, die leichter zu bauen wäre. Harald Ebner (CDU) blickte auf ähnliche Planungsverfahren zurück und meinte, die weitere Kostenentwicklung sei nicht absehbar.

Irene Knauber (Freie Wähler) schließlich formulierte eine Zusammenfassung, der sich alle Gemeinderäte anschlossen: Das Projekt sollte nicht weiter verfolgt werden, da die finanzielle Entwicklung völlig unklar ist. Nur so gäbe es auch keine weiteren Auswirkungen.