Schwörstadt Umspanner stößt auf reges Interesse

Die Oberbadische
Rund 15 Meter ragen die Gerüstkonstruktionen für Stromschienen und Schalter auf. In der Mitte des bereits betriebenen Anlagenteils befindet sich ein geschlossener Pantografen-Trennschalter. Foto: Rolf Reißmann

Die Tore des Umspannwerks waren Ende vergangener Woche geöffnet für alle Interessierten. Seit vielen Monaten wird im Gelände gebaut, etliche Anlagen wurden abgerissen, große neue recken sich inzwischen die Höhe. Das alte Umspannwerk des ehemaligen Badenwerks diente fast 50 Jahre lang der Stromversorgung in der hiesigen Region, doch die Schalter, Leitungen und Trafos sind verschlissen und erfüllen nicht mehr die Anforderungen zeitgemäßer Stromversorgung.

Von Rolf Reißmann

Schwörstadt. Inzwischen betreibt die Transnet Baden-Württemberg die gesamte Hochspannungsübertragung im Land und liefert den aus Kraftwerken ankommenden Strom an die regionalen Verteiler. Hier gehört unter anderem Energiedienst Netze zu den Empfängern, die mit 110 Kilovolt versorgt werden. Bisher arbeitet das Umspannwerk mit 220 Kilovolt; mit dieser Spannung trifft derzeit noch der Strom hier ein.

220 Kilovolt reichen künftig nicht mehr

Doch künftig reicht das nicht mehr aus. Wegen der Abschaltung von Kern- und Kohlekraftwerken verändern sich in Deutschland die Standorte der Energieerzeugung. Die künftigen großen Windkraftwerke im Norden erfordern dann längere Übertragungswege zu uns in den Süden, diese sind mit 380 Kilovolt besser zu betreiben, weil sich damit die Übertragungsverluste verringern. Doch der Umbau des Umspannwerkes Schwörstadt kann nur unter laufendem Betrieb erfolgen.

Erste neue Schaltanlage läuft im Dauerbetrieb

Deshalb wurde seit 2019 zunächst nur eine der alten 220 kV-Anlagen abgerissen und eine neue für 380 Kilovolt errichtet. Die Geländereserve reichte aus, um die bisherige Fläche zu vergrößern. Die Konstruktionen in der neuen Freiluftschaltanlage sind deutlich höher, Träger, Leitungen und Schalter reichen bis zu 15 Meter in die Höhe. Wegen der höheren Spannung müssen auch die Abstände zwischen den Anlagen viel größer sein.

Die erste neue Schaltanlage läuft inzwischen im Dauerbetrieb. Dafür wurde auch ein weiterer Transformator nach Schwörstadt gebracht, der bis zur endgültigen Umstellung genutzt wird. Diese erfolgt, wenn zwei neue Trafos eingebaut sind und damit dann auf 380 Kilovolt Dauerbetrieb umgestellt werden kann.

Gespeist wird das Umspannwerk Schwörstadt über eine Höchstspannungs-Freileitung aus der Schaltanlage Kühmoos aus dem Eggberg; sie gilt als größtes Umspannwerk in Deutschland. Dort trifft Strom aus vielen Kraftwerken von unterschiedlichen Standorten ein, je nach augenblicklicher Leistung über das europäische Verbundnetz auch aus Frankreich und der Schweiz.

Woher der Strom kommt, lässt sich nie genau sagen

So lässt sich nie genau sagen, woher gerade der Strom kommt. Nach der Transformation auf 110 Kilovolt wird die Energie über Erdkabel in das überregionale Verteilnetz eingespeist.

Die Besucher hatten jetzt Gelegenheit, sich die einzelnen Teile der Anlage genau erklären zu lassen, und stellten viele Fragen zu Details. Sie interessierten sich dabei unter anderem für die Blitzsicherheit, für die Funktion der Trennschalter sowie für die Beschaffenheit der Leiterseile und der Sammelschienen. Die gesamte Anlage in Schwörstadt wird aus der Transnet-Zentrale in Wendlingen bei Stuttgart ferngesteuert.

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