Schwörstadt Wasserstreit geht in die dritte Runde

Die Debatte hat sich zugespitzt. Noch immer ist unklar, wie mit der Schwörstädter Trinkwasserversorgung künftig verfahren werden sill.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Schwörstadt (rr). Der künftige Betrieb der Trinkwasserversorgung ist noch nicht geklärt. Auch eine außerordentliche Gemeinderatssitzung in Schwörstadt führte diesbezüglich zu keiner Entscheidung. Stattdessen wurde das Thema auf Herbst vertagt.

Nachdem bereits wegen einer zu kurzfristig vorgelegten Tischvorlage Mitte Juli keine Entscheidung gefallen war, brachte auch die weitere Bearbeitung bis jetzt keine zustimmungsfähige Lösung. Der Zustand des rund 30 Kilometer langen Leitungsnetzes für die Trinkwasserversorgung ist unterschiedlich und nicht in allen Details bekannt.

Sabine Gampp, Geschäftsführerin der Planungsfirma Betaplan, beschrieb die gesicherten Daten. So sind auf handgezeichneten Plänen die Lage der Leitungen, deren Durchmesser und auch die Lage bisheriger Rohrbrüche nachzuweisen. Kaum bekannt seien die Einbauweise der Rohre und deren genaue Alter. Abnehmer sind 750 Haushalte und 20 Großkunden.

Schwörstadt hat keinen Überblick übers Netz

Insgesamt werden in Schwörstadt jährlich etwa 137 000 Kubikmeter Wasser entnommen – allerdings, so teilte die Verwaltung mit, gingen auch rund 30 Prozent des Wassers verloren. Bisher fungiert der Bauhofleiter gleichzeitig als Wasserwart, betreute also das Netz mit. Ende des Jahres tritt er in den Ruhestand, dann ist diese Position vakant. Denn der Nachfolger besitze diese Qualifikation nicht, hieß es. Auch ist in es der Gemeinde nicht möglich, ein umfangreiches Ersatzteillager vorzuhalten.

Die Verwaltung schlug deshalb die Vergabe der Betriebsführung an einen professionellen Betreiber vor und hatte eine Ausschreibung versandt. Daraus ergab sich Energiedienst Netze als günstigster Anbieter. Doch dies behagte den Gemeinderäten gar nicht, weil die Preise für etliche Bereiche zu pauschal und nach ihrem Ermessen zu großzügig angesetzt gewesen seien. So sehe der Vertragsentwurf zum Beispiel bei jeder Störung eine Mindestberechnung von drei Stunden vor, auch wenn nur eine Kleinigkeit zu erledigen sei.

Doris Schütz empfand das vorgelegte Angebot nur unzureichend an die Größe Schwörstadts angepasst. Frank Lückfeldt bemängelte, dass zu wenige Varianten berechnet seien. Er wünschte sich für die unterschiedlichen Störungszahlen genaue Vorausberechnungen. „Wir wissen aber nicht, wie viele Störungen auftreten werden, die schwanken von Jahr zu Jahr“, setzte Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat dagegen. „Außerdem geht es mit der Vergabe an einen externen Betriebsführer auch darum, die strategische Entwicklung des Netzes voranzubringen.“ Sie meinte damit unter anderem die Erstellung eines digitalen Bestandsnetznachweises und die Kontrolle über die Wechsel der Wasserzähler im sechsjährigen Rhythmus.

Der Streit um Lösungsmöglichkeiten steigerte sich im Laufe der Gemeinderatssitzung immer weiter. Erst eine Sitzungspause brachte Beruhigung. Danach wurde die Beschlussfassung für das Thema auf Oktober vertagt, um bis dahin weitere Details zu den Kosten vorzulegen.

Ein zweiter Beschluss beauftragt die Verwaltung für den Fall, dass kein externer Betreiber ausgewählt wird, in benachbarten Orten um Unterstützung mit Fachpersonal nachzusuchen, bis Schwörstadt wieder einen Wasserwart hat.

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