Schwörstadt Zustimmung mit Bauchgrimmen

Auch in Schwörstadt werden die Bahnsteige im Zuge der Elektrifizierung und dem Ausbau der Hochrheinbahn verlängert und erhöht, um Barrierefreiheit herzustellen. Foto: Silvia Waßmer

Schwörstadt - Mit leichtem Bauchgrimmen stimmte der Gemeinderat Schwörstadt in seiner Sitzung am Mittwoch einer finanziellen Beteiligung an den Planungen für den Ausbau des Haltepunkts Schwörstadt im Zuge der Elektrifizierung der Hochrheinbahn zu.

Notwendig wird diese Maßnahme – wie Nina Gregotsch aus dem Landratsamt Lörrach erklärte –, da sich im Laufe der Planungen zur Elektrifizierung herausgestellt habe, dass auch die vorhandene Infrastruktur an Bahnhöfen und Haltepunkten ausgebaut werden müsse. Konkret geht es in Schwörstadt um eine Verlängerung der Bahnsteige von aktuell 145 beziehungsweise 140 Metern auf 155 Meter, eine Anhebung derselben von derzeit 38 Zentimetern auf 55 Zentimeter Höhe sowie einen barrierefreien Ausbau der Zugangsrampen. Die Baukosten für alle diese Maßnahmen zusammen werden auf insgesamt gut 3,3 Millionen Euro geschätzt, die Planungskosten auf 319 000 Euro. Auf die Gemeinde Schwörstadt würden von letzteren 191 400 Euro entfallen beziehungsweise – seit dem jüngsten Kreistagsbeschluss – davon die Hälfte und somit 95 700 Euro.

Vergleichsweise wenig Reisende

Schwörstadt habe allerdings mit 520 Personen pro Tag vergleichsweise wenig Reisende, führte Gregotsch weiter aus. Deshalb gebe es die Überlegung, die bereits existierenden, barrierefreien Zugänge zu den Bahnsteigen zu belassen und später lediglich auf die neue Höhe anzupassen. Die Kosten könnten dadurch in der Planungsphase auf insgesamt 127 000 Euro, von denen Schwörstadt anteilig 38 100 Euro aufbringen müsste, gesenkt werden. Allerdings entspräche diese Variante nicht den aktuellen Richtlinien der Deutschen Bahn und berge deshalb ein gewisses Risiko, räumte die stellvertretende Dezernatsleiterin des Bereichs Mobilität, Umwelt und Strukturpolitik im Landratsamt ein – zumal derzeit auch noch keine Rückmeldung des Eisenbahnbundesamts zu dieser Variante vorliege.

Genau diese Problematik sorgte dann auch bei den Ratsmitgliedern für Bedenken. „Es ist unschön, über eine finanzielle Beteiligung abzustimmen, solange niemand weiß, was es letztlich kostet“, bemängelte CDU-Gemeinderat Harald Ebner. Und Jörg Schmidt (CDU) kritisierte, dass es derzeit nicht klar sei, ob die Gemeinde – wenn sie der Finanzierung des reduzierten Ausbaus zustimme – später nicht doch noch die richtlinienkonforme Variante bauen müsse.

Irene Knauber von den Freien Wählern erklärte zur Problematik: „Ich fühle mich gewaltig abgezockt“ und bemängelte, dass die Bahn „ohne jedes Kostenbewusstsein“ arbeite.

Gleichzeitig waren sich die meisten Gemeinderäte einig, dass sie – wenn sie den Haltepunkt in Schwörstadt behalten wollen – letztendlich keine andere Wahl haben, als dem Antrag zuzustimmen: „Wir müssen entscheiden, machen wir mit oder sind wir von Anfang an abgehängt“, fasste Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat das Dilemma zusammen. Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung entschloss sich das Gremium abschließend, der Finanzierung zuzustimmen und sich „nicht abhängen zu lassen“.

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