Signa-Gründer Hausdurchsuchung in René Benkos Luxusvilla

dpa
Außenansicht der von Signa-Gründer R. Benko privat genutzten Villa. Foto: Johann Groder/Expa/APA/dpa

Österreichische Ermittler haben den Signa-Gründer im Visier. Benkos Anwesen sowie Büros wurden durchkämmt. Dabei ging es unter anderem um einen Sportwagen und teure Waffen.

Innsbruck - Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat eine Villa des österreichischen Unternehmers René Benko und mehrere Standorte der von ihm gegründeten Signa-Gruppe durchsucht. Die Aktion sei wegen des Verdachts auf Untreue, sowie wegen mutmaßlichen Betrugs an Investoren und Gläubigern der Immobilien- und Handelsgruppe durchgeführt worden, teilte die Justizbehörde mit.

Benko stehe unter Verdacht, einen Sportwagen, teure Waffen und andere Vermögenswerte verborgen oder beiseitegeschafft und dadurch die Befriedigung von Gläubigern verhindert zu haben, hieß es in der Mitteilung. Dieses Delikt heißt im österreichischen Strafrecht "betrügerische Krida" und entspricht in etwa dem Bankrott in Deutschland.

Laut WKStA sollen auch Vertreter der Signa Holding Anteile an einer luxemburgischen Beteiligungsgesellschaft ohne ausreichenden Gegenwert verkauft haben. Zusätzlich soll die Holding eine Kapitalerhöhung auf Kosten von Signa-Tochtergesellschaften durchgeführt und diese geschädigt haben. Weiters soll der Verkaufserlös einer Signa-Immobilie teilweise zweckentfremdet geworden sein, hieß es.

Benkos Anwalt bezeichnete den Einsatz von Staatsanwaltschaft und Polizei als "sehr professionell", Benko verhalte sich "kooperativ und konstruktiv". 

Auch die Signa Holding in Innsbruck sowie die Luxusimmobilien-Gesellschaft Signa Prime und der Immobilienentwickler Signa Development in Wien wurden nach Informationen der dpa untersucht. Der Insolvenzverwalter der Holding, Christof Stapf, habe gemeinsam mit Sachverständigen bereits im Dezember mit der Sicherung der erforderlichen Daten begonnen und arbeite eng mit den Behörden zusammen, hieß es seitens des Verwalters.

Bislang hatte die Staatsanwaltschaft den 47-jährigen ehemaligen Milliardär Benko wegen mutmaßlichen Kreditbetrugs und eines mutmaßlichen Bestechungsversuches im Visier. Benkos Anwalt hat diese Vorwürfe zurückgewiesen. Im Zuge der Durchsuchungen hat die WKStA nun die Ausweitung ihrer Ermittlungen bestätigt. Für eine Stellungnahme zu den zusätzlichen Verdachts-Aspekten war der Jurist nicht erreichbar.

Die vom österreichischen Unternehmer Benko aufgebaute und zuletzt zusammengebrochene Signa-Gruppe mit zahlreichen Kaufhäusern in Deutschland befindet sich im Insolvenzverfahren. Viele Häuser wurden oder werden verkauft, um Schulden in Milliardenhöhe zu begleichen. 

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