Von Marco Fraune

Kreis Lörrach. Der Arbeitskreis „Elternkonsens Lörrach“ will einen Lörracher Weg für die interdisziplinäre Kooperation bei Trennung und Scheidung beschreiten. Ein Flyer soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden, in dem Eltern sich über die Prozessbeteiligten informieren können, wie die Weiler Anwältin Sima Uhlmann gestern gegenüber unserer Zeitung ankündigte.

Vorbild dabei ist der „Tübinger Weg“, der gestern bei einem Netzwerktreffen im Lörracher Landratsamt erläutert wurde, das unter dem Titel „Gemeinsam für das Wohl des Kindes“ stand. Im Kreis Tübingen gibt es nicht nur den Flyer, sondern auch klare Regelungen zwischen Familienrichtern, Sachverständigen, Rechtsanwälten, dem Jugendamt und den Erziehungs- beziehungsweise Psychologischen Beratungsstellen. Damit sollen Eltern nach einer Trennung und Scheidung Unterstützung erhalten, eine passende Lösung für den Umgang mit den Kindern zu erarbeiten. Rechtsanwälte können deeskalierend wirken und klar sagen: „Es gibt keinen Sieger und keine Verlierer“, erläuterte der Tübinger Rechtsanwalt Argiris Balomatis. Die Seite der Psychologen schilderte zudem Diplom-Sozialpädagogin Christine Utecht, die zum Beispiel für die Erziehungsberatung den Vorteil sah, dass durch die Anweisung des Familiengerichtes eine Verbindlichkeit für die Eltern gegeben ist. „In strittigen Fällen brauchen wir die Tigerzähne des Gerichtes“, weiß sie um die Vorteile der Anweisungen.

Auf den Austausch zwischen Anwälten und Psychologen setzt auch die Anwältin Sima Uhlmann, die Mitglied im Lörracher Arbeitskreis „Elternkonsens Lörrach“ ist. Darin sind Vertreter des Familiengerichtes, des Jugendamtes, der Anwaltschaft, der Beratungsstellen und der Mediatoren in der Regionen. Ziel dieses Kreises ist, die Kooperation der Fachkräfte zu klären und zu entwickeln – was mit dem gestrigen Netzwerktreffen erreicht werden sollte.

Bei der Tagesveranstaltung konnten die Teilnehmer über ihren Fachbereich hinaus blicken. Die psychologische Facette von Sorgerechtsstreitigkeiten war ebenso Thema wie Hintergründe zu Umgangsverweigerungen. Ein Kind, das nicht zum Vater will, wolle teilweise einfach den Konflikten zwischen den Eltern aus dem Weg gehen, hieß es.