Sportmix Akrobatik, Artistik und Ästhetik

Villingen-Schwenningen - „Heute hat man gesehen, wie modern und unterhaltsam Turnen sein kann!“ Jörg Hoppenkamps, der Geschäftsführer der STB Marketing und Event GmbH, strahlte zufrieden und freute sich mit dem Publikum über eine gelungene Premiere der TurnGala 2018/2019 „Reflexion“.

Nach zweieinhalb Stunden voller Akrobatik, Artistik und Ästhetik, rasanter Auftritte und berührenden, anmutigen Tanzszenen feierten jüngst die vor Begeisterung stehenden 1200 Zuschauer in der restlos ausverkauften Deutenberghalle in Villingen-Schwenningen die Protagonisten mit minutenlangem Applaus und rhythmischem Händeklatschen.

In der Tat: Was die TurnGala, die beliebte Familienshow, zum Jahreswechsel des Badischen Turner-Bunds (BTB) und des Schwäbischen Turnerbunds (STB), in ihrem abwechslungsreichen Programm zu bieten hatte, ist aller Ehren wert und würde jedem Varieté oder Zirkus zur Ehre gereichen.

So fällt es auch schwer, einzelne Nummern herauszupicken, sind doch alle auf ihre Art überragend und wunderbar. Zum Beispiel die Mädchengruppe des TV Truchtelfingen, die den Abend eröffnete, gefolgt von der Kindergruppe des MTV Ludwigsburg, die eine unterhaltsame Mischung von Bodenturnen, Sprüngen und Vorführungen mit Seil, Reifen und Band präsentierte und dafür vom Publikum begeistert gefeiert wurde.

Turnen auf zwei Barren und einem Trampolin

Der „Applaus-o-meter“ steigerte anschließend die Stimmung noch, denn dafür gab es einen 15000-Euro-Scheck der Sparda-Bank Baden-Württemberg für den örtlichen Ausrichter zur Förderung des Kinderturnens. STB-Präsidiumsmitglied Wolfgang Fleiner dankte den Sponsoren, aber auch den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und lobte: „Es ist schon eine sehr gute jahrelange Tradition, dass der TurnGala-Auftakt in Villingen-Schwenningen ausverkauft ist.“ Den Zuschauern gab er mit auf den Weg: „Wer sich heute animiert fühlt, sich zu bewegen und selbst etwas zu tun, der kann das in 1800 Vereinen mit über 700000 Mitgliedern im STB machen – dort gibt es für jeden ein passendes Angebot.“

Neue Wege geht das ShowProjekt „Turnen einmal anders“. Auf dem „Barrolin – einer Kombination aus zwei Barren und einem Trampolin – zeigten vier Turn-Profis einen schwungvollen Mix aus beiden Disziplinen, „garniert“ mit tollen Lichteffekten, flotter Musik und hohem Tempo. „Jonglissimo“, zwei Brüder aus Österreich, demonstrierten mit LED-Reifen und verblüffenden Reflexionen auf den drei Leinwänden eine verzaubernde Kür mit einer spannenden Mischung aus Jonglage, Theater und Technik. Bei ihren späteren Auftritten jonglierten die Brüder mit vier leuchtenden Keulen sowie bis zu fünf Bällen.

Die Frauen und Männer des Showteams der KTG Heidelberg und des SKC Halle zeigten am Schwebebalken eine Kombination turnerischer Klasse und hochkarätiger Rhythmischer Sportgymnastik (RSG).

Handstand-Akrobatik begeistert alle

Zwei Duos und ein Trio verschiedener Vereine aus Baden-Württemberg und Hessen demonstrierten „POWER Sportakrobatik“ mit Kraft und Eleganz. Teilweise drei Akteure aufeinander bis in eine Höhe von zirka fünf Metern, einarmige und beidarmige Handstände auf dem Kopf des Untermannes, unglaubliche Balance-Elemente und Hebefiguren rissen das Publikum zu Szenenapplaus hin.

Ein absoluter Höhepunkt präsentierte das kanadische Duo „Hand2Stand“. Ihre Handstand-Akrobatik auf „Stelzen“ ist hochprofessionell und reich an Emotionen. Atemberaubende Technik, von ihnen selbst entwickelt, loten die Möglichkeiten der Körperbalance im Duo neben- und miteinander aus. Einarmig oder beidarmig, zu ruhiger Musik, aber hektischen Verkehrsszenen auf die Leinwände im Hintergrund projiziert, mit dem abschließenden Höhepunkt eines „menschlichen Gürtels“ – sie windet sich mit unglaublicher Biegsamkeit um die Hüfte ihres Partners – gibt das Duo den Zuschauern ein perfektes Bild moderner Zirkuskunst.

Rhythmische Sportgymnastik vom Feinsten mit goldenen Reifen und Band unter Einbeziehung von Spiegelwänden zeigten die jungen Frauen der SKC Tabea. Blindes Vertrauen ineinander, Kraft und Eleganz vermittelten die beiden Artistinnen des Duos Sienna. Synchron, mit den Köpfen nach unten, nur mit dem Fußrücken oder in den Kniekehlen eingehängt, entwickelten sie am „Aerial Hoop“, einem in rund vier bis fünf Metern hängenden Reifen, eine Dynamik von packender Intensität.

Letzter Programmpunkt vor der Pause waren die jungen Japaner der Gruppe „Blue Tokyo“. Zu krachenden Gewittern, Blitz und Donner, aber auch ruhiger japanischer Musik präsentierten sich die Künstler mit Tempo, Präzision, Disziplin und Exaktheit am Boden, beim Seilspringen, mit Ringen und Reifen.

„Das war ein toller Auftakt ins WM-Jahr 2019“, wies Jörg Hoppenkamps abschließend auf den nächsten Höhepunkt hin – die Turn-Weltmeisterschaft im Oktober in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle.

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