Sportmix Bis die Socken qualmen

Joggen und Kilometer sammeln. Der TuS Adelhausen freut sich über jede Meldung.Foto: Christoph Soeder/dpa Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden-Adelhausen (mib). An Ringen oder Kinderturnen in der Halle ist derzeit nicht zu denken, die Olympischen Spiele in Tokio sind ebenfalls der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Der Sport fristet derzeit eher ein ödes Dasein. Sehr zum Leidwesen auch der Verantwortlichen des TuS Adelhausen.

Die Sehnsucht nach Mattenduellen und dem Sport im Allgemeinen ist riesig. Nun haben Tamara Kähny & Co. eine Aktion ins Leben gerufen, die die Gemeinschaft stärken soll und dafür sorgt, dass der TuS nicht ganz von der Bildfläche verschwindet. „Wir laufen nach Tokio“ heißt es auf dem Dinkelberg seit gut einer Woche.

Mitmachen kann und darf jeder, der gerne joggt, wandert, läuft, Gassi geht oder schwimmt. Nach Tokio sind es exakt 12 737 Kilometer, 666 Kilometer davon sind Wasserwege. Weil aber die Schwimmbäder geschlossen sind, wird die gesamte Strecke gelaufen. Es geht durch sieben Länder.

Alle Teilnehmer schicken nach getaner Arbeit eine Mail an social.media@tus-adelhausen.de oder stellen einen Screenshot der absolvierten Strecke auf die Plattformen wie Facebook oder Instagram. Der TuS zählt die Kilometer zusammen und informiert regelmäßig über den Gesamtstand.

„Wir haben diese Aktion in der Woche vor dem 1. Mai beim KSV Götzis aus Österreich entdeckt und fanden die Idee cool. Dann musste es ruckzuck gehen, weil ja viele am Mai-Feiertag spazieren gehen. Das wollten wir unbedingt mitnehmen. Es hat alles funktioniert und schon waren an einem Tag mehr als 190 Kilometer zusammengekommen“, freut sich Kähny über die tolle Resonanz.

„Wir sind positiv überrascht. Wir hatten mit einem täglichen Schnitt zwischen 50 und 100 Kilometer gerechnet.“ Am 8. Mai waren schon „sagenhafte“ 1390 Kilometer geschafft. „Wir haben die Grenze zu Weißrussland passiert“, freut sich Kähny. Im Schnitt gibt es pro Tag 23 Meldungen und 190 Kilometer.

Für Kähny soll diese Aktion in diesen schwierigen Zeit für Vereine den Zusammenhalt beim TuS stärken. „Wir sprechen alle an, wollen das Wir-Gefühl stärken, und die Rückmeldungen sind positiv“, sagt sie. Wer nicht laufen kann oder will, kann auch virtuelle Laufutensilien kaufen: Schuhe, Hosen, Energy-Riegel oder auch Blasenpflaster. „Die Schuhe sind bis Japan doch ziemlich ausgelatscht“, lacht Kähny.

Mit solch einer Aktion bleibe man zudem im Gespräch, und auch der finanzielle Gedanke spiele ein Rolle, erklärt Kähny, und verweist darauf, dass viele Veranstaltungen derzeit nicht stattfinden können. „Es läuft nichts. Es gab keine Bunny-Party und auch der Vatertag fällt flach. Damit sind wir nicht allein. Es geht gerade allen Vereinen so.“

Vielleicht werde man daraus auch eine Art Sponsorenlauf machen, schwebt ihr eine weitere Idee vor. Wenn es so weitergeht, ist es auch vorstellbar, dass man zurück nach Adelhausen das Flugzeug wieder links liegen lässt und nochmals los marschiert – quer durch sieben Länder.

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