Sportmix Das Treffen der Titanen

Die Oberbadische, 12.10.2017 00:54 Uhr

Die Tenniswelt blickt ab dem 21. Oktober gespannt nach Basel. Mit dem neuen Führenden Rafael Nadal und dem Weltranglisten-Zweiten Roger Federer starten die beiden Tennis-Helden schlechthin an den Swiss Indoors.

Basel (pd/nod/mib). Die beiden Titanen gewannen 2017 alle vier Grand Slam-Titel. Diese Konzentration auf zwei solche Siegspieler und Ausnahmekönner gab es in der Basler Geschichte noch nie. Die offizielle „Entry List“ aus Ponte Vedra (USA) weist zudem eine geballte Leistungsdichte auf. Der erste formelle Cut-off lag bei Nennschluss bei ATP-Rang 53.

Nach einer bisher turbulenten Saison mit vielen Verletzten und Absagen braucht jeder Veranstalter nebst Geschick auch eine Prise Glück, um in seinem Hauptfeld die zwei größten Zugnummern, den Ersten und Zweiten, zu präsentieren. Ein Spitzenduo des ATP-Rankings ist bereits einmal an den Swiss Indoors in Basel gestartet. Man schrieb das Jahr 1998, als Pete Sampras (USA/1) und Patrick Rafter (Australien/2) das Feld anführten.

Nadal und Federer verströmen nun mitreißenden „Drive und Power“, wie die Veranstalter mitteilen. Beide können bis zum Saisonende in der Rangliste voll punkten, nachdem sie 2016 ihre Saison nach Verletzungen vorzeitig hatten abbrechen müssen. „Das sind die unberechenbaren Gezeiten des Spitzensports“, sagt Turnierchef Roger Brennwald, der im Umgang mit den Stars besonderen Wert auf Kontinuität legt.

Der Schweizer Tennishöhepunkt serviert einmal mehr erlesene Spitzenqualität in der St. Jakobshalle. Der kroatische Titelhalter Marin Cilic erlebt als ATP-Nummer fünf sein Karrierehoch. Wie prominent das Teilnehmerfeld besetzt ist, dokumentiert der Fall von Juan Martin del Potro. Der zweifache Champion und Publikumsliebling findet nach jetzigem Stand der Dinge als ATP-Nummer 24 in der Setzliste (sie umfasst acht Cracks) keinen Unterschlupf.

Das gesamte Rüstzeug für den Titel bringt das athletische Kraftpaket Nick Kyrgios (ATP 20) mit. Der temperamentvolle Australier tritt erstmals in der Schweiz an. Als anerkannter Brückenkopf der Schweiz im Welttennis präsentieren die Swiss Indoors immer wieder neue Gesichter, darunter den Südkoreaner Hyeon Chung (ATP 44) oder den als zäh geltenden Spanier Roberto Bautista Agut (ATP 13), der in dieser Saison die Titel in Winston Salem (North Carolina) und in Chennai (Indien) holte.

Immer mehr in den Brennpunkt rücken die beiden kanadischen Aufsteiger: Das 17-jährige Wunderkind Felix Auger-Aliassime (ATP 162), der eine Wildcard für die Qualifikation bekommt, und Denis Schapovalov (ATP 51), der derzeit jüngste Profispieler im Kreis der Top 100.

Die Vereinigten Staaten, seit geraumer Zeit ohne Präsenz in den TopTen, entwickeln mit Emigrantensohn Frances Tiafoe neue Hoffnungen. Der ungemein kräftige, drahtige dunkelhäutige Athlet, dessen Eltern aus Sierra Leone stammen, folgt mit 19 Jahren einer steilen Leistungskurve. Als ATP-Nummer 71 figuriert er in Basel zunächst in der Warteposition. Unabhängig davon entschied sich Tiafoe, in Basel in der Qualifikation zu starten, mit dem Ziel, den Vorstoß ins Hauptfeld zu schaffen.

Die Eröffnungszeremonie am Super Monday mit Amy Macdonald und der Basel Sinfonietta beginnt um 17.30 Uhr. Anschließend folgt das Auftaktspiel von Rafael Nadal. Rekordhalter Roger Federer wird erst am Dienstag ins Geschehen eingreifen. 

Einziger deutscher Spieler, der sicher in Basel mit von der Partie ist, ist Mischa Zverev (ATP 27). Er unterlag im vergangenen Jahr erst im Halbfinale dem späteren Sieger Marin Cilic knapp mit 6:4, 5:7 und 3:6.

Zverevs Landsleute wie Jan-Lennard Struff (ATP 58), Florian Mayer (ATP 66), Peter Gojowczyk (ATP 69) oder Cedrik-Marcel Stebe (ATP 80) werden wohl die Qualifikation bestreiten müssen.

 
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