Sportmix Der Wohlfühlfaktor ist hoch

Die Oberbadische, 13.02.2018 12:32 Uhr

Tolle Auszeichnung: Tabea Tabel, die beim KSV 02 Lörrach das Gewichtheber-ABC erlernt hat und nun beim Bundesligisten AC Mutterstadt an die Hantel geht, ist zur „Gewichtheberin des Jahres 2017“ gekürt worden.

Von Mirko Bähr

Lörrach. Eine Fachjury aus ausgewählten Journalisten und den Bundesausschuss-Mitgliedern des Verbandes nahmen die traditionelle Wahl vor. Tabel, die im November 2017 bei der U23-Europameisterschaft in Albanien Bronze im Reißen, Stoßen und dem Olympischen Zweikampf ergatterte, strahlt über beide Ohren: „Für mich bedeutet die Auszeichnung sehr viel. Ich habe mich total gefreut.“

Mit dieser Ehrung sei ihr nun klar geworden, dass sie „so langsam“ in der Liga, in der „unsere starken Mädels“ wie Julia Schwarzbach oder Christin Ulrich agiert haben, angekommen sei. „Das waren die besten Gewichtheberinnen in Deutschland, haben aber aufgehört.“

Und die würdige Nachfolgerin scheint gefunden worden zu sein. Das Abschneiden in Albanien war das Beste einer deutschen Athletin bei internationalen Titelkämpfen überhaupt. Der Wechsel vom KSV Lörrach nach Mutterstadt scheint sich auszuzahlen. „Es war, so glaube ich, der richtige Schritt, in die 1. Bundesliga zu gehen“, sagt die Stabsunteroffizierin der Bundeswehr.

In Mutterstadt habe sie sich sehr gut eingelebt. „Die ganze Mannschaft und die Fans haben mich gleich ins Herz geschlossen“, freut sie sich. „Es macht viel Spaß“, so Tabel, die zu den besten Frauen im Oberhaus zählt. Auch der Verein ist angetan vom Neuzugang aus der Lerchenstadt: „Talent und Trainingsfleiß zeichnen Tabea aus. Sie ist noch jung und wird sich bei uns weiterentwickeln. Wir sind froh, dass sie für uns hebt,“ macht der Sportliche Leiter Stefan Mohr klar.

EM- und WM-Teilnahme 2018 die großen Ziele für Tabea Tabel

Es läuft rund in Rheinland-Pfalz. Der AC grüßt von der Tabellenspitze. Im letzten Duell gegen den SC Pforzheim schlug ein 649,6:466,4-Erfolg zu Buche. Tabel brachte sechs gültige Versuche in die Wertung und holte in ihrem ersten Wettkampf nach mehrwöchiger Trainingspause 100 Zähler. „Irgendwie fühlt es sich an, das ich hier schon länger hebe“, beschreibt Tabel das Wohlfühlklima.

Auf den Lorbeeren ausruhen, das ist nichts für Tabel. Ein relaxter Wellness-Tag in Sinsheim darf es sein, mehr aber auch nicht. Denn: Die 21-Jährige will zur EM, die Ende März in Rumänien stattfindet. Tabel muss das Ticket aber erst noch lösen. Und zwar am 10. März, wenn der Bundesliga-Spitzenkampf gegen Speyer über die Bühne geht. „Dort sollte ich 220 Kilogramm im Zweikampf machen. Das heißt, ich benötige Bestleistung. Nicht mehr und nicht weniger.“

Tabel ist jedenfalls guten Mutes: „Das Training“ läuft super bis jetzt.“ In dieser Woche geht für 14 Tage ins Trainingslager nach Kienbaum ins Bundesleistungszentrum. Dort bereiten sich die deutschen Nationalmannschaftsheber zusammen mit den Japanern auf die kommenden Aufgaben vor. Oder anders formuliert: „Da werden ordentlich Gewichte geschrubbt.“

Für Tabea Tabel steht jedenfalls fest, was sie 2018 in ihrem Sport so alles erreichen möchte. „Wie jedes Jahr soll eine neue Bestleistung stehen. Ich will unbedingt zur Weltmeisterschaft Ende des Jahres und natürlich bei der EM in Rumänien gut abschneiden.“ Beste Voraussetzungen also um die Auszeichnung als deutsche Gewichtheberin des Jahres zu verteidigen.

 
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