Sportmix Drei Degerfelder sorgen für Furore

Die eSports-Asse des FV Degerfelden (von links): Dominik Brockmann, Nico Möller und Marcel Hölterhoff.Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Während im Amateurbereich der Ball noch ruht, geht es beim eSports um Titel. Ein eSports-Trio des FV Degerfelden sorgt aktuell für mächtig Furore. Der Traum von Berlin ist zwar ausgeträumt, doch die Zukunft ist vielversprechend.

Von Fabian Schreiner

Rheinfelden-Degerfelden. Es hat nicht viel gefehlt für den FV Degerfelden an der Playstation beim Qualifikationsturnier zum DFB-ePokal. Zwei Siege fehlten Nico Möller, Dominik Brockmann und Marcel Hölterhoff letztlich, um in die Hauptrunde einzuziehen. “Das wäre schon der Wahnsinn gewesen. Schließlich haben sich nur die besten vier von 230 Mannschaften qualifiziert”, blickt Möller stolz zurück.

Seit dem vergangenen Sommer bildet der 32-Jährige gemeinsam mit „Brocky 95” und „Marcinho1992” das eSports-Team beim FV Degerfelden. Zu verdanken ist das Degerfeldens Sportchef Kai Weber. „Wir kannten uns bereits. Kai hat mich kontaktiert, und so führte eins zum anderen.”

Brockmann kennt Möller noch aus seiner Zeit bei der SG Grenzach-Wyhlen. Zudem sind die beiden gemeinsam in einer Fasnachts-Clique. Hölterhoff lernte Möller in der FIFA-Szene kennen. Der 28-Jährige kommt aus Dortmund. Zusammen startete das Trio im Sommer bei der inoffiziellen Südbadischen Meisterschaft, die vom VfR Hausen ausgerichtet wurde – und überraschte prompt. Punktgleich mit dem TuS Legelshurst, aber mit der besseren Tordifferenz holte sich der FVD den Titel. “Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir dieses Turnier gewinnen. Hausen hatte sogar einen Top-100-Spieler dabei”, sagt Möller und fügt hinzu: „Vor dem ersten Spiel war ich sehr nervös. Es war eine Ehre für uns, für den FV Degerfelden zu spielen.”

Nach dem Turniersieg gönnten sich Möller und Brockmann ein Bierchen. „Groß gefeiert haben wir aber nicht.” Einmal pro Woche trainierten die drei zusammen, indem sie gegeneinander gespielt haben. Vor den Turnierspielen wurden dann auch noch einmal ein, zwei Matches absolviert.

Möller war es von vornherein bewusst, dass es daher schwer werden würde, beim DFB ePokal mitzuhalten. „Uns war klar, dass wir da auf stärkere Teams treffen werden.” Doch als Außenseiter schlug sich Degerfelden mehr als tapfer. Gegen den SV Niedernhausen (Hessen), SV Vötting-Weihenstephan (Bayern) und den SV Waldgirmes (Hessen) behielt das Trio die Oberhand, doch gegen den SV Lord-Lerchenau aus München war schließlich Endstation.

„Wir haben es gut gemacht”, befand Möller, der auf die Trostrunde hoffte. „Der Zug für dieses Turnier ist aber wegen Corona nun abgefahren. Das ist schade. Der Traum von Berlin ist nun ausgeträumt, aber wir machen weiter.” Möller: „Sobald das nächste größere Turnier stattfindet, sind wir wieder dabei. Wir stehen ja auch noch ganz am Anfang, haben erst zwei Turniere gespielt. Kai will das weiter voranbringen und unser Team aufstocken”, versichert der Lagermeister aus Warmbach.

Weber, der auch als Spielertrainer der Degerfelder „Zweiten”, fungiert, unterstützt die eSports-Abteilung, wo er kann“. „Jeder, der Lust und Ehrgeiz hat, kann dazustoßen.” Und weiter: „Geradie junge Leute wollen wir darauf aufmerksam machen. Vielleicht bekommen wir dadurch für unseren Aktiv-Verein neue Spieler.” Für die Zukunft sollen die Jungs zudem mit einem Trikot ausgestattet werden.

Bis zum nächsten Turnier trainieren Möller und Co. weiter fleißig an der Konsole. Der ehemalige Torwart begann 2007 mit dem FIFA-Zocken. Seit knapp einem Jahr streamt er nun sogar auf Facebook und Twitch. Und das fast täglich. „Nur am Dienstag gibt es keinen Stream. Das ist mit der Frau vereinbart”, lacht Möller und erklärt: „Auf Facebook sind es mittlerweile schon 3200 Abonnenten. Bei meinen Streams sind zwischen 50 und 150 Zuschauer live dabei. Damit hätte ich nie gerechnet.”

Anfangs, so Möller, sei es schon komisch gewesen, zu streamen, aber irgendwann vergesse man die Kamera. „Die Kommunikation mit der Community ist echt top. Man unterstützt sich gegenseitig.” Sogar ein kleines Taschengeld bleibt für „Möllis FIFA Stream”, wie er sich auf Facebook nennt, am Ende des Monats übrig. Fußballspielen selbst kann Möller allerdings nicht mehr. „Ich habe da verletzungsbedingt einen Schlussstrich gezogen.”

Was ist nun der größte Unterschied zum Fußball auf dem Platz? „Es ist ein Teamsport. Das ist ja auch das, was es ausmacht, aber an der Konsole bist du in der Regel auf dich alleine gestellt.”

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