Sportmix EHC kassiert Last Minute-Pleite

Auch Cam Spiro trägt sich in Bad Nauheim für den EHC Freiburg in die Torschützenliste ein.Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Dreimal ist der EHC Freiburg in Bad Nauheim in Führung gelegen. Genutzt hat das am Ende wenig. Denn die Hausherren erzielten sechs Sekunden vor der Schlusssirene in Überzahl den Siegtreffer. Mit 4:5 (2:1, 2:3, 0:1) mussten sich die Freiburger geschlagen geben und konnten somit im Kampf um den zweiten Rang in der DEL2-Hauptrunde keinen Boden gutmachen.

Freiburg (pd/mib). 5:4? Bad Nauheim? Siegtreffer kurz vor Schluss? Da war doch was? Richtig. Es ist nicht lange her, dass der EHC gegen die Roten Teufel sein Heimspiel mit 5:4 für sich entscheiden konnte. Exakt 0,4 Sekunden vor dem Ende gelang den Breisgauern der entscheidende Treffer. Jetzt war es also genau umgekehrt. Diesmal durften die Hessen spät jubeln. Kelsey Tessier war sechs Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit erfolgreich.

Die Breisgauer profitierten also nicht von der Heimpleite des Tabellenzweiten Bad Tölz gegen Frankfurt. Die Wölfe belegen drei Spiele vor dem Ende der Hauptrunde weiter Platz drei. Die punktgleichen Bietigheimer konnten ihre Partie gegen Kassel nicht austragen. Aus Sicherheitsgründen – Corona-Fall beim letzten Gegner Heilbronn – wurde diese Begegnung auf den 13. April verlegt.

Den Freiburgern gelang ein perfekter Start ins Spiel. Gleich ihre erste Möglichkeit konnten sie im ersten Drittel im gegnerischen Gehäuse unterbringen. Patrick Kurz hatte Simon Danner im Slot lanciert, der den Puck entscheidend abfälschen konnte – 1:0 (4.).

Die vierte Sturmreihe sorgte weiter für offensive Akzente, ehe die Gastgeber besser ins Spiel fanden und zu Großchancen kamen. Aber EHC-Schlussmann Ben Meisner war auf der Höhe. Die Roten Teufel setzen weiter nach und kamen in Minute 15 zum verdienten Ausgleich durch James Arniel. Bad Nauheim blieb am Drücker. Die Führung schien nur eine Frage der Zeit zu sein.

Das Tor machten überraschenderweise die Gäste. 25 Sekunden vor dem Drittelende war es wieder die vierte Reihe, die jubeln durfte. Marc Wittfoth hatte Jake Ustorf perfekt aufgelegt.

Bad Nauheim stürmt, Freiburg trifft

Über weite Strecken des Mittelabschnitts war Bad Nauheim die aktivere und bessere Mannschaft. Huba Sekesi war es, der nach etwas mehr als einer Minute einen kapitalen Fehlpass der Freiburger nutzte und zum 2:2 einnetzte. In der Folge hatten Cason Hohmann, Tessier oder Christoph Körner die Führung gleich mehrmals auf dem Schläger.

Wieder aber erzielten die Freiburger den Treffer. Erstmals hatte sich der EHC im gegnerischen Drittel festspielen können, ehe Cam Spiro am schnellsten reagierte und das 3:2 (28.) markierte. Bad Nauheim wirkte für einen Moment geschockt, und fast hätte das Freiburg nach einem Konter und einem Schuss aus aussichtsreicher Position durch Peter Spornberger auch ausgenutzt.

Die Hessen fingen sich wieder. Nach einem Doppelschlag lagen sie dann sogar in Front. Zunächst staubte in der 30. Minute Stefan Reiter ab und keine zwei Minuten später stand Daniel Bruch goldrichtig, als der Puck vom Pfosten zurücksprang.

Nun wogte das Spiel hin und her. Während die Gastgeber immer wieder an Meisner scheiterten, war es auf EHC-Seite Kapitän Simon Danner, der den Torhüter des Gegners verladen konnte – 4:4 (39.).

Im Schlussabschnitt war es der EHC Freiburg, der nun einen Gang höher schaltete. Und er hatte Mitte des Spieldrittels die riesige Chance, zum vierten Mal in Führung zu gehen. Zunächst scheiterte Nikolas Linsenmaier bei angezeigter Strafe gegen Bad Nauheim an Keeper Felix Bick und kurz darauf traf Cam Spiro in Überzahl nur die Latte.

Linsenmaiers Versuch nahmen die Schiris nochmals unter die Lupe. War die Scheibe etwa hinter der Linie? Auch die Kamerabilder konnten dieses Rätsel nicht zu 100 Prozent lösen, so dass die Referees bei ihrer Entscheidung „Kein-Tor“ blieben.

In den verbleibenden zehn Minuten erspielten sich beide Mannschaften weiterhin teils große Chancen, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Fast alle. Denn in der 60. Minute, als Freiburg seine zweite Strafzeit des Spiels kassierte, war es Tessier, der nach schönem Spielzug und sehenswerter Drehung das entscheidende 5:4 für seine Farben erzielte. Viel Zeit, um sich über diesen späten Gegentreffer zu ärgern, haben die Freiburger nicht.

Denn schon heute Abend steht die Revanche auf dem Spielplan. Dann reisen die Freiburger erneut nach Bad Nauheim. Eröffnungsbully ist um 19.30 Uhr. Freitag geht es dann nach Landshut, ehe am Sonntag im letzten Hauptrundenmatch die Frankfurter Löwen in den Breisgau kommen.

Tore: 0:1 (03:22) Simon Danner (Patrick Kurz, Jake Ustorf), 1:1 (14:32) James Arniel (Frédérik Cabana), 1:2 (19:35) Jake Ustorf (Marc Wittfoth, Peter Spornberger), 2:2 (21:19) Huba Sekesi (Marvin Ratmann), 2:3 (27:28) Cam Spiro (Nikolas Linsenmaier, Jordan George), 3:3 (29:52) Stefan Reiter (Noureddine Bettahar, Tomas Schmidt), 4:3 (31:30) Daniel Bruch (Leon Köhler, Nicolas Cornett), 4:4 (38:25) Simon Danner, 5:4 (69:54) Kelsey Tessier (James Arniel, Tomas Schmidt) - PP1. Strafminuten: Bad Nauheim 2, Freiburg 4.

Der Klassiker ist wieder da: Lesen Sie das ePaper bis zum Jahresende für nur 89 Euro! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Angela Merkel

Die Kanzlerfrage beschäftigt die Union. Wer wäre Ihrer Ansicht nach der bessere Kanzlerkandidat: Armin Laschet oder Markus Söder?

Ergebnis anzeigen
loading