Sportmix Ein Rücktritt, der unglaublich weh tut

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Die Nachricht kam digital, nicht aus dem Nichts. Seit Wochen mehrten sich die Zweifel über seine Zukunft am Court, nachdem im Frühsommer noch der feste Entschluss und der eiserne Wille von Roger Federer vorherrschten, an den Swiss Indoors zu starten.

Basel (pd/nod). Jetzt wurde die Vorfreude von der Nachricht des Rücktritts abgelöst. Dies bedeutet für das Team der Swiss Indoors einen äußerst emotionalen Moment, begleitet vom Gefühl der großen Dankbarkeit, Roger Federer insgesamt 19-mal beim Schweizerischen Tennishöhepunkt hautnah gesehen und miterlebt zu haben.

Emotionen sind wahre Entscheider. Es war für mich als Vorsitzender der Organisation und für mein ganzes Team ein Privileg, während zwei Dezennien den Jahrhundertspieler mitbegleitet zu haben. Er hat das Welttennis über zwei Tennisgenerationen geprägt und in dieser Zeit auch unser Turnier in unserer Heimatstadt.

Legende noch einmal im Lichtkegel der Scheinwerfer

Wie der Schwede Björn Borg in den Anfängen der Turniergeschichte hat Roger Federer das Turnier auf eine neue Hochebene geführt. Allein seine zehn Titel zu St. Jakob bedeuten eine Marke für die Ewigkeit, stellen aber in seinem historischen Palmarès nur einen Puzzleteil dar.

Im Fall des grandiosen Entertainers, diesem Frank Sinatra des Tennis, ist das positive Gefühl ein Engagement, das den Augenblick übertrifft. Es keimen die Erinnerungen an magische Momente und Nächte in packenden Spielen gegen die Weltbesten in Basel. Wir denken an die vielen Duelle gegen „Tenöre“ wie Rafael Nadal, Novak Djokovic, Juan Martin del Potro, Andy Roddick und andere mehr. Roger Federer vertiefte gegen den Rest der Welt die Reputation der Swiss Indoors, „The Name of the Game“ zu sein.

Aus der großen Tennisfamilie ragte Roger Federer mit seinem Profil, mit seinem Variété der Technik heraus. Das Schwierigste an seinem Tennisspiel war die Leichtigkeit. Der Jahrhundertsportler wirkte als Künstler mit dem Racket, als Maler mit einem feinen Pinselstrich. Er machte das Tennis zur Kultur als Mittel zum höchsten sportlichen Sein. Eine seiner besten Entscheidungen fällte er dabei mit elf Jahren, an den Swiss Indoors als Ballboy mit von der Partie zu sein. Das unverbrauchte Talent ließ sich im Kontakt mit den Weltstars von den Vorbildern inspirieren. Jahre später inspirierte „Tennis made by Federer“ weltweit Millionen am Bildschirm oder live in den Arenen.

Die riesige Fangemeinde, die Partner und Supporter der Swiss Indoors freuen sich darauf, wenn die Legende in diesem Jahr noch einmal den abgedunkelten Center Court im Lichtkegel der Scheinwerfer von Basel betreten wird. Wir werden Roger Federer zu St. Jakob gebührend verabschieden.

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