Sportmix „Er hinterlässt eine brutal große Lücke“

US-Boy Aromeo Grigsby wird im Mai wieder in seine Heimat zurückkehren.Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Die Macher des CVJM Lörrach sind nicht nur im Allgemeinen, sondern auch im Besonderen nicht gut auf das Coronavirus zu sprechen. Wegen der Pandemie verliert der Männer-Oberligist seinen besten Spieler. Aromeo Grigsby sieht in der Grenzecke beruflich keine Perspektive und hat sich entschlossen, in seine Heimat USA zurückzukehren.

Von Uli Nodler

Lörrach. Damit geht im Mai eine Erfolgsgeschichte zu Ende. Begonnen hatte sie vor neun Jahren, als der College-Basketballer Grigsby mit dem New Release-Basketballteam auf seiner Europa-Tournee mit einem Basketball-Camp in Lörrach beim CVJM Station machte.

Grigsby fand den Verein derart anziehend, dass er blieb und den Verein mit Sozialarbeit unterstützte, in der Basketball-Abteilung in der erstern Mannschaft spielte und außerdem noch Jugendmannschaften coachte.

Eigentlich bleiben die jungen US-Basketballer ein bis zwei Jahre beim CVJM. Doch Grigsby ist die große Ausnahme. Ihm gefiel der Verein und auch die Grenzecke. So wurde er sesshaft, heiratete und gründete eine Familie. Eitel Sonnenschein also beim Verein und im Hause Grigsby. „Aromeo war im Verein sehr beliebt. Er war bei uns völlig integriert. Seine Rückkehr in die Staaten trifft uns auch vom sozialen Standpunkt aus gesehen“, betont CVJM-Vorsitzender Siggi Burkhart.

Traurig ist auch Trainer Matthias Blum: „Mit Aromeo verlieren wir unseren besten Spieler. Er war maßgeblich am Aufstieg in die Oberliga beteiligt. Saison für Saison war er in der Landes- oder Oberliga nicht nur unser bester Scorer, sondern auch jener der gesamten Liga. Aktuell ist er nicht zu ersetzen. Er hinterlässt eine brutal große Lücke. Wir verlieren mit ihm auch einen tollen Menschen, der sich immer in den Dienst des Teams gestellt hat.“

Corona hat Grigsby die Lebensgrundlage in Lörrach entrissen. Natürlich konnte der CVJM-Topmann mit seiner Anstellung im Verein keine Familie ernähren. Zunächst arbeitete Grigsby in einer Druckerei, dann wechselte er in eine Abteilung des Kreiskrankenhauses. Dort arbeitete er mit großem Engagement und Begeisterung. Doch dann wurde die Abteilung wegen Corona geschlossen. Und Grigsby stand auf der Straße.

Verzweifelt suchten er und die CVJM-Verantwortlichen mehr als vier Monate nach einer neuen Betätigung. Doch die Pandemie machte alle Anstrengungen zunichte. So blieb für Grigsby nur noch der Ausweg, mit seiner Familie in die USA zurückzukehren. „Mir blutet das Herz, dass dieser feine Mensch und großartige Basketballer Lörrach verlassen muss. Er hat unserem Verein unheimlich viel gegeben. Wir werden Aromeo unglaublich vermissen“, lässt Burkhart bei einem Pressetermin seinen Gefühlen freien Lauf.

Für Aromeo Grigsby und seine Familie beginnt nun in Tuscon/Texas ein neuer Lebensabschnitt. „Möge er dort glücklich werden. Wir werden ihn nicht vergessen. Und Tuscon ist nicht aus der Welt. Ich freue mich jetzt schon, ihn wiederzusehen“, sagt ein emotional gestresster CVJM-Boss mit feuchten Augen.

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