Sportmix Glocke läutet eine Runde zu früh

Kurioses Ende: Finja Lipp wird DM-Dritte. Foto: zVg/Patrick Sauer

Von Mirko Bähr

Rheinfelden-Nollingen. Wenn bei einer Sportveranstaltung die Glocke läutet, dann ist klar, es steht die letzte Runde auf dem Plan. Eigentlich ganz einfach, oder? Was aber, wenn die Glocke zu früh läutet und plötzlich niemand mehr so recht weiß, wie es nun weitergeht? So geschehen bei den Deutschen Meisterschaften der Mountainbiker. Dieses Verwirrspiel hat nun Finja Lipp die Silbermedaille gekostet.

Sicherlich: Der dritte Platz ist aller Ehren wert. Gerade in diesem starken Feld der U19-Juniorinnen, wo gleich mehr als eine Handvoll Sportlerinnen für den Titel infrage kamen. Und doch bleibt ein fader Beigeschmack. Denn für die 18-Jährige vom Team Orbea-Serpentine Velosport war noch mehr drin.

Angesetzt war laut Vater Daniel Lipp ein Rennen mit Startrunde und weiteren vier großen Runden. Mit dieser Info gingen die Teilnehmerinnen im hessischen Gedern auch auf die Strecke. Für Lipp lief es denn auch richtig gut. Auf einer ihrer Lieblingsstrecken mischte sie vorne mit, lag zeitweise sogar in Führung.

Als es dann in die zweitletzte Runde ging und sich die 18-jährige von der SG Rheinfelden mit rund zehn Sekunden Rückstand auf die Führende Sina van Thiel (RSC Auto Bosch Kempten) noch in Schlagdistanz befand, wurde „unerklärlicherweise die Glocke geläutet“, wie Daniel Lipp erklärt.

Während also die Fahrerinnen weiterfuhren, gab es am Streckenrand hektische Diskussionen zwischen Betreuern und Offiziellen. Lipp: „Niemand wusste so richtig, was jetzt passiert. Wird das Rennen nun etwa vorzeitig beendet oder nicht?“

Als die beiden Führenden wieder in den Start/Zielbereich kamen, gingen sie davon aus, dass die vorher festgelegte Distanz absolviert wird. „Das sagte auch der Sprecher so“, kann es Daniel Lipp nicht fassen. Die bis dato Drittplatzierte, Alexa Fuchs (SV Reudern/Stevens MTB Racing Team), dagegen setzte zum Schlusssprint an. Sie überholte die Nollingerin, die den Sprint nicht mitmachte, da sie mit einer weiteren Runde rechnete. Pustekuchen. Denn das DM-Rennen wurde dann doch vorzeitig beendet und Lipp als Dritte gewertet.

„Die neue Deutsche Meisterin und auch die Vizemeisterin sind zweifellos sehr starke Fahrrinnen und eine Bronzemedaille von daher auch Grund zur Freude. Doch nach diesem Rennverlauf ist es für Finja eine Enttäuschung, da durch das abrupte Rennende ihr die Möglichkeit genommen wurde, in der letzten Runde nochmals zu attackieren“, unterstreicht Daniel Lipp.

Titelträgerin van Thiel fuhr nach 49:41 Minuten ins Ziel, Fuchs folgte 13 Sekunden dahinter. Lipp benötigte in Gedern 49:56 Minuten und folgte dicht dahinter.

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