Sportmix Smolinski der „Speed-König“

Die Oberbadische, 12.08.2018 15:12 Uhr

Martin Smolinski hat es mal wieder allen gezeigt. Der 33-Jährige aus Olching bei München, der auch in der Speedway-Bundesliga fährt, holte sich den Titel „Speed-König“ am Wochenende bei den Hertinger Grasbahnrennen, die erneut erfolgreich vom MSC Rebland ausgerichtet wurden. Die beiden Renntage standen unter dem Motto „Speed Nights“.

Von Gerd Lustig

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Bad Bellingen-Hertingen. Der Konkurrenz gab Smolinski in den Läufen auf dem 510 Meter langen Markgräflerring in der Internationalen Solo-Klasse meist das Nachsehen. Er gewann alle seine drei Vorläufe, sodass ihm im Finale ein zweiter Platz hinter Mathieu Tresarrieu, dem Weltmeister auf der Landbahn und derzeit Zweitplatzierten in der Gesamtwertung, zum Tagessieg reichte.

Der Schnellste war Smolinski auch bei der Ausscheidung um den Bahnrekord auf dem Markgräfler Ring, die kurz vor dem Endlauf unter Flutlicht inszeniert wurde. Neben Tresarrieu und dem Briten Andrew Appleton hatte er sich für den Wettbewerb qualifiziert. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 97,60 Stundenkilometern auf der „fliegenden Runde“ ließ er seine Kontrahenten um ein bis eineinhalb Stundenkilometern hinter sich und nahm den Siegerpokal nebst Scheck mit nach Hause.

Dass der Bayer nicht ganz an den Bahnrekord herankam, störte den 33-Jährigen wenig. Den hatte der Olchinger ja vor zwei Jahren mit einer Speed von 100,21 Stundenkilometern selbst aufgestellt. „Hauptsache der Schnellste“, lachte er bei der Siegerehrung kurz nach Mitternacht.

Gut Lachen hatte da auch ein weiterer Deutscher in der Internationalen Solo-Klasse, nämlich Max Dilger aus Lahr. Der 29-Jährige, ebenfalls Speedway-Bundesligafahrer sowie zuletzt EM-Achter auf der Langbahn und Sieger beim Sandbahnrennen in Altrip, fuhr beherzte Rennen. Einen von seinen drei Vorläufen gewann er, bei den beiden anderen wurde Dilger jeweils Zweiter. Im Finale musste er sich zwar mit dem vierten Platz begnügen. Letztlich reichte es für Dilger aber aufs Treppchen, und das noch vor dem mehrfachen Hertinger-Champion Andrew Appleton. Die Plätze fünf und sechs belegten die beiden Tschechen Martin Malek und Hynek Stichauer.

Eine klare Angelegenheit war die Entscheidung in der internationalen Seitenwagen-Klasse. Das Gespann William Mattheijssen/Sandra Mollema aus den Niederlanden holte jeweils die volle Punktzahl bei allen Vorläufen und ließ auch im Finale nichts anbrennen. Das aussichtsreich vor dem Endlauf auf Rang zwei liegende deutsche Duo Markus Venus/Markus Heiß hatte allerdings Pech und fiel nach einen Getriebeschaden aus und damit noch auf Rang drei zurück. Auf Platz zwei fuhren die beiden Briten Josh und Scott Goodwin.

Die Enduro-Klasse bot den Startern aus der näheren und weiteren Umgebung von Hertingen eine wunderbare Plattform. Hier stahl der Lokalmatador vom MSC Rebland, Loris Dickau aus Hertingen, allen die Schau. Er dominierte am ersten Renntag alle Läufe, in denen er an den Start ging, nach Belieben. Das hieß, dass er einer von zehn Teilnehmern war, die auch tags drauf erneut Rennen bestreiten durften. Auch hier war kein Kraut gegen Dickau gewachsen. Er ließ sich auch von zahlreichen Startabbrüche, verursacht durch Stürze auf der Bahn, bei denen aber den Fahrern glücklicherweise nichts passierte, nicht aus der Spur bringen. „Einfach Vollgas geben und jedes Rennen gewinnen“, gab er sich selbst die Marschroute. Und er hielt Wort. Er beendete alle Läufe als souveräner Sieger. Auf Platz zwei schaffte es Moritz Fehrenbacher (Kandern) vor Alex Tröndlin (Schliengen). Das war im Übrigen auch die gleiche Reihenfolge wie am ersten Renntag.

Nationale Solo-Klasse: 1. Dennis Helfer (Weilheim), 2. Sascha Stumpe (Wagenfeld), 3. Fabien Neid (Schwarme).

Junioren B: 1. Sarah Fischer (Augsburg), 2. Cyrill Hoffmann (Geisenhausen), 3. Kimi Weber (Beilheim).

 
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