Bezirk Oberrhein - Den jüngsten Bezirkstag nahm Philipp Krämer, Präsident des Badischen Leichtathletik-Verbandes (BLV), zum Anlass, um den Leichtathleten des Bezirk Oberrhein einen Besuch abzustatten.

Unser Mitarbeiter Gerd Lustig sprach mit Krämer, der seit acht Jahren an der Spitze des BLV steht, am Rande der Versammlung über die aktuelle Sorgen und Nöte der Leichtathletik in Baden.

Herr Krämer, wie sehen Sie grundsätzlich den BLV aufgestellt?
Von den bundesweit 20 Landesverbänden ist der BLV einer der erfolgreichsten. Das hat sich jüngst bei der Europameisterschaft in Berlin gezeigt. Da haben wir nicht nur das größte Teilnehmerfeld gestellt, unsere Athleten waren auch sehr erfolgreich und haben beispielsweise mehr Länderpunkte geholt als die Schweiz und Österreich zusammen.

War es nicht so, dass diese erfolgreichen Athleten überwiegend in den Stützpunkten Mannheim, Karlsruhe und Offenburg betreut wurden?
Da muss ich Ihnen Recht geben.

Und wie stets um den hiesigen Bezirk?
Nun, der Bezirk Oberrhein ist sehr rührig und erfolgreich, wenn auch nicht ganz in der Landesspitze. Er ist dennoch sehr wichtig für uns. Und auch wenn es aktuell kein Führungs-Duo gibt, so ist der Bezirk ein verlässlicher Partner.

Hat er aber nicht landauf, landab Probleme, die älteren Jugend-Jahrgänge bei der Stange zu halten?
In der Tat, da gibt es Probleme, warum soll das hier auch anders sein wie andernorts.

Und was tut der Verband dagegen?
Wir haben die Ausbildung der Übungsleiter intensiviert, schon seit Jahren. Qualität ist gefragt. Gerade gute Trainer und Übungsleiter sind wichtig, so dass auch die älteren Jugendlichen, die ja durch Schule und Beruf stark gefordert sind, bei der Leichtathletik bleiben. Der Sport muss in erster Linie Spaß machen, damit auch motiviert trainiert wird und Wettkämpfe bestritten werden.

Und das hat schon etwas gebracht?
Ja. Wir sind dabei, den Trend umzukehren. Noch ist aber der Bedarf an Übungsleitern und Trainern nicht gedeckt. Wie gesagt, gerade sie sind das Rückgrat der Leichtathletik, auch im Bezirk Oberrhein. Der BLV hat daher nochmals das Lehrgangsangebot erweitert. Es muss natürlich auch genutzt werden.

Ist die Randlage des Bezirks nicht ein wenig hinderlich?
Gewiss, im tiefsten Südwesten sind alle Wege weit. Ich sehe es aber auch für den Oberrhein künftig positiv. Es gibt fast überall gute Wettkampf- und Sportstätten.

Und seit einigen Jahren mit Christoph Geissler auch einen Landestrainer.
Genau, der Christoph, der auch noch eine Kindersportschule betreibt. Er leistet hier tolle Arbeit. Es war vom BLV auch mal eine Vollzeitstelle geplant. Das hat sich aber leider wieder zerschlagen. Ganz vergessen habe ich diesen Plan aber nicht.