Von Mirko Bähr

Cairns. Mit Vollgas durch den Dschungel: Für die beiden Cross-Country-Spezialisten vom Hochrhein wird es bereits heute ernst. Sabine Spitz (Murg-Niederhof) und Tim Meier (Rheinfelden) bestreiten ihr erstes Rennen bei den Weltmeisterschaften in Australien am Rande des Great Barrier Reefs. Sie sind Teil der fünfköpfigen Staffel des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), die ab 7 Uhr unserer Zeit den Team-Wettbewerb in Angriff nehmen.

Für das Duo ist das natürlich die Gelegenheit, die 4,31 Kilometer lange Strecke, die in ihren Singletrail-Passagen durch den Dschungel führt, erstmals unter Wettkampfbedingungen unter die Räder zu nehmen. Erst am Dienstag konnten die weltbesten Mountainbiker erstmals auf ihr trainieren, Vorher war sie gesperrt. „Ich habe schon Fotos gesehen und mir diverse Videos angeschaut. Sie sieht jedenfalls voll cool aus“, lässt Meier wissen.

Mit 20 Cross-Country-Athleten ist der BDR zu den Weltmeisterschaften ans andere Ende der Welt gereist. „Die 40-stündige  Anreise hat auch problemlos funktioniert“, berichtet der Rheinfelder, der im Junioren-Rennen am Donnerstag (7 Uhr MESZ) in die Pedale treten wird. Sabine Spitz ist dann nochmals am Samstag (4 Uhr MESZ) an der Reihe.

Und nach Silber im Marathon hat sie in Down Under durchaus Chancen, eine zweite WM-Medaille in dieser Saison zu ergattern. Die Strecke im Regenwald passt doch zu ihren Fähigkeiten, die schwüle Hitze liegt ihr.

„Mein Ziel ist es, um die Medaillen mitzufahren“, erklärt denn auch Spitz. Das tut die 45-Jährige mit wenigen Ausnahmen bereits seit 2001. Insgesamt hat sie 15 WM-Medaillen gesammelt. Das letzte Edelmetall in der olympischen Cross-Country-Disziplin liegt zwar bereits neun Jahre zurück, doch mehrfach scheiterte Spitz nur ganz knapp. Oder sie hatte Pech. So wie 2016 in Novo Mesto, als sie bis in die letzte Runde hinein auf Silber-Kurs lag und ihr dann ein Defekt einen Strich durch die Rechnung machte.

Überhaupt ist das Damen-Trio, das Bundestrainer Peter Schaupp nominiert hat, sehr schlagkräftig. Auch Helen Grobert (Remtschwiel) und Adelheid Morath (Freiburg) können an guten Tagen in die Top-Fünf fahren.

Für die Teilnehmer ist diese WM natürlich der Höhepunkt in dieser Saison. So auch für Meier, der schon jetzt mit einem breiten Grinsen auf das Jahr 2017 zurückblicken kann. Deutscher Vizemeister, Landesmeister, Führender der Bundesliga-Wertung, zwei TopTen-Plätze bei der EM, und nun? „Das ist schwer zu sagen, das Niveau ist sehr hoch. Ein Ziel kann ich nicht wirklich nennen. Aber ich möchte mein Bestmöglichstes geben, dann ist eine vordere Platzierung drin.“ Allerdings würden viele Fahrer da ein Wörtchen mitreden.

Die Vorbereitung habe jedenfalls „gut funktioniert“. Anlässlich eines kurzen Trainingslagers mit seinem Tainer habe man nochmals spezifisch trainieren können.