Steinen Aldi kann Erweiterung umsetzen

Der Aldi-Markt in Höllstein strebt eine Erweiterung an.Foto: Harald Pflüger Foto: Markgräfler Tagblatt

Nachdem Bürgermeister Gunther Braun die Mitglieder des Bauausschusses mit Mund- und Atemschutzmasken ausgestattet hatte, ging es nach der Corona-Zwangspause auch prompt auf der Tagesordnung in die Vollen. Acht offizielle Bauanträge und zwei Bauvoranfragen legte die Verwaltung auf den Tisch.

Von Hans-Jürgen Hege

Steinen. Und ein paar davon hatten es durchaus in sich. Wie zum Beispiel die Anträge aus Hägelberg, die Befreiungen von den Vorschriften des noch relativ neuen Bebauungsplans „Im Zirkel“ beinhalteten. Vor allem Ortsvorsteherin Gabriele Kaiser-Bühler drückte da auf die Bremse. Obwohl laut Patrik Riesterer aus Sicht der Verwaltung „nachvollziehbare Argumente“ des Architekten für eine Ausnahme von der Regel sprachen, beharrte Kaiser-Bühler auf ihrem Standpunkt: „Als der Bebauungsplan vor zwei Jahren aufgestellt wurde, haben die Investoren an der Ausarbeitung mitgewirkt. Und jetzt sollen nach nur zwei Jahren gleich drei gravierende Ausnahmen beschlossen werden? Mit uns nicht.“ Die Ortschaftsräte haben sich gegen den Antrag auf Befreiung entschieden. Schließlich gehe es bei der Überschreitung der Firsthöhe nicht um ein paar Zentimeter, sondern um 1,40 Meter. „Das“, so die Ortsvorsteherin, „sehen wir in Hägelberg einfach nicht ein.“ Der Antrag wurde denn auch vom Bauausschuss einstimmig abgelehnt.

 Das nächste Problem ergab sich im Zusammenhang mit den notwendigen Stellplätzen, die im Antrag zum Bau eines Zweifamilienhauses im Plangebiet „Stutz III“ nicht zufriedenstellend nachgewiesen werden können. Patrik Riesterer hatte zwar darauf hingewiesen, dass es sich beim letzten noch freien Grundstück in diesem Gebiet um ein sehr schwer zu bebauendes Areal  handle. Aber das wollten die Ratsmitglieder nicht so gelten lassen. Wenn man die Genehmigung dem Landratsamt überlasse und dessen Beamten zum Schluss kämen, dass alles okay sei, dann habe man die Fahrzeuge dort auf der Straße stehen, so die Argumentation. Rudolf Steck befand: „Wir müssen als Gemeinde eine ganz klare Position beziehen.“ Und obwohl das Projekt von anderen Antragstellern auf dem gleichen Grundstück in vergleichbarer Form schon einmal genehmigt worden ist, machte der Bauzuschuss seine Zustimmung davon abhängig, dass die Stellplatzanforderung  vollumfänglich erfüllt wird.

 Zustimmung fand der Antrag eines Hüsinger Landwirts, der eine landwirtschaftlich genutzte Halle auf seinem Besitz zu errichten gedenkt. Die Gemeinderäte kritisierten lediglich Dietmar Thurns Bitte an den Bauherrn, das Dach der Halle zu begrünen. Das sei, so urteilten die Ratsherren, an der zur Debatte stehenden Stelle auf keinen Fall angebracht und mit Folgekosten verbunden, die Thurn bei gemeindeeigenen Gebäuden sehr gerne ins Feld führe. Da half dann auch Gunther Brauns Hinweis, dass es sich in diesen Fällen um Gemeindeeigentum handle, nicht sonderlich viel. Es blieb bei der Begrünungs-Bitte, eine Vorschrift wurde daraus nicht.

 Blieb am Ende noch der Antrag des Discounters Aldi auf Höllsteiner Gemarkung, seine Verkaufsfläche mit einem Anbau auf 800 Quadratmeter erweitern zu dürfen. Niemand in der Runde hatte etwas dagegen, bis auf Rainer Dürr. „Ich nutze die Chance, Nein zu sagen“, gab er zu Protokoll und nannte als Grund das Verhalten der Discounter gegenüber den Landwirten, das ursächlich dafür sei, dass es den Landwirten nicht sonderlich gut gehe. Das Votum für die Erweiterung konnte Dürr damit natürlich nicht verhindern. Schließlich spreche die Erweiterung gegen keinerlei Vorschriften. Und auch die Stellplatzfrage habe das Unternehmen schon beim eigentlichen Bau mehr als zufriedenstellend gelöst, betonte Patrik Riesterer in seinen Ausführungen.

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