Steinen Auch Hausmusik kann Spaß machen

Da waren öffentliche Auftritte noch erlaubt: Tepui Ensemble (Musikschule) beim Bürgertreff in Steinen.Foto: Harald Pflüger Foto: Markgräfler Tagblatt

Steinen (hp). Ist es möglich, innerhalb von vier Wochen ein Musikinstrument so zu erlernen, dass ein halbwegs passabler Vortrag möglich ist? Darüber sprach unserer Redakteur Harald Pflüger mit Ingo Ganter, dem Leiter der Musikschule Mittleres Wiesental.

Frage: Zeiten, in denen sich das Familienleben auf das häusliche Umfeld beschränken muss, könnten doch eine Renaissance der Hausmusik einläuten.

Momentan ist es tatsächlich der Fall, dass vielen Kindern nur das Musizieren bleibt. Der Kontakt mit der Musikschule ist oft die einzige Freizeitbeschäftigung, die man von zuhause aus wahrnehmen kann. Viele Eltern und Schüler haben sich bedankt, dass man durch den Online-Unterricht den Kontakt zu Schülern gehalten hat und diese dadurch zum Üben motiviert hat. Durch die Digitalisierung geht die Hausmusik auch neue Wege. Viele Musiker kommunizieren von zuhause aus miteinander und bilden ganze Orchester und Chöre.

Frage: Als Musikschulleiter und Dirigent würde Sie das natürlich freuen.

Ich denke, viele Kinder haben in den letzten Wochen die Hausmusik zu schätzen gelernt. Für die Zukunft würde ich mich sehr freuen, wenn die Hausmusik dadurch wieder einen höheren Stellenwert erlangt.

Frage: Kann man ein Instrument autodidaktisch erlernen, oder braucht es fachliche Anleitung?

Wenn man eine gute Grundbegabung hat, ist es sicher möglich, ein Instrument autodidaktisch zu erlernen. Es ist jedoch auch für begabte Musiker immer von Vorteil, unter fachlicher Anleitung ein Instrument zu erlernen. Musik lebt auch durch den persönlichen Kontakt und das gemeinsame Musizieren. Dies haben viele Schüler und Lehrer in den vergangenen Wochen schmerzlich vermisst. Umso größer war in der letzten Woche die Freude, dass wir wieder mit dem Präsenzunterricht beginnen konnten. Die Sänger und Blasinstrumente müssen sich jedoch noch gedulden und müssen weiter online unterrichtet werden. Dies betrifft mich als Blechbläser natürlich selbst.

Frage: Welches Instrument würden Sie Anfängern empfehlen.

Ich empfehle Eltern und Schülern immer, mehrere Instrumente auszuprobieren. Dies kann man zum Beispiel am „Tag der offenen Tür“ in der Musikschule. Leider fällt diese Veranstaltung dieses Jahr aus. Da müssen wir momentan neue Wege suchen, wie wir in nächster Zeit die verschiedenen Instrumente präsentieren wollen. Grundsätzlich sollte ein Schüler das Instrument erlernen, das ihm am besten gefällt. Mit diesem Instrument sollten diese auch anfangen. Da jedoch nicht alle Instrumente für kleine Kinder geeignet sind, gibt es dafür die Möglichkeit mit musikalischer Früherziehung und rhythmischer Grundausbildung zu beginnen, die gezielt rhythmische und musikalische Fertigkeiten fördert. Dort werden auch immer wieder einzelne Instrumente vorgestellt

Frage: Ist es machbar, ein einfaches Lied innerhalb von vier Wochen zu erlernen?

Dies hängt auch immer davon ab, wieviel Zeit ein Schüler in das Üben investiert. Wenn ein Schüler fleißig übt und Spaß daran findet, ist es auch in wenigen Wochen möglich, einfache Lieder zu spielen.

Frage: Was würde sich denn anbieten?

Einfache Lieder und Melodien gibt es auch mit drei Tönen. Man sollte immer Schritt für Schritt vorwärtsgehen. Am Anfang mit zu schwierigen Stücken zu beginnen, kann auch demotivierend sein.

Frage: Gibt es auch Menschen, die derart unmusikalisch sind, dass alle Bemühungen nichts fruchten?

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch von Geburt an musikalisch ist. Das richtige Instrument ist auch entscheidend und schließlich macht Übung den Meister.

Frage: Man darf nicht zu ungeduldig sein.

In der Tat muss man als Ausbilder auch die nötige Geduld mitbringen. Fortschritte verlaufen nicht immer gleichmäßig. Manchmal dauert es auch Wochen, bis die nächste Leistungsstufe erreicht ist.

Frage: Und der nächste Schritt, ist man auf den Geschmack gekommen, wäre?

Das Gelernte öffentlich präsentieren. Konzerte, live auftreten und wie oben erwähnt. auch Hausmusik kann Spaß machen.

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