Steinen Baugebiet mit grünem Stempel

Benni Blum (vorn) und Marc Sutterer bei der Vorstellung der Pläne zur „Alten Weberei“. Foto: Hans-Jürgen Hege Foto: Markgräfler Tagblatt

Nicht an Gesprächsstoff scheint es den Bürgern zu mangeln, dafür aber wohl an ausreichend Gelegenheiten, über diesen „Stoff“ frei von der Leber weg diskutieren zu dürfen. Das Nebenzimmer des „Vesuvio“ dürfte jedenfalls bald zu klein werden, wenn der CDU-Ortsverband mal wieder einlädt zu den „Steinemer Gesprächen“ über Themen, die der Fraktion am Ratstisch auf den Nägeln brennen.

Steinen (hjh). Der Bebauungsplan sei derzeit in Arbeit und werde auch bald schon offengelegt, sagte Marc Sutterer und erinnerte daran, dass das neue Quartier auf altem Terrain nach Fertigstellung spätestens im Jahr 2020 lückenlos an die bestehenden Wohngebäude der Gemeinde angeschlossen sein werden. Dann werde es unter zahlreichen Wohnungen und Gewerbebetrieben unterschiedlichster Couleur einen „Quartierplatz mit hoher Aufenthaltsqualität“ rund um das Verwaltungsgebäude sowie das Turbinenhaus geben.

Und viele Grünflächen auf und zwischen den unterschiedlich hohen Wohnblöcken werden nicht nur das neue Baugebiet, sondern ganz Steinen den gewollt grünen Stempel aufdrücken, den nicht nur Kreisrat Wolfgang Deschler entschieden forderte. Eine Anwesende sorgte sich um genügend Parkflächen, Fritz Förster, der hoffte, dass der Mühlehof verkehrsmäßig an den Wohnpark angeschlossen werden könnte, musste erfahren, dass genau das von den Gemeinderäten nicht gewünscht wird, weil es „nur zusätzlichen Fahrzeugverkehr ins Dorf bringen“ würde.

Gut zu Fuß erreichbar

„Wir alle dringen darauf, das Gebiet hauptsächlich für Fußgänger und Radfahrer gut erreichbar zu machen und barrierefrei an den ÖPNV anzubinden“, gab Marc Sutterer zu Protokoll. Fragen zur Infrastruktur, zur Einrichtungen für Jugendliche und für Kinder vor allem, konnten die Vertreter der CDU-Fraktion (noch) nicht beantworten, weil noch nicht feststehe, wie viele Wohneinheiten tatsächlich gebaut werden.

Auch Bernhard Wilhelmi, der Sprecher der Agendagruppe 21, musste sich diesbezüglich vertrösten lassen. Stehen verlässliche Zahlen fest, müsse natürlich auch darüber gesprochen werden, ob der Hebelkindergarten tatsächlich für 600 000 Euro ausgebaut wird, ohne zusätzliche Räume für weitere drei Gruppen zu schaffen, oder ob es vielmehr nicht Sinn mache, gleich einen neuen Kindergarten zu bauen, hieß es. Und irgendjemand konnte sich „vorstellen, das alte Quelle-Verwaltungsgebäude zum einem Generationen-Haus (eventuell mit Kindergarten) umzugestalten, in dem Kinder, Jugendliche und Senioren ein- und ausgehen.

Bürgermeisterkandidat Gunther Braun warnte davor, die 1,2 Millionen Euro für die Sanierung mit den zwei Millionen Euro für einen Neubau gegenzurechnen, wie das Bernhard Wilhelmi versuchte. Schließlich seien die gesetzlichen Anforderungen an bestehende Kindergärten wie den Hebel-Kiga enorm gestiegen. Investitionen auch in alte Häuser seien unumgänglich. Trotzdem stelle sich aber die Frage, ob es nicht Sinn mache, „was Richtiges zu machen, wenn schon etwas getan werden muss.“

Im dritten Anlauf am Donnerstag hatten der CDU-Vorsitzende Bernd Ebner, Fraktionssprecher Marc Sutterer und sein Kollege Benni Blum die „Alte Weberei“ auf der Agenda. Nach einem Architektenwettbewerb, über den die Gemeinderäte bereits entschieden haben, ging es den Ratsmitgliedern der Union „mehr ums Detail“, wie Marc Sutterer betonte.

Wie sollte das Turbinenhaus genutzt werden? Wer oder was könnte ins alte Verwaltungsgebäude, das nicht abgerissen, sondern saniert wird, einziehen? Welche Vorstellungen, Anregungen oder auch Bedenken haben die Bürger bezüglich Infrastruktur oder Verkehrsanbindungen? „Wir möchten ihre Ideen aufnehmen, sammeln und in die Beratungen am Ratstisch einbringen“, eröffnete Sutterer die Gesprächsrunde.

Steinen (hjh). Breiten Raum in der Diskussion nahm die Verkehrsanbindung der „Alten Weberei“ an die B 317 und die Landstraßen bei den „Steinemer Gesprächen“ der CDU ein. Das Nadelöhr „Kreisel“ bleibe ein Riesenproblem, wenn es nicht gelinge, einen zweiten Anschluss an die B 317 zu installieren, den man sich durchaus in Höhe der Firma „H2O“ vorstellen könne. Mit der Idee konnte sich auch Marc Sutterer anfreunden. Allerdings unterstrich er noch einmal seinen Hinweis auf den ÖPNV, mit dem auch Wolfgang Deschler liebäugelte, als er betonte, dass sich Autofahrer „in Zukunft damit abzufinden haben, nicht mehr mit 60 oder 70 durch die Landschaft rauschen“ zu können.

Gedanken machen will sich die CDU-Fraktion nach Vorschlägen aus der Runde auch darüber – wie Benni Blum vorschlug – das Baugebiet energetisch an ein Nahwärme-Netz anzuschließen, das Verwaltungsgebäude als „Haus der Vereine“ zu gestalten oder im Turbinenhaus ein „Café“ unterzubringen.

Viele Möglichkeiten seien auf der Fläche von 3700 Quadratmetern realisierbar, die der Gemeinde als „öffentlicher Bereich“ zur Verfügung bleiben. Bernd Ebner war froh, dass die „Steinemer Gespräche“ ein positives Ergebnis brachten, das die CDU-Mandatsträger in viele Gremien mitnehmen können. Nicht zuletzt mache diese Art von Bürgerbeteiligung, wie sie die CDU biete, womöglich eine „zweite vorgezogene Bürgerbeteiligung“ unnötig, der Bernard Wilhelmi das Wort redete.

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