Steinen Der FC hat Großes vor

Es ist eine direkte Auswirkung des eigenen Erfolges: Seit Jahren wächst der FC Steinen-Höllstein, insbesondere seine Jugendabteilung.

Steinen-Höllstein. Knapp 200 Heranwachsende zwischen vier und 17 Jahren spielen beim Fußballclub Steinen-Höllstein in mittlerweile zwölf Juniorenmannschaften.

Hinzu kommen noch die beiden Aktivmannschaften sowie ein „Alte Herren“-Team. Doch jetzt stößt der Verein – was Platz betrifft – an seine Grenzen. An manchen Wochentagen teilen sich zeitgleich bis zu vier Mannschaften mit teilweise über 20 Kindern die einzige Übungswiese. Ein Zustand, der die Möglichkeiten für ein gutes und sinnvolles Training sehr einschränkt, heißt es in einer Pressemitteilung des Clubs.

Auf den bestehenden Hartplatz neben dem Hauptspielfeld kann laut FC indes kaum noch ausgewichen werden, denn dieser ist für eine sichere Sportausübung – gerade für kleine Kinder – schlicht nicht mehr zu gebrauchen. Das in die Jahre gekommene Feld hat diverse Kanten, Unebenheiten und Löcher. Bei langer Trockenheit oder Frost ist es knüppelhart, nach Niederschlag versinkt man dort in einem knöcheltiefen Morast.

Der FC möchte diese kaputte Anlage deshalb durch einen so genannten Winterrasen ersetzen: Ein Spielfeld mit natürlichem Rasen, das aufgrund seines speziellen Aufbaus und seines besonderen Bewuchses einen ganzjährig Trainingsbetrieb auf mehr Raum ermöglicht.

„Wir haben uns aus ökologischen und ökonomischen Gründen ganz bewusst gegen einen Kunstrasen und für einen natürlichen Rasen entschieden“, sagt der Vorsitzende des FC, Siegfried Keith. Die natürliche Variante sei nicht nur erheblich günstiger als die künstliche, sondern deutlich umweltbewusster, unter anderem,weil hier kein Mikroplastik anfällt. Weil seitens Gemeinde aufgrund der angespannten Haushaltssituation keinerlei finanzielle Unterstützung möglich ist, möchte der Verein die Finanzierung komplett alleine organisieren.

Dieser Tage startet der FC deshalb seine umfangreiche Aktion „Unser Platz soll grün werden“, mit der zahlreiche größere und kleinere Geldgeber mobilisiert werden sollen. Bereits vor einigen Monaten hat sich innerhalb des Clubs hierzu ein „Team Winterrasen“ gebildet, das die über mehrere Jahre angesetzte Kampagne entworfen hat und leiten wird. Dieser Gruppe gehören neben Siegfried Keith weitere Vorstandsmitglieder, aber auch einige Trainer und andere Vereinsaktive an. Man wolle die Bevölkerung, die eigenen Mitglieder sowie deren Angehörige und das lokale Gewerbe durch originelle Aktionen zur Mitarbeit gewinnen, heißt es seitens des Vereins.

So können neben klassischen Bargeldspenden auch Platzpatenschaften übernommen werden, bei denen Gönner symbolisch Teile des neuen Trainings- und Spielfeldes „kaufen“. Ab elf Euro ist dies möglich. Die Platzpaten werden im Gegenzug (und falls erwünscht) mit Firmenlogo oder Namen auf einem virtuellen Steinener Fußballfeld im Internet eingeblendet. Besondere Stücke des Kickplatzes wie Torraum, Anstoß- und Elfmeterpunkt oder Banden haben indes auch besondere Preise. Grundsätzlich lautet das Motto jedoch: „Elf Euro für unsere Elf!“

Weitere Werbe- und Spendenaktionen werden in den kommenden Monaten folgen. Dem FC ist es dabei wichtig zu vermitteln, dass der neue Trainingsplatz insbesondere der Vereinsjugend zugute kommt. „Wir verstehen uns als Dorfverein für den Breitensport, der auch einen sozialen Auftrag hat“, erklärt Siegfried Keith. Der Winterrasen soll dabei helfen, dass der FC diesem Selbstverständnis auch in Zukunft gerecht werden kann. Denn der Boom des Fußballsportes wird anhalten, das zeigen aktuelle Prognosen und Studien. Man müsse alles dafür tun, dass der Nachwuchs auch in Steinen weiter Spaß an realer sportlicher Ertüchtigung im Team und an der frischen Luft hat und nicht vollends den virtuellen Versuchungen dieser Zeit verfällt, heißt es seitens der Wiesentäler Kicker. Dafür brauche es jedoch eine zeitgemäße Infrastruktur.

Am Martinimarkt (10. November) in Steinen wird sich das „Team Winterrasen“ am Raclette-Stand des FC erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Interessierte können sich hier konkret informieren, mit den Verantwortlichen das Gespräch suchen und natürlich gerne spenden.

Die Vereinsleitung und das Team Winterrasen sind sich der Dimension ihres Projekts indes vollkommen bewusst: „Es ist ein Vorhaben, das in unserer Vereinsgeschichte seinesgleichen sucht“, betont Siegfried Keith. „Es steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung.“

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