Steinen „Die Leute wissen, um was es geht“

Steinen (sc). Eine Unterkunft für bis zu 100 Flüchtlinge wurde am Sonntag auf dem Gelände des Steinener Schwimmbads geschaffen. 182 Kräfte der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks waren ab 8 Uhr morgens im Einsatz.

Da die Gemeinde Steinen keine bauliche Lösung anbieten könne, werden Zelte errichtet, erklärte Nils Huber vom Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamts Lörrach. Zunächst galt es, einen Holzboden zu verlegen, auf dem die sieben Unterkunftszelte ihren Platz finden. Außerdem wurde ein langer Lauftsteg gebaut, der die Zelte miteinander verbindet. Des Weiteren wurden Stockbetten und Kleiderschränke aufgebaut und die Zelte damit ausgestattet. „In Absprache mit der Gemeinde wurden jetzt noch zwei große Verpflegungszelte aufgestellt, wo man auch sitzen kann“, berichtet Huber. Diese stellt die Feuerwehr zur Verfügung, die restlichen Zelte und Möbel wurden vom Landkreis und vom DRK beschafft. „Das ging auch über die Landkreisgrenzen hinweg, andere Kreisverbände haben sich beteiligt“, lobt Huber.

14 bis 15 Personen können in einem Zelt unterkommen. Man wolle vor allem Alleinreisenden einen Platz bieten, so Huber, für Familien mit Kindern seien die Zeltunterkünfte nicht gedacht. Jedes Zelt hat eine eigene Heizung. „Das ist eine gute Lösung, die sich zum Beispiel in Efringen-Kirchen bewährt hat“, erklärt Nils Huber. Natürlich seien die Zelte nicht für Minusgrade gedacht, aber momentan, wo doch schon kühlere Nachttemperaturen herrschten, durchaus geeignet.

Zelte sind mit Heizung und Strom ausgestattet

Des Weiteren bestehen die Zelte aus einem speziellen Stoff. „Der ist massiv und gut, nicht wie bei einem kleinen Zelt, wo sofort Wasser eindringt, wenn man die Wände berührt“, weiß Huber. Außerdem hat jedes Zelt eine eigene Stromversorgung und ist auch mit Licht ausgestattet.

Die Arbeitsteilung funktioniere wunderbar, freut sich Huber, auch da stütze man sich auf Erkenntnisse, die man in Efringen-Kirchen gesammelt habe. Im Laufe dieser Woche sollen dann die ersten Flüchtlinge einziehen. Woher diese kommen, wisse man noch nicht genau. „Die Zahl wird sich peu à peu steigern“, erklärt Nils Huber. Ab Sonntagnacht stehe außerdem ein 24 Stunden-Sicherheitsdienst bereit, der die Anlage bewacht.

Bürgermeister Rainer König war ebenfalls vor Ort und machte sich selbst ein Bild. „Ich bin seit heute morgen da und finde es wirklich beeindruckend, wie gut organisiert und ruhig die Aktion abläuft“, so seine Worte. Es sei schön zu sehen, wie die verschiedenen Gruppen Hand in Hand gut zusammen arbeiteten. Und es seien ja hauptsächlich ehrenamtliche Kräfte, so König. „Zudem sind alle Alterklassen vertreten, junge Leute und erfahrene Kräfte sowie viele Handwerker. Die braucht es“, sagte der Bürgermeister.

Auch Landrätin Marion Dammann habe dem Steinener Schwimmbad einen Besuch abgestattet und sich ebenfalls beeindruckt gezeigt. „Ich möchte ein großes Dankeschön an die Gemeinde aussprechen“, so König. Zudem liege man voll im Zeitplan und sei dankbar für das Wetter. „Nicht zu heiß, es regnet nicht, richtig angenehm“, freut sich der Bürgermeister. Auch die Verpflegung im Hintergrund funktioniere super, das dürfe man nicht unter den Tisch fallen lassen.

Viele motivierte Helfer wohin man sieht

„Es zeigt sich jedenfalls, dass der Platz gut geeignet ist, um diese Übergangssituation zu meistern“, urteilt König. „Die Leute sind wahnsinnig motiviert und man spürt, dass sie wissen, worum es geht.“ Zudem seien die Leute „ortskundig und flexibel“ und es werde auch privat ausgeholfen, wenn etwas fehle. Auch der Betreiber des Schwimmbads habe sich sehr kooperativ gezeigt. Die Sanitäranlagen stehen den Flüchtlingen ebenfalls zur Verfügung.

„Auch der Landkreis ist sehr stolz, dass die Hilfsorganisationen das so gut unterstützen“, freut sich Nils Huber. Man wolle den Menschen nach ihrer langen Flucht ein Dach über dem Kopf bieten und einen Ort zur Verfügung stellen, wo sie fürs Erste Zuflucht suchen können.

Schließlich wirft Nils Huber noch einmal einen Blick auf die entstehende Zeltstadt sowie die vielen Helfer, die ihr Bestes geben und sagt: „Das sieht sehr gut aus.“

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