Steinen „Ein echtes Plus für die Gesellschaft“

Markgräfler Tagblatt
Wünscht sich, dass die VHS als wichtiger Baustein im gesellschaftlichen Leben Steinens erhalten bleibt: Ute Kröger. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Ein personeller Wechsel steht der Volkshochschule Steinen bevor. Leiterin Ute Kröger scheidet (wie berichtet) zum 30. Juni aus.

Steinen. Ute Kröger war 2012 - damals als Nachfolgerin von Sibylle Görlitz-Friedlin - an die Volkshochschule Steinen (VHS) gekommen. Sie hatte sich unter mehr als 20 Bewerbern durchgesetzt und hatte während mehr als sechs Jahren der Bildungseinrichtung neue Impulse verliehen. Unser Redakteur Harald Pflüger sprach zum Abschied mit Ute Kröger über ihre Arbeit bei der VHS.

Frage: Frau Kröger, wie fühlten sich die letzten Tage im Büro der Volkshochschule Steinen für Sie an?

Mixed Emotions: Das ist eine Mischung aus Abschied, Wehmut, Rückblick und auch Vorfreude auf Neues. Im Vordergrund standen die Abschlussarbeiten am neuen Programm für das Wintersemester.

Frage: Hört sich nicht nach einem langsamen Ausklingen an.

Nein. In jeder Volkshochschule gibt es immer viel zu tun.

Frage: Für den Ruhestand sind Sie noch zu jung. Weshalb dann der Abschied von der Volkshochschule Steinen?

Ich möchte gerne beruflich noch mal etwas Neues machen. Schon seit einigen Jahren arbeite ich nebenbei als Coach und Beraterin, denn die Leitung der Volkshochschule ist eine Teilzeitstelle. Ich möchte mich gerne auf die Tätigkeit als Coach und Beraterin konzentrieren.

Frage: Für Außenstehende kam diese Ankündigung überraschend.

Das ist normal, solche Überlegungen finden ja nicht öffentlich statt. Für mich war es ein längerer Entscheidungsprozess.

Frage: Werden Sie der Volkshochschule in einer Form, etwa als Dozentin, erhalten bleiben, schließlich arbeiten Sie ja auch als Coach und Beraterin?

Gerne.

Frage: Was hat Sie vor sechs Jahren bewogen, die Leitung der Volkshochschule Steinen zu übernehmen?

Es ist damals wie heute eine vielseitige, anspruchsvolle Tätigkeit mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Insbesondere kleine Volkshochschulen sind Generalisten mit großem Aufgabenspektrum und einer sinnvollen Funktion in der Gesellschaft.

Frage: Welchen Stellenwert hat die Volkshochschule in der Gesellschaft?

Bildung wird immer wichtiger, lebenslanges Lernen mehr und mehr eine Selbstverständlichkeit. Die Volkshochschulen bieten für alle Altersklassen und viele verschiedene Lebenssituationen qualitativ hochwertige Formate an, hier haben die Volkshochschulen sicherlich einen Imagewandel durchlaufen. Sie sind darüber hinaus Orte, an denen sich Menschen vernetzen und engagieren können. Sie sind gut im Gespräch mit Teilnehmenden und den Lehrkräften, so dass sie ihre Angebote optimal ausrichten können. Ein echtes Plus für die Gesellschaft.

Frage: Was waren für Sie die Höhepunkte, seit Sie die Leitung der VHS übernommen haben?

Klar, es gibt sicherlich einige besondere Projekte, wie das Konzert mit Bianca Gierok und Gaetano Siino, Vorträge zu verschiedensten Themen von Koran bis Lernen lernen oder Seelische Gesundheit, die Projekte wie „Steinen im Wandel“, die durch engagierte Bürgerinnen wie Frau Ableidinger-Günther nachhaltig wirksam sind, und vieles mehr.

Die besonderen Projekte und Themen sind möglich, weil es auch viele Kurse gibt, die über Jahre laufen und kontinuierlich ausgebucht sind: weil die Qualität stimmt und auch die Chemie zwischen Kursleitung und Teilnehmenden. Das ist eine ganz wichtige Basis, und es hat mich immer wieder beeindruckt, mit welcher hohen Motivation und Professionalität die Dozierenden ihre Kurse durchführen.

Etwas besonderes war für mich die Zusammenarbeit mit Barbara Krug. Wir haben wirklich gut Hand in Hand gearbeitet. Sie hat mich super unterstützt, und ihre Ideen und Ratschläge sind regelmäßig in die Arbeit eingeflossen. Sie weiß einfach, wie der Hase läuft und hat immer ein offenes Ohr für Teilnehmer und auch für die Kursleiter. Alles, was die VHS erreicht und anbietet, ist immer ein gemeinsames Projekt.

Frage: Was wünschen Sie sich, was von Ihrer Arbeit in Erinnerung bleibt?

Dass die VHS eine offene Einrichtung mit einem breiten Bildungsspektrum ist, die sich ständig weiter entwickelt und Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern aufgreift - eine freundliche Bildungseinrichtung mit richtig guten Kursen. Einfach, dass die Volkshochschule ein wichtiger Baustein im gesellschaftlichen Leben Steinens bleibt.

Frage: Was werden Sie am meisten vermissen?

Das weiß ich noch nicht :-) Sicherlich mein Gegenüber Barbara Krug und das nette Miteinander mit vielen anderen.

Frage: Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus?

Mein Mann und ich möchten hier bleiben, Steinen ist für uns ein guter Ort zum Leben. Ich arbeite weiter als Coach und Beraterin. In dieser Rolle unterstütze ich Fach- und Führungskräfte zum Beispiel bei Kommunikationsthemen, Selbstwahrnehmung, Team-Entwicklung, Neu-Ausrichtungen, Führungsfragen und so weiter. Ebenso arbeite ich gerne mit Menschen, die privat in einem Veränderungsprozess sind.

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