Steinen Ein Feuerwerk bekannter Melodien

Steinen (hjh). „So noch dra wie scho lang nümmi“ an den Weihnachtsfeiertagen bedankte sich der Musikverein Steinen bei seinen Mitgliedern mit dem Jahreskonzert für ein weiteres Jahr unerschütterlicher Treue und teilweise auch sehr aktives Engagement in Diensten des Vereins.

Wolfgang Schwarzwälder begrüßte die Fans schwungvoller Blasmusik in der selbstverständlich wieder voll besetzten Wiesentalhalle, darunter die Freunde von „Harmonie Cornimont“ und eine Abordnung des Musikverein Wurmlingen, die auch die weite Anfahrt nicht scheute, um beim Jahreskonzert der Steinener Kollegen mit dabei zu sein. Lange, so der Vorsitzende des Musikvereins, habe man zusammen mit Dirigent Viktor Severjanovas an dem Programm „herumgefeilt“, das zu den 200. Geburtstagen der Komponisten Verdi und Wagner und natürlich zu Weihnachten „etwas ganz Besonderes“ werden sollte. Die Suche nach geeigneter Literatur führte schließlich auch ins Archiv der Musikanten. „Und dort sind wir dann auch fündig geworden“, freute sich Schwarzwälder über Noten aus den 80ern und versprach seinen Zuhörern „einen schönen und kurzweiligen Abend“.

Den sollten sie dann auch haben. Denn in der festlich dekorierten Halle brannte ein brillantes Feuerwerk vieler bekannter Melodien ab, an dem schon die 16 Musiker des Schülerorchesters ihren Anteil hatten. Der Nachwuchs begeisterte mit „Stille Nacht“ und servierte den Zuhörern dazu den „Spirit of Music“, eine Fantasie nach Noten von Fritz Neuböck, glänzte mit Adeles Pop-Song „Rolling in the Deep“ und dem Solo für Drums „Driving Test“ von Luigi di Ghisallo so sehr, dass in der Zugabe der „König der Löwen“ aus dem Käfig gelassen werden konnte.

Übergangslos ertönte danach die „Olympic Fanfare“ nach einer Melodie von John Williams, angekündigt übrigens wie in den 23 Jahreskonzerten und 15 Kirchenkonzerten der vergangenen 25 Jahre von Hannes Göttl, der Moderations-Ikone aus den Reihen des Musikvereins. Und der bekannte nach der Suite „Oregon“ von Jacob de Haan, nach „Graf Zeppelin“, einem wunderbaren Marsch von Carl Teike, und nach einer prächtig inszenierten und gespielten „Fantasie aus Verdi-Opern“ gleich nach der Pause und dem Losverkauf für die umfangreiche Tombola seinen überraschten Zuhörern: „Die Luft ist raus!“ Göttl kündigte seinen Rücktritt nicht einfach nur an. Er vollzog ihn sofort und überließ es Tamara Weiß und Manuel Schwarzwälder, an seinen zugegeben großen Fußstapfen schon mal Maß zu nehmen.

„So schnell kann’s gehen“, sagte Manuel Schwarzwälder, als er sein neues „Amt“ antrat. „Als ich vor wenigen Wochen hörte, dass der Hannes Göttl aufhören möchte, fragte ich laut: Und wer macht’s dann? – Schon hatte ich den Posten“, schmunzelte er, um dann „Caravan“ anzusagen, einen „klassischen Ellington mit vielen Wechseln zwischen den Registern“, die sich bei diesem Stück – natürlich auch hier angeleitet von Viktor Severjanovas – fast nach Herzenslust austoben durften.

Gleiches galt schließlich bei Kurt Gäbles temperamentvollen Machwerk für Soloregister, einer Bravourpolka unter der Überschrift „Laubener Schnellpolka“, die das Publikum schier von den Sitzen riss. Aber es blieb kaum Zeit zum Ausruhen. „Marry You“, ein Pop-Song von Bruno Mars, sorgte dafür, dass die Stimmungswogen nicht abebbten und die gute Laune auf dem erreichten Level hielten, bis Stevie Wonders „Sir Duke“ und das romantische „Christmas Festival“ verklungen waren, das der Musikverein einer Notenspende von „Harmonie Cornimont“ aus dem Jahr 1989 verdankt.

Das Medley war der Schlussakkord des Konzertabends, aber noch nicht das Ende. Mehrere Zugaben zeigten, dass die „Ehren- und Passivmitglieder sowie die Freunde und Gönner“ der Gastgeber den Dank des Orchesters „für vielfältige Unterstützung“ zu honorieren wussten.

Wolfgang Schwarzwälder ernannte beim Jahreskonzert Willi Jacob und Karl-Heinz Haberbusch (wegen Krankheit verhindert) für 40-jährige Treue zum Musikverein zu Ehrenmitgliedern. Außerdem begrüßte der Vorsitzende Tamara Weiß, Andrea Ermler (beide aus den Reihen des Schülerorchesters aufgerückt) sowie Alina Rütschlin als neue Mitglieder des nun 40-köpfigen Aktivorchesters.

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