Steinen Ein Platz zum Erholen für die ganze Familie

Mit „Legi“ ist der Bereich um das Maulburger Wehr an der Wiesebrücke gemeint. Unterschieden wird in Obere Legi (Bereich bis zur Reviergrenze Schopfheim) und Untere Legi (Bereich bis zur Reviergrenze Steinen). Auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern bieten sich hier mitten im Grünen viele Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie: Spaziergänger, Mountainbiker, Angler und Wanderer sind oft gesehene Gäste an der Legi. Fünf Grillplätze und ein Kinderspielplatz laden ebenfalls zum Verweilen ein.

Mit der Sommerserie „Ab ins Grüne“ begeben sich unsere drei Zeitungen, Die Oberbadische, Weiler Zeitung und Markgräfler Tagblatt, in die Natur. Dabei wird das Naherholungsgebiet Entegast in Schopfheim ebenso besucht und beleuchtet wie der Nonnenmattweiher im Kleinen Wiesental. Die Lörracher „Schrebergärtner im Paragrafen-Dschungel“ sind ein weiteres Thema. Wie die Burg Landskron an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich erhalten wird, können die Leser im Rahmen der Serie ebenfalls erfahren. In Rheinfelden wird ein Blick in den biblischen Garten auf Schloss Beuggen gerichtet, in Weil am Rhein geht es auf einen Rundgang durch die Käppelin-Kiesgrube, in Bad Bellingen steht das Abenteuer Golf im Mittelpunkt, in Kandern die Wolfsschlucht und in Inzlingen die Aquarianer, die ein Biotop pflegen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Berichte, die bis Mitte September erscheinen werden.

Von Sarah Trinler

Maulburg. An sommerlichen Tagen zieht es viele an die Legi. Legi - ein Begriff, der   aufhorchen lässt. Gemeint ist das Stauwehr in der Wiese – doch ein Maulburger spricht von „seiner“ Legi. Unterschieden wird in Obere Legi (Bereich bis zur Reviergrenze Schopfheim) und Untere Legi (Bereich bis zur Reviergrenze Steinen). Mitten im Grünen, im Bereich um die Legi, bieten sich Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie.

Zwei Mountainbiker, die auf dem Radweg von Schopfheim nach Steinen unterwegs sind, machen es sich gerade auf einem Stein am Ufer bei der Wiesebrücke gemütlich. Sie gönnen sich eine Pause und stecken zufrieden ihre nackten Füße ins Wasser. Ein Stückchen weiter sitzt ein Angler, der, in sich ruhend, sein Glück versucht. Die Mitglieder des Angelsportvereins Maulburg angeln zwischen unterer und oberer Legi auf einer Länge von 2,5 Kilometern.

Auf der gegenüberliegenden Seite verschwinden zwei Mädchen im Portal des ehemaligen Eiskellers am Fuße des Scheinbergs und lauschen vergnügt dem Echo ihrer Stimmen. Der Bergstollen diente einst den Maulburger Gaststätten als Eis- und Bierkeller. 1986 wurde er von zwei Bürgern in Eigeninitiative instand gesetzt. Beschädigte Sandsteine wurden neu zugehauen und eingesetzt, kleine Schäden ausgebessert und der Torbogen mit Grenolsteinreiniger abgestrahlt.

Auf dem Wanderparkplatz bei der Legi macht sich gerade eine Wandergruppe zum Abmarsch bereit. Von hier aus starten nämlich einige Rundwanderwege – beschildert vom Schwarzwaldverein. So kann man etwa über den Scheinberg am ehemaligen Minenlager (ein ehemaliges Munitionsdepot der Franzosen) vorbei  wieder zum Wanderparkplatz zurückwandern. Die herrliche Aussicht auf die Gemeinde Maulburg gibt es gratis dazu.

Mittlerweile hat es sich eine Großfamilie an einer der fünf Grillstellen entlang der Legi gemütlich gemacht. Ausgestattet mit Klappstühlen, Grillgut und Badesachen kann sie hier den ganzen Tag verbringen. Während Papa den Grill anheizt und Mama ein Buch liest, spielen die Kinder mit den Großeltern am Wasser der Wiese. Als sie genug vom kalten Nass haben, gehen sie zum nahe gelegenen Kinderspielplatz am Alsbach und nehmen Schaukel und Rutsche in Beschlag.

In den Jahren 2010 bis 2012 wurden aufwendige Renaturierungsmaßnahmen an der Wiese vollzogen. Erich Linsin, Gewässerplaner im Regierungspräsidium Freiburg, sollte der doch recht streng strukturierten unteren Wiese eine naturnähere Flusslandschaft zurückgeben. Nachdem sich die Wiese beim Hochwasser 1999 auf der Gemarkung Maulburgs selbst einen neuen Lauf gebahnt hatte, traf sich im Jahr 2002 erstmals eine Arbeitsgruppe von BUND-Vertretern und der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein. Schon damals standen Überlegungen im Raum, der Wiese wenigstens teilweise ihr früheres Gesicht als Wildstrom-Au zurückzugeben und sie ökologisch aufzuwerten.

Später wurden dann zwischen Gewerbekanal und Wiesebrücke Überschwemmungsflächen neu geschaffen, die Pflasterung an der linken Uferseite zurückgebaut, Buhnen und Inselchen eingesetzt sowie die Fließgeschwindigkeit des Wasser mit allerlei Hindernissen, wie etwa Baumwurzeln, gesenkt.

Nun ragt bei Hochwasser der aktuelle Baumbestand zumindest teilweise als Inseln aus dem Wasser. Auch die Wiesenflächen werden stärker als zuvor überspült. So entstehen zum einen ökologisch wertvolle Wasserwechselzonen, zum anderen aber wird in Zeiten starken Wasseraufkommens das Fließtempo der Wiese verringert. Wo das Wasser langsamer fließt, kann Laich wachsen und schwemmt nicht davon, wo Hindernisse im Fluss sind, gibt es mehr Sauerstoff für die Fische. Dies weiß auch Wolfgang Pohl, seit 15 Jahren Vorsitzender des Angelsportvereins Maulburg, dessen Mitglieder sich tatkräftig an den Renaturierungsmaßnahmen beteiligt haben.

Damit auch der Mensch etwas von der Umgestaltung hat, wurde aus dem Trampelpfad zwischen Wiese und Bundesstraße ein kombinierter Fuß- und Radweg gestaltet. Im Dezember 2011 wurde zudem ein Steg über den Gewerbekanal gesetzt, so dass das Fortkommen der Radfahrer und Fußgänger über die obere Legi hinaus gesichert ist. Die Legi hat also noch an Attraktivität gewonnen und ist weiterhin willkommener Treffpunkt für alle Naturliebhaber.

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