Steinen Erfahrung in der Fremde gesammelt

Eduard Wieck freut sich über die Auszeichnung für über 60 Jahre Zugehörigkeit zu den „Rechtschaffenen fremden Maurer- und Steinhauergesellen“. Foto: Ralph Lacher Foto: Markgräfler Tagblatt

60 Jahre Fremdentum: Diese Auszeichnung ist dem Höllsteiner Bauunternehmer Eduard Wieck zuteil geworden. Wieck erhielt von Norbert Fehr, dem Wortführer der rechtschaffenen fremden Maurer- und Steinhauergesellen, die diamantene Handwerksnadel, die er an seiner Ehrbarkeit (Krawatte) tragen wird.

Steinen-Höllstein (os). Eigentlich, sagt Wieck, sei er schon seit 63 Jahren Mitglied der „Rechtschaffenen“. Wieck stammt aus Rendsburg in Schleswig-Holstein, wo er als eines von vier Kindern einer Maurerfamilie am 5. Juli 1939 geboren wurde. In Rendsburg ging er zur Schule und begann 1954 eine Maurerlehre.

Nach drei Jahren Ausbildung trat er in die „Zunft der rechtschaffenen Maurer- und Steinhauergesellen“ ein, der er bis heute angehört.

Für die so genannte Walz, die Wanderschaft quer durch Europa, verpflichtete er sich gleich nach der Ausbildung. Fünf Jahre und einen Tag war er unterwegs, durfte während dieser Zeit nicht näher als 50 Kilometer an seinen Heimatort zurückkehren. Viele positive Erlebnisse verbindet er mit dieser Zeit. Er habe viele nette Leute und schöne Länder kennengelernt seine beruflichen Kenntnisse vertiefen können und sei bis Jerusalem gekommen.

Es gab während der Walz auch weniger schöne Erlebnisse, erinnert sich Wieck. Ressentiments gegen Deutsche seien noch zu spüren gewesen, gut ein Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkrieg. Dass er in einigen Ländern nicht in Hotels oder Pensionen unterkam, sondern im Freien nächtigen musste, habe er verkraftet, denn schließlich gehöre auch das zum Leben eines Handwerksgesellen auf der Walz. Besonders herzlich sei die Aufnahme in der Schweiz und in Syrien gewesen, erzählt Wieck.

Wieder zurück in der norddeutschen Heimat, traf er auf Walz-Kollegen aus Grenzach-Wyhlen. Die boten ihm 1962 eine Sommer-Saisonstelle auf dem Bau an. Wieck kam an den Hochrhein - und blieb hier. 1965 machte er an der Meisterschule in Konstanz seinen Maurermeister. Als Polier arbeitete er anschließend bei zwei Unternehmen in Lörrach und Maulburg. Nach der Zeit als Polier gründete Wieck im Juni 1977 sein eigenes Bauunternehmen. 1983 erfolgte der Umzug von Schlächtenhaus in ein vom Unternehmer selbst gebautes Wohn-, Bauhof- und Werkstatt-Gebäude an der Friedrichstraße 63 in Höllstein. Dort ist Wieck immer noch daheim, hat mittlerweile 66 Jahre Berufserfahrung am Bau, über 50 Jahre davon als Meister. Dafür gab es neben dem silbernen und dem goldenen den selten vergebenen diamantenen Meisterbrief der Handwerkskammer Freiburg. Nun erhielt er die Ehrung der „Rechtschaffenen“.

Eduard Wieck, der seit 1985 mit seiner Ehefrau Annette verheiratet ist und zwei Kinder und drei Enkel hat, bezeichnet die Ehrungen als Motivation. Zum einen will er junge Menschen dazu ermuntern, Berufe im (Bau)Handwerk zu ergreifen, zum anderen arbeitet er trotz seines Alters nach wie vor gerne auf Baustellen in der Region.

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