Steinen Flashmob macht Lust zum Mitsingen

Gabriele Poppen

Steinen-Hägelberg - Zeit für Geselligkeit gab es am Sonntag im Dorfgemeinschaftshaus beim Adventsnachmittag für die Bürger ab 60 Jahren. Die ganze Halle mühelos zum Singen brachte der Weihnachtschor, der sich in diesem Jahr spontan zusammengefunden hatte.

Erstmals hatte zu dem Adventsnachmittag neben der Gemeinde, der Ortsverwaltung und dem Kranken- und Altenpflegeverein (KAV), auch das Haus Frieden eingeladen. In ihrer Funktion als KAV-Vorsitzende freute sich Gabriele Kaiser-Bühler, viele neue Gesichter begrüßen zu können. Auch Pastor Otto Hug vom Haus Frieden hieß die Gäste willkommen.

Im Nu entwickelten sich angeregte Gespräche an den liebevoll dekorierten Tischen. Daneben mundeten die Torten vom Buffet, die von den in Weiß gewandeten „Feen“ des Kranken- und Altenpflegevereins serviert wurden.

Was kommt jetzt? Das mag der ein oder andere im Saal gedacht haben, als Regina Glaser und die neunjährige Charlotte von der Empore „Macht hoch die Tür“ zu singen begannen. An den Tischen standen plötzlich Frauen und Männer des Chores auf, um kraftvoll einzustimmen. Ehe man sich‘s versah, waren auch die Umsitzenden angesteckt, jeder in der Halle sang aus voller Kehle mit.

Im Internet habe sie mal einen „Flashmob“ gesehen, erzählte Vreni Reith, unter deren Regie der Chor seine Lieder einstudiert hatte. Die Idee einer Menschenmenge, die scheinbar spontan zusammen eine Aktion auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen ausführt, habe sie auf die Idee gebracht, etwas Ähnliches zu wagen. „In der heutigen Zeit braucht es couragierte Leute, die sich trauen, in eine Menge hineinzurufen“, brachte Vreni Reith den Effekt der besonderen Gesangseinlage auf den Punkt: „Wie Sie sehen, es steckt an.“

Und während in der Dämmerung draußen Sturm und Regen ums Dorfgemeinschaftshaus brausten, erzählte Otto Hug die Geschichte einer Journalistin in den USA, die pro Woche 10 000 Leserbriefe erhält. Auf die Frage, worum es sich darin am häufigsten drehe, sei „Angst“ ihre Antwort gewesen. „Wir leben in einem Zeitalter der Angst“, sagte Otto Hug, „neuer Lebensmut ist nötig.“ Den bringe die Weihnachtsgeschichte.

Dann gehörte die Halle wieder der Musik, als der Chor trommelnd und winkend mit einem mehrstimmigen „Halleluja“ durch die Reihen einzog, um anschließend bekannte Weihnachtslieder zu singen, begleitet von Dagmar Stettner am Keyboard.

Zum Ausklang durfte „Nikolaus“ Markus Otto nicht fehlen, der mit liebevoll-frecher Schnauze sein Publikum zum Lachen brachte, und, zusammen mit den „Feen“ des Kranken- und Altenpflegevereins dafür Sorge trug, dass am Ende des Tages keiner ohne Geschenk den Saal verließ. „Mein Hägelberg“ sang dann der Weihnachtschor eine Liebeserklärung ans Dorf, ein Lied, das 1948 vom Hägelberger Lehrer Alfred Drexlin geschrieben worden war. „Der war eine Legende hier im Dorf, der Alfred Drexlin“, meinte ein Herr am Tisch, und mit vielen guten Eindrücken machten sich die Gäste auf den Heimweg.

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