Steinen Fokus liegt auf Streuobstwiesen

Die Förderung von Streuobstwiesen ist zentrales Thema der Landschaftspflege in Steinen. Symbolfoto: Kristoff Meller Quelle: Unbekannt

Der Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen und Nasswiesen sowie Artenschutzmaßnahmen zum Beispiel für Amphibien und Fledermäuse stehen im Mittelpunkt der Landschaftspflege in Steinen.

Von Christoph Schennen

Steinen. Über den Stand der entsprechenden Bemühungen informierte Carina Baum, stellvertretende Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbands (LEV) Landkreis Lörrach, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Steinen gehört zu den Gründungsmitgliedern des LEV.

Im Jahr 2020 führten die Landschaftspfleger in Steinen drei Maßnahmen durch; eine ist noch offen. 2021 wurden sechs Maßnahmen mit einer Förderung von insgesamt 23  000 Euro umgesetzt; auch hier steht eine Maßnahme noch aus, bilanzierte Baum die letzten zwei Jahre.

Unter anderem wurde auf dem Friedhof und auf diversen Flurstücken Streuobst gepflegt. Zu den noch offenen, beziehungsweise noch nicht vollständig abgeschlossenen Maßnahmen gehören die Brombeerbekämpfung und die Ansaat auf einem privaten Grundstück in Hägelberg sowie der Streuobstschnitt und die Neupflanzung von Streuobstbäumen in Schlächtenhaus.

Wünschenswert wäre laut Baum daneben, wenn der Löschwasserteich in Schlächtenhaus saniert würde, um das Gewässer zu erhalten. Hier laicht die Geburtshelferkröte. „Aber die Untere Naturschutzbehörde lehnt die Maßnahme ab“, bedauerte Carina Baum.

Überhaupt hat das Landratsamt ein entscheidendes Wort mitzureden, wenn es um die Arbeit des LEV und dessen Finanzierung geht: So bereite der LEV die Pflanzung von Streuobstbäumen vor; die Entscheidung, ob gepflanzt werde, treffe aber das Landratsamt, erklärte Baum.

Rainer Dürr (Gemeinschaft), selbst mit beruflicher Expertise in der Landschaftspflege, lobte das Wirken des Landschaftserhaltungsverbands: „Ihre Arbeit unterstützen wir gerne. Sie ist wichtig.“ Dürr bedauerte, dass der Kreis die Fördermittel für Investitionen und Betriebsstoffe eingestellt habe. Er erinnerte an eine Aktion gemeinsam mit der Schule, in der 250 Streuobstbäume gepflanzt und Verbissschutz angebracht wurde. „Die Aktion hat das Bewusstsein geschärft, wie wichtig der Kulturraum Streuobstwiese ist“, merkte Dürr an. Die Gemeinde solle sich hier wieder engagieren.

Norbert Götz (CDU) kritisierte, dass die Landesregierung zu wenig Gelder für Einzelmaßnahmen ausgebe. „Die Landwirte tun sich daher schwer einzusteigen“, so der CDU-Mann. Es sei schwierig, Bewirtschafter zu finden, die den Mut hätten, eine Wiese zu pflegen.

Götz wies auch daraufhin, dass viele Menschen Streuobstwiesen gut fänden – niemand aber sich um die Pflege der Bäume und das Obst kümmere. Ein Problem sei beispielsweise, dass der Absatz des Streuobstes auf der Strecke bleibe.

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