Steinen Fragt den Politikern Löcher in den Bauch

Steinen - Fragt Politikern Löcher in den Bauch, lautete am Donnerstagabend der Appell an die jungen Besucher der Veranstaltung „Politik und Pizza“ im Meret-Oppenheim-Schulzentrum in Steinen.

Appetit auf (Kommunal-)Politik machen und dazu ermuntern, am Wahlsonntag, 26. Mai, vom Stimmrecht Gebrauch zu machen, will die Veranstaltungsreihe „Politik und Pizza“ der Arbeitsgemeinschaft (AG) Jugend, die derzeit durch den Landkreis tourt. Am Donnerstagabend war in Steinen Station.

Wahlinformation

Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass es Jugendlichen häufig an Möglichkeiten fehlt, sich über Wahlen und Kandidaten zu informieren. Dies zu ändern, hat sich die AG Jugend im Landkreis Lörrach auf die Fahnen geschrieben und die Veranstaltungsreihe „Politik und Pizza“ ins Leben gerufen. Von beidem – Politik und Pizza – gab es am Donnerstagabend reichlich.

Teilnehmer

Jede Partei beziehungsweise Gruppierung hatte die Möglichkeit, vier Gemeinderatskandidaten zur Veranstaltung zu schicken, was CDU, Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf und SPD auch ausnutzten. Zu Beginn hatten die insgesamt zwölf Bewerber Gelegenheit, sich und ihre Schwerpunktthemen vorzustellen, ehe es zu Tischgesprächen mit den Jugendlichen ging. Völlig ungezwungen sollten die jungen Leute mit den Gemeinderatskandidaten ins Gespräch kommen und sagen, was ihnen wichtig ist. Zuvor aber mussten die jungen Besucher selbst Farbe bekennen, ob sie gerne in Steinen leben (Ja) und ob sie schon wissen, wen sie am 26. Mai wählen wollen (überwiegend Nein).

Wahlprozedere

Ein kleiner Film erklärte den Besuchern das Wahlprozedere, wie der Urnengang abläuft, was kumulieren und panaschieren bedeutet und was die Aufgaben des Gemeinderats sind. Zu wählen sind in Steinen 22 Gemeinderäte und in den Ortsteilen jeweils sieben Ortschaftsräte, darüber hinaus noch vier Kreisräte und ein Europaabgeordneter. Letzteren dürfen erst 18-Jährige wählen, während Ortschafts-, Gemeinde- und Kreisräte schon mit 16 Jahren gewählt werden dürfen.

In nach Fraktionen gegliederten Gruppen standen die insgesamt zwölf Kandidaten von CDU, Gemeinschaft und SPD einer überschaubaren Zahl an jungen Leuten dann Rede und Antwort. Steinens Jugendpfleger Helmut Kolibaba, Kreisjugendreferentin Gisela Schleidt und Moderator Pavlos Wacker führten durch den Abend.

Diskussion

Es war ein bunter Strauß an Themen, der im Meret-Oppenheim-Schulzenrum auf den Tisch kam. Das Spektrum reichte von A wie Autoverkehr bis Z wie Zugverkehr. Aufs Tapet kamen unter anderem auch die Öffnungszeiten des Rathauses, das Freizeit- und Sportangebot und die Finanzen der Gemeinde, die Sorge um bezahlbaren Wohnraum und der Wunsch nach nichtkommerziellen Treffpunkten, von denen man nicht gleich wieder vertrieben wird. Dass das Angebot für junge Leute in Steinen mau ist, räumten auch Gemeinderäte ein.

Und noch etwas klang an: Die jungen Leute wollen mit ihren Anliegen ernst genommen werden.

Wahlappell

Zum Schluss waren die Jugendlichen gefragt, ob ihre Fragen ausreichend beantwortet wurden, ob sie wissen, wen sie wählen werden, und ob sie sich vorstellen könnten, sich selbst kommunalpolitisch zu engagieren. Letzteres wäre für etwa die Hälfte der jungen Leute eine Option.

Abschließend hatten die Vertreter von CDU, Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf und SPD nochmals 30 Sekunden Zeit für ein Schlusswort. Dabei wurde an die Jugendlichen appelliert, ihr Wahlrecht zu nutzen.

Weshalb sie wählen gehen, konnten die jungen Leute auf einer Pinnwand notieren: „Ich wähle, weil mehr Frauen in die Politik sollten“, stand auf einem Zettel an einer Pinnwand. „Ich wähle, weil ich gerne Entscheidungen für meine Zukunft treffe“, hieß es auf einem anderen und auf wieder einem anderen stand: „Ich wähle, weil man so wenigstens etwas zur Politik beitragen kann.“

Die Idee, die Ergebnisse des Abends auf Instagram zu posten, scheiterten am langsamen Netz. Was im übrigen auch ein Thema der Tischrunde war.

Weitere Informationen: Politik und Pizza gibt es auch in Maulburg, und zwar am Mittwoch, 22. Mai, um 18 Uhr im Dorfstübli.

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