Steinen-Weitenau (ib). Weihnachtliche Stimmung, die gleichermaßen besinnliche wie heitere Momente aufwies, tat sich bei der dritten Stallweihnacht auf. Wegen der hohen Besucherdichte platzte der urige Schauplatz bei Uwe Braun auf dem Weitenauer Fahrnbuck fast aus allen Nähten.

Zum dritten Mal luden Stallvater Uwe Braun und sein „Lama & Sheep-Trekking-Team“ am vierten Adventswochenende zu der Veranstaltung mit dem besonderen Rahmen. Wo sonst lässt sich erleben, dass die Erzählung „Weihnachten der Tiere“ mit animalischen Tönen bereichert wird – zudem zeitlich bestens platziert. „Was fanden die Hirten im Stall“, lautete die Frage des Vorlesers Achim Patzelt, der wie einstudiert ein deutlich vernehmbares „Määhh“ folgte. Ein gleiches Signal sandten die Vierbeiner an der Stelle, bei der die Römer die Volkszählung in Bethlehem veranlassten.

Lautstarkes Gelächter folgte der Untermalung „aus dem Off“. Waren die kurzbeinigen Kollegen der Lama-Schaf-WG während des Programms nur zu hören, quetschten sich die großen Bewohner mitten rein ins Gewühl. In bequemer Liegeposition holten sie sich Streicheleinheiten oder reckten neugierig den Kopf gen Musiker. Bereits ihr zweites Gastspiel gaben die Flötistin Esther Willis (Wollbach) und Gitarrist Achim Patzelt (Wittlingen). Musiziert wurde mit und ohne Gesang der Anwesenden. Zu Gehör kamen Weihnachtslieder klassischer Art, als instrumentale Version sowie als Chorfassung mit Begleitung. Stammgäste hatten nicht nur Taschenlampen dabei, um im dunklen Stall die Notenblätter zu beleuchten. Wiederholer waren auch daran zu erkennen, dass sie Tassen mitbrachten. In der Pause füllten sie die Tassen mit Kinderpunsch und Glühwein.

Gestalteten den ersten Programmteil Melodien und eine Geschichte, die wohl besser nicht hätte zur Heiligen Nacht als Geburtsstunde des Jesuskindes passen können, sollte die Fortsetzung noch eine Steigerung bieten. Weiterem Liedgut und einer Legende folgte ein Quiz samt Leckerli als Lohn, bei dem wiederum das Publikum angesprochen war. Achim Patzelt verstand es den gesamten Abend in lockerer und spontaner Manier, Klein und Groß einzubinden. Der Musiklehrer unterhielt in launiger Form. Hinzu kam seine Fähigkeit, die Lesepassagen stimmlich zu beleben. Den Höhepunkt bildete der Auftritt des hauseigenen Weihnachtsmannes, der sich nicht ohne Gaben unters Volk mischte. Dieses gliederte sich in eine Vielzahl Kinder, die sich mit den Eltern einfanden, wie sich auch ältere Semester das Schauspiel nicht entgehen ließen. Die Begrüßung eingangs der knapp zweistündigen Feierlichkeit oblag Uwe Braun. Er erinnerte, dass man beim Auftakt der Stallweihnacht vor drei Jahren dreißig Besucher zählte. Dieses Mal lagen einhundert Anmeldungen vor, zuzüglich weiterer Interessenten. Sie alle unterzubringen, grenzte an organisatorische Höchstleistung. Ferner berichtete der Herr einer ganzen Korona, dass seine Mutterschafe in gut drei Monaten Nachwuchs erwarten – getreu der zuvor besungenen Zeile: „Ihr Kinderlein kommet“.