Die beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Josha Frey aus Lörrach und Bettina Lisbach, Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt, Energie und Naturschutz der grünen Landtagsfraktion, besuchten kürzlich das Bioenergiedorf Hägelberg.

Steinen-Hägelberg. Im Gespräch mit dem Vorstand Manfred Ruf, den drei Aufsichtsräten Jürgen Rösch, Claudia Nagorny-Merkt und Dieter Hann, dem Steinener Bürgermeister Gunther Braun sowie Ortsvorsteherin Gabriele Kaiser-Bühler informierten sich die beiden Abgeordneten über aktuelle Entwicklungen und Projekte der Energiegenossenschaft Energie aus Bürgerhand Hägelberg (EABH).

Seit 2009 besteht nun die EABH. Einerseits produziert sie in einem Blockheizkraftwerk, welches von einem Landwirt betrieben wird, Strom. Andererseits wird mit einem Holzhackschnitzelheizwerk Wärme hergestellt, welche über ein eigenes Nahwärmenetz in Hägelberg verteilt wird.

Bis diese erfolgreiche Bürgerenergiegenossenschaft entstehen konnte, waren viele ehrenamtlich geleistete Stunden notwendig: Die Eignung des Dorfes für ein solches Projekt musste überprüft, Heizkosten berechnet, das Vorhandensein der notwendigen Ressourcen ermittelt und die Anlage sowie die Unternehmensstruktur geplant werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Rösch ist immer noch vom Projekt und der Umsetzung begeistert: „Das Warten auf Maßnahmen gegen den Klimawandel ging uns einfach zu lange, und wir wollten die Lösungen für die Energiewende selbst in die Hand nehmen. Das Bioenergiedorf Hägelberg zeigt deutlich, wie viel die Zivilgesellschaft mit ehrenamtlichem Engagement erreichen kann. Diese Zusammenarbeit ist auch für den menschlichen Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft äußerst wertvoll.“

Beim Bau des Nahwärmenetzes hatte die EABH laut Pressemitteilung auch daran gedacht, ein Glasfasernetz bis in jedes Haus mit zu verlegen, so dass heute die Voraussetzungen für einen Anschluss Hägelbergs ans schnelle Internet bereits gegeben sind. Die Genossenschaft wird dieses Breitbandnetz an den Breitbandzweckverband des Landkreises verkaufen.

Bettina Lisbach und Josha Frey waren laut Pressemitteilung begeistert von so viel innovativen Ideen: „Unsere Gesellschaft braucht Personen, die den Mut haben, Sachen in die Hand zu nehmen und Vorreiter zu sein. Dies muss auch von der Gesellschaft und der Politik wertgeschätzt werden“, so Josha Frey.

Die Energie- und Umweltpolitikerin Bettina Lisbach interessierte sich auch für die Pflanzen, die für die Stromproduktion aus Biomasse in Hägelberg genutzt werden. Dieter Hann ist zusammen mit dem beteiligten Landwirt hier immer wieder auf der Suche nach Alternativen zu Mais. So haben sie in diesem Jahr einen Versuch mit einer noch relativ wenig verbreiteten Pflanze für die Biomasseproduktion begonnen, mit der durchwachsenen Silphie, einem zirka drei Meter hoch wachsenden Korbblütler. Vorteile dieser Pflanze sind, dass sie über mehrere Jahre auf einem Feld stehen kann, trockenheitsangepasst ist und hohe Biogasausbeuten hat. Auch ökologisch bringt sie im Vergleich zu Mais verschiedene Vorteile. Das Ergebnis des Versuchs wird sich im nächsten Jahr zeigen.

„Das große Engagement der Bürgerenergiegenossenschaft in Hägelberg beeindruckt mich sehr“, betonte Bettina Lisbach. „Wir brauchen noch mehr Menschen, die mit so viel Überzeugungskraft und Begeisterung dazu beitragen, dass Energiewende und Klimaschutz bei uns im Land in großen Schritten vorankommen.“