Steinen Großer Bahnhof für treue Genossen

Markgräfler Tagblatt, 07.05.2018 22:00 Uhr

Großer Bahnhof für treue Genossen: Das Team um den SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Martin Kickhöfen hatte am Sonntag in der AWO-Begegnungsstätte drei Herren zu Gast, die zusammen 140 Mitgliedsjahre aufweisen.

Von Hans-Jürgen Hege

Steinen. Neben Günter Wittmann (50) und Günter Hüttlin (40) war das vor allem auch Ewald Waibel, der die Hälfte seines 50-jährigen Engagements in den Reihen der Partei mit aufopferungsvoller Arbeit im Kreistag und im Gemeinderat krönte. Und das neben seiner juristischen Tätigkeit, die ihn unter anderem als Direktor des Amtsgerichts Lörrach stark in Anspruch genommen hatte. Ihm zu Ehren fuhr der Ortsverein Steinen-Höllstein alles auf, was in der SPD-Region Rang und Namen hat.

Großen Wert hatte Martin Kickhöfen darauf gelegt, Waibels ehemalige und langjährige Weggefährten zu mobilisieren, darunter den Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger, den Bundestagskandidaten Jonas Hoffmann, die Schneiderhof-Ikone Jürgen Kammerer, Hausens ehemaliger Bürgermeister Karlheinz Vogt, Waibels langjährige Kreistagskollegen Armin Stork, Heinz Intveen und Werner Nuss sowie dessen Gattin, die im Kreistag noch immer aktive Hannelore Nuss.

Auch Wolfgang Deschler, Waibels „politischer Antipode“ Wolfgang Deschler („Ich habe mich über die Einladung zunächst gewundert, dann aber riesig gefreut“) von der örtlichen CDU ließ es sich nicht nehmen, dem Jubilar, der erst vor kurzem seinen 85. Geburtstag feierte, seine Referenz und damit die ihm gebührende „Hochachtung“ zu erweisen. Und schließlich nutzte Bürgermeister Gunther Braun die Gelegenheit, den Genossen, die sich unter anderem auch in Sachen Partnerschaft mit Cornimont verdient gemacht hatten, zur außergewöhnlichen Ehrung zu gratulieren und ihnen „ein gutes Tröpfchen“ zu überreichen: „Herzlichen Dank für ihr Engagement in unserer und für unsere Gemeinde.“

Ortsvereinsvorsitzender Martin Kickhöfen freute sich, das auch in seiner Partei nicht alltägliche Ereignis in einem solch würdigen Rahmen feiern zu können. Und er bezog in diese Freude ausdrücklich die beiden Parteifreunde mit ein, die nicht wie Ewald Waibel permanent im Rampenlicht gestanden haben. Die Partei, so der Vorsitzende, sei nicht nur auf Mandatsträger angewiesen, sondern auf die Treue aller Mitglieder, die als wertvolle Stützen der SPD unverzichtbar sind. Aber auch er konzentrierte die Lobeshymnen auf Waibel, der im Landkreis und in der Gemeinde „ein hohes Maß an Bedeutung“ gewonnen habe und für viele politisch ambitionierte Nachrücker im Kreis- und Gemeinderat zu einer ganz wichtigen Persönlichkeit geworden sei, gelassen, ausgeglichen, mit klaren Standpunkten.

Heinz Intveen konfrontierte sich und seine Zuhörer mit den guten alten Zeiten, in denen nicht die Elektronik, sondern der Mensch im Mittelpunkt lokalpolitischer Arbeit gestanden hat, wofür damals so urwüchsige Genossen wie Meinrad Rümmele standen. Intveen beschrieb Waibel als „freundlichen, aber bestimmten Zeitgenossen, der nie verletzend gewesen sei, Aggressionen vermied und immer besonnen, bescheiden und akkurat agierte. Dem wollte Wolfgang Deschler nicht allzu viel hinzufügen. Ewald Waibel sei „sehr treffend beschrieben worden.“ Der SPD-Kämpe sei für ihn und seine damaligen Kollegen einfach eine Respektsperson gewesen und habe in seinen aktiven Jahren zu einem ergiebigen Miteinander beigetragen, auch wenn man politisch nicht immer einer Meinung gewesen sei. Er habe, so Wolfgang Deschler schmunzelnd, zusammen mit Ewald Waibel beispielsweise noch Zeiten erlebt, in denen man nach Ratssitzungen nicht etwa gemeinsam in eine Kneipe gegangen sei, um aufs gemeinsame Wohl anzustoßen, sondern in denen die SPD-Fraktion nach Hauingen fuhr, um ja nicht zufällig in einem Lokal zu landen, in dem die Gefahr groß war, auf die politische Konkurrenz zu treffen.

Für die drei Jubilare gab es Ehrennadeln und Urkunden der SPD-Zentrale, die eine – so wurde lächelnd zur Kenntnis genommen – noch unterschrieben von Sigmar Gabriel, die andere von Martin Schulz, dem auf Gabriel folgenden Parteivorsitzenden, der dieses Amt bekanntlich ebenfalls schon nicht mehr inne hat. Vorgenommen hat die Ehrung Rainer Stickelberger.