Steinen Grundstein für mehr Biodiversität

Steinen - Ein vom Naturpark Südschwarzwald ausgerichtetes Praxisseminar zum Thema „Blühender Naturpark“ stieß auf großes Interesse. 25 Teilnehmer aus der Region Südschwarzwald nahmen an der Veranstaltung in Steinen teil, um sich hinsichtlich der Anlage und Pflege von innerörtlichen Blühwiesen fortzubilden.

In diesem Jahr ging das Praxisseminar „Blühender Naturpark“ in die zweite Runde. Wie im vergangenen Jahr ging es bei der Veranstaltung um das Anlegen beziehungsweise den Erhalt von insektenfreundlichen Freiflächen. Das Seminar richtete sich speziell an Fachkräfte, die für die Bewirtschaftung und Pflege der kommunalen Grünflächen verantwortlich sind.

Die Gemeinde Steinen, die seit mehreren Jahren bei der Kampagne „Blühender Naturpark“ aktiv ist, hat verschiedene Flächen im Gemeindegebiet eigens als naturnahe Blühflächen gestaltet, um die biologische Diversität zu verbessern und zahlreiche standortgerechte Nahrungsquellen für blütenbesuchende Insekten zu schaffen, heißt es in einer Pressemitteilung zur Veranstaltung.

Der Landschaftsökologe Holger Loritz vom Netzwerk „Blühende Landschaft“ stellte verschiedene Möglichkeiten vor, wie Freiflächen in insektenfreundliche Landschaftselemente umgewandelt werden können. Er ging auf Aspekte wie Flächenauswahl, Standortfaktoren, Saatgutauswahl sowie Mahdhäufigkeit und -zeitpunkt ein, die alle zusammen für den Erfolg einer Maßnahme entscheidend sind.

Zur Veranschaulichung wurden sechs Blühflächen in Steinen besichtigt. Gemeinsam mit dem verantwortlichen Mitarbeiter des Technischen Dienstes, Martin Stobbe, erläuterte Loritz das bisherige Vorgehen bei der Pflege sowie den aktuellen Zustand der Flächen und das empfohlene weitere Vorgehen.

Dabei wurde nicht zuletzt der hohe ökologische Wert artenreicher Wiesen und Säume betont, der jedoch eine sachgemäße Pflege voraussetzt. Eine regelmäßige Mahd ist unumgänglich, um die wertvollen Blühflächen dauerhaft zu erhalten und wichtige Blütenpflanzen zu fördern – das war das Motto, das sich wie ein roter Faden durch das Praxisseminar zog. „Gerade junge Aussaaten dürfen nicht sich selbst überlassen werden“, betonte Holger Loritz, der auf die Bedenken der Teilnehmer einging.

Anlass hierfür ist das wiederkehrende Unverständnis der Bürger, wenn in Blüte stehende Flächen beherzt abgemäht werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Durch die Mahd wird eine zweite Blüte der Kräuter ermöglicht. Denn für Bienen, Hummeln und eine Vielzahl weiterer blütenbesuchender Insekten ist es lebensnotwendig, dass nach der Frühjahrsblüte im blütenarmen Sommer zwischen Juli und September ausreichend blühende Pflanzen zum Nektarsammeln zur Verfügung stehen. Ein Glanzlicht der Veranstaltung war die Demonstration von zwei Bodenbearbeitungsmethoden durch den Landwirt und Gemeinderat Norbert Götz auf einer Vorführungsfläche, um zu zeigen, wie die obere Bodenschicht für die spätere Ansaat vorbereitet werden kann.

Bürgermeister Gunther Braun betonte bei einem Besuch, dass die Rückmeldungen aus der Bevölkerung auf das bisherige Engagement der Gemeinde für den „Blühenden Naturpark“ sehr positiv seien. Deshalb wolle man mit Hilfe der kompetenten und engagieren Mitarbeiter um Martin Stobbe auch weiterhin die naturnahe Entwicklung von Freiflächen vorantreiben.

Die Teilnehmer des Praxisseminars waren sich einig, dass sich der Einsatz lohne, insektenfreundliche Gemeinden zu schaffen, und dass es wichtig sei, die Öffentlichkeit darüber zu informieren und zu sensibilisieren, damit die Maßnahmen zur Insektenförderung erfolgreich umgesetzt werden können.

Weitere Informationen: www.bluehender-naturpark.de

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