Steinen Gut durch die Dürre gekommen

Maximilian Müller
Alina Dörflinger an einem Mangold-Beet Foto: Maximilian Müller

Für die Vielfaltsgärtnerei auf dem Auhof von Lea Adriani und Alina Dörflinger läuft es gut: Gemüse, Salate und Kräuter haben die Trockenheit gut überstanden und für Abokisten gibt es eine Warteliste. Die beiden Frauen denken über eine Erweiterung ihrer Anbaufläche nach.

Von Maximilian Müller

Steinen-Endenburg. Obwohl die Anbaufläche am Südhang liege, sei man gut über die Dürre gekommen. Das habe wahrscheinlich drei Gründe – das Hangwasser, die Anbaumethode und die sparsame Bewässerungsanlage, die das Wasser effektiver verteile, sagte Dörflinger gegenüber unserer Zeitung.

Boden nur „belüftet“

Zur Bewässerung wurde Regenwasser aus einer Zisterne genommen. Als sich dieser Vorrat dem Ende neigte, habe aber der erste Regen eingesetzt, berichtete Dörflinger. Das andere sei die Anbaumethode: Auf Karton sei 20 Zentimeter Kompost aufgebracht worden, der mit Mulch bedeckt wurde. Das habe die Feuchtigkeit besser gehalten. Auch sei der Boden vorab nicht umgepflügt worden, sondern mit einer Doppelgrabegabel nur gelockert und belüftet worden. Das setze weniger CO2 frei, sagte Dörflinger. Mit ihrer Anbau-Methode sei eher angestrebt, CO2 in Form von Humus in den Boden einzubringen.

Auch Schnittblumen

Inzwischen denken die beiden Frauen über eine Erweiterung der Anbaufläche nach. Auch Schnittblumen sollen ins Programm aufgenommen werden. Denn der Blumenstreifen habe sich bewährt. Er habe Insekten angelockt, die auch das Gemüse bestäubt hätten. Zwar verzichten Dörflinger und Adriani auf ein Biozertifikat, aber Pestizide und Kunstdünger wollen sie nicht einsetzen. Als Dünger dient aber beispielsweise Schafswolle. Der Schwund durch Schädlinge habe sich in Grenzen gehalten, bis 20 Prozent sei aber kalkuliert gewesen, sagte Dörflinger. Manches Gemüse wird einfach durch Netze geschützt.

Angebaut werden verschiedene Salate sowie Zuchini, Tomaten, Paprika, Chilli, Mangold, Rettich, Kohlrabi, Auberginen, Gurken, Brokkoli und Basilikum sowie Petersilie – insgesamt mehr als 40 Sorten.

Gemüse im Abo

Verkauft wird das Ganze in Form von Abokisten, die die Kunden freitags beim Auhof oder bei Abholpunkten in Steinen bei der Töpferei zum bunten Hund und Lörrach in Empfang nehmen können. Pro Woche werden zwischen zwölf und 18 Euro fällig, je nachdem, wie viel man zu zahlen bereit ist. Dörflinger und Adriani setzen auf ein solidarisches Bezahlsystem. Wer mehr zahlt, ermöglicht anderen so ebenfalls eine Abokiste. Saison ist je nach Wetter im Frühjahr Anfang Mai bis Ende Oktober.

Dörflinger und Adriani befassen sich schon seit 2015 mit der Permakultur und regenerativen landwirtschaftlichen Methoden. Vergangenes Jahr beschlossen die beiden Freundinnen, die Vielfaltsgärtnerei auf dem Auhof zu gründen.

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