Steinen „Gute Erholung und Wassergenuss“

Christoph Schennen
In diesem Glashaus hat früher der Bademeister von Steinen gesessen und die Schwimmbecken beaufsichtigt. Foto: Christoph Schennen

Bürgermeister Gunther Braun hat am Freitag bei der Versammlung des Fördervereins des Schwimmbads den Zustand des Bads erläutert. Etliche Bürger nutzten die Möglichkeit, sich zu informieren. Ursprünglich war geplant, dass sich der neue Betreiber Christian Rieger dem Verein vorstellt. Wegen eines Arbeitsunfalls musste er aber in eine Klinik fahren, und deshalb entfiel der Besuch in Steinen.

Von Christoph Schennen

Steinen. Braun verdeutlichte, dass Steinen regelmäßig ein hohes Maß an notwendigen Infrastrukturmaßnahmen (Wasser- und Abwasserversorgung, Waldbewirtschaftung, Wegebau) durchführen müsse, die viel Geld kosten. Zu den freiwilligen Aufgaben gehört hingegen der Betrieb eines Schwimmbads. Es ist ein Zuschussbetrieb. Der Landkreis sei gut mit Bädern versorgt, sagte Braun und zählte die Standorte auf: „Lörrach, Schopfheim, Zell, Schönau, Kandern, Schwörstadt, Rheinfelden.“ Die hohe Bäderdichte bedeute nicht, dass Steinen sein Bad schließen müsse. Im Gegenteil – Braun will es erhalten. Dem Wunsch der Bevölkerung nach „guter Erholung und Wassergenuss“ müsse entsprochen werden, sagte er.

Bad ist 52 Jahre alt

Das Freibad in Steinen ist schön, aber es ist auch marode und 52 Jahre alt. „Wir haben neue Wasserzuleitungen gemacht und Brunnen saniert, aber es gibt Leitungen, die defekt sind“, sagte der Bürgermeister. „Es könnte uns das drohen, was in Schopfheim passiert ist: eine Leitung unter den Becken bricht.“ Die Liste der Mängel ist lang und reicht von der unzureichenden Beckenhydraulik, wo es statt einer heute üblichen Vertikaldurchströmung noch eine Längsdurchströmung gibt, bis hin zu einem Badewasserkreislauf für das Sport- und Nichtschwimmerbecken, wo getrennte Kreisläufe viel besser wären. Um eine Sanierung durchzuführen, brauche die Gemeinde Fördermittel. Die Verwaltung kläre, welches Programm Schwimmbadsanierungen fördere.

Drei Sanierungsvarianten

Er stellte kurz das Sanierungskonzept einer Firma aus Freiburg vor. Drei Varianten hat der Bauingenieur entwickelt. Variante 1 sieht eine Bestandssanierung mit einem Edelstahlbecken vor. Die Gesamtbaukosten betragen 4,6 Millionen Euro. Die Variante 2 sieht getrennte Becken in Edelstahlauskleidung vor. Die Gesamtbaukosten betragen hier 4,8 Millionen Euro. Bei dieser Variante wären die Becken klarer voneinander abgetrennt und der Zwischenraum der beiden Becken könnte als Leitungstrasse genutzt werden. Variante 3 wäre ein Naturschwimmbad. Diese Variante hat so viele Nachteile, dass sie ausscheidet. Unter anderem bräuchte man dann eine Retentionsfläche, die aber die Hälfte der Liegefläche einnehmen würde. Und wenn das Wasser umkippt, müsste das Bad womöglich wochenlang geschlossen werden.

Die Verwaltung favorisiert Variante 1, weil sie die kostengünstigste ist. Insgesamt geht Braun davon aus, dass die Badsanierung 6,5 bis 7 Millionen Euro kostet. Ideal wäre es laut Bürgermeister, wenn die Badsanierung nach Ende der Badesaison starten würde und bis zum Beginn der kommenden Badesaison abgeschlossen wäre.

Badbetreiber vorgestellt

Dann stellte Braun noch den neuen Betreiber Christian Rieger vor: „Er hat das Bad als externer Servicetechniker regelmäßig betreut.“ Der Anlagentechniker kann Ersatzteile für das Bad besorgen. Er ist zuversichtlich, dass, wenn eine Leitung bricht, er diese Leitung dicht kriegt, so Braun. Der Bürgermeister hat auch mit den Stadtwerken gesprochen, die ihn unter Vertrag haben. „Sie haben mir gesagt, dass er jemand ist, der auf Leute zugeht.“ Dann schilderte Braun, wie der Zugang zum Bad aussehen wird: „Es wird ein Drehkreuz geben. Und dann gibt es dort einen Scanner, der die elektronische Eintrittskarte auf dem Smartphone registriert. Dabei wird auch erfasst, ob es sich beim Besucher um ein Kind oder einen Senior handelt.“

Wer kein Smartphone hat, kann sich den Barcode auch ausdrucken lassen, hieß es weiter. Das kann im Kiosk geschehen oder im Einwohnermeldeamt. Bei der Verpflegung ändert sich nichts; die Firma Hug übernimmt diesen Part.

Rieger hat Schwimmschule

Patrick Byrne, Vorsitzender des Schwimmbad-Fördervereins, begrüßte die Sanierungspläne. Er kündigte an, dass der Verein in Stoßzeiten mithelfen wolle, einen reibungsfreien Ablauf im Bad sicherzustellen. Er könne beispielsweise auch die Pflege der Blumenrabatte übernehmen.

Gunther Braun wies darauf hin, dass Christian Rieger eine Schwimmschule habe und auch Bademeister ausbilden könne. Ihm schwebt vor, dass die Badeaufsicht von Studenten übernommen wird.

Byrne sagte an der Versammlung, dass der Förderverein die Gemeinnützigkeit anstrebe. Um diese zu erreichen, wurde auch der Zweck des im vergangenen Jahr gegründeten Vereins angepasst. Wichtig sei, so Byrne, dass der Verein die „öffentliche Gesundheitspflege und den Sport“ fördere. Dem Finanzamt müsse er auch den Betriebsvertrag vorlegen. Er kündigte an, dass im Bad Kulturveranstaltungen geplant seien. Auch einen Waffelverkauf soll es geben.

Was die Bürger sagen

Von den Bürgern kam der Wunsch, dass Schwimmkurse und Wassergymnastik für Senioren angeboten werden. Eine Frau vom TV Steinen würde das gerne anbieten, hieß es an der Versammlung. Ralf Wacker schlug eine Putzaktion im Bad vor. „Die macht nicht nur Arbeit, sondern bereitet auch Vergnügen“, sagte er. Von einer Frau kam der Hinweis, dass der Eintritt nicht zu niedrig sein solle. Robert Bock, zweiter Vorsitzender, stimmte dem zu und sprach sich „gegen Preise aus, die die Leute nicht bezahlen können.“

Der Förderverein Freibad Steinen wurde Ende November vergangenen Jahres gegründet. Er hat derzeit etwa 62 Mitglieder. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.freibad-steinen.de.

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