Steinen Historisches fürs kommende Jahr

Markgräfler Tagblatt

Das schmucke Turbinenhäuschen mitten im Ortskern, ein strohgedecktes Bauernhaus in Schlächtenhaus-Hofen oder eine Schar fröhlich dreinblickender und wild geschminkter Narren vor der damaligen Schneiderei Förster in Höllstein: Der gerade frisch erschienene Bildkalender „Historische Ansichten aus Steinen“ gewährt nostalgische Ein- und Rückblicke in längst vergangene Zeiten.

Von Anja Bertsch

Steinen. Einmal mehr hat Lokalhistoriker Gerhard Schaum aus Hüsingen Schätze aus seinem schier unerschöpflichen Fotoarchiv zusammengetragen und mit Hilfe einer professionellen Agentur zu einem schmucken Fotokalender zusammengestellt.

Das druckfrisch vorliegende Exemplar fürs Jahr 2022 ist bereits der fünfte Kalender dieser Art, die sich seit 2018 in zahlreichen Steinener Stuben zum beliebten Begleiter durch den Jahreslauf gemausert haben dürften. Sie gesellen sich zu dem guten Dutzend historischer Bildbände über unterschiedliche Ecken und Ortsteile Steinens, die Gerhard Schaum im Laufe der Zeit ebenfalls zusammengestellt und veröffentlicht hat.

Etwa die Hälfte der zwölf Bilder im aktuellen Kalender stammt aus der Zeit zwischen Mitte der 1950er Jahre und Ende der 1970er Jahre. Motive und Menschen darauf dürfte dem ein oder anderen Betrachter daher durchaus noch aus eigener Anschauung bekannt sein.

Da marschiert der Musikverein buchstäblich mit Pauken und Trompeten durch die Eisenbahnstraße, das schmucke Turbinenhäuschen ziert den Ortskern – gespeist vom Gewerbekanal, der damals noch weitgehend offen durchs Dorf und auch am Marktplatz vorbeifloss, wie ein weiteres Bild ins Gedächtnis ruft, das den Monat April ziert.

Im Zuge der Ortskernsanierung wurden diese ortsbildprägenden Elemente – und nicht nur diese – abgerissen und überbaut.

Neben den Ortsansichten dürften zumindest ältere Betrachter womöglich auch das eine persönliche oder doch zumindest aus der Familiengeschichte bekannte Gesicht auf den Fotos erkennen. In der fröhlichen Höllsteiner Narrentruppe etwa, die 1968 vor der damaligen Schneiderei Förster posierte. Oder beim Blick auf die herzige Kinderschar, die 1956 anlässlich des hergebrachten Brauchs des „Ufertbrütli“ durch die Siedlung zog. Tatsächlich konnte Gerhard Schaum mit Hilfe anderer Steinener Urgesteine den Hintergrund dieses Bildes recherchieren, so dass nun (fast) jedes einzelne abgebildete Kind beim Namen genannt werden kann.

Die ältesten Fundstücke im Kalender stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende und zeigen beispielsweise die Lörracher Straße auf Höhe des ebenfalls längst verschwundenen Gasthaus Salmen.

Neben dem Steinener Kernort kommen dieses Mal auch Ortsteile gut zur Geltung – etwa im Anblick des Dorfplatzes eines damals noch sehr bäuerlichen Höllstein oder in Gestalt des „Gasthaus zum Hirschen“ von 1905 – Vorgänger noch des später an anderer Stelle wirtschaftenden und mittlerweile ebenfalls längst nicht mehr existierenden „zweiten Hirschen“ im Dorf, wie Gerhard Schaum erklärt.

Weitere Informationen: Der Kalender ist zum Preis von 12 Euro an folgenden Stellen in Steinen und Höllstein erhältlich: Bücher-Schreibwaren Schmitt, Häfnet-Apotheke, Merian Apotheke, Bäckerei Seeger, Gärtnerei Bickel oder direkt bei Gerhard Schaum in Hüsingen, Tel. 07627/425, E-Mail: gschaum@dreher-schaum.de.

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