Steinen Im Krankenhaus verliert sich die Spur

Hans-Peter Günther.                                       Foto: Harald Pflüger Foto: Markgräfler Tagblatt

Steinen. Hans-Peter Günther, Büromaschinentechniker im Ruhestand, Schreibmaschinensammler und Verfasser von Kurzgeschichten, hat sich für unsere heutige Ausgabe wieder an die Schreibmaschine gesetzt.

„Ich hätte nicht gedacht, dass meine kleine Weihnachtsgeschichte, die von einem Einbruch bei Otto Krause in Berlin und einer danach verschwundenen Mitterhof-Schreibmaschine handelte, bei den Lesern so viel Interesse weckt.

Einige Leserinnen und Leser haben sich bei mir telefonisch erkundigt, wie die Schreibmaschine in den Kartoffelsack, der im Keller eines Hauses in Falkensee stand, gekommen ist.

Eine Leserin meinte, ich soll etwas genauer recherchieren, denn ihr kam der Fund etwas seltsam vor. Dann meldete sich noch ein treuer Leser, ein ehemaliger Schopfheimer, der heute in Berlin wohnt.

Er habe die Weihnachtsgeschichte von dem Einbruch und der Mitterhof-Schreibmaschine gelesen. Darauf habe er sich die Polizeiaufzeichnungen aus der damaligen Zeit angesehen, doch nichts darüber gefunden. Das Einwohnermelderegister weist für diese Zeit als Betreiber des Büromaschinengeschäfts einen anderen Namen aus. Schlussendlich wurde er aber auch bei der Berliner Zeitung nicht fündig.

Das hätte sich der Leser ersparen können, wenn er mich gleich angerufen hätte. Aber so. Es freut mich dennoch, dass er sich so mit dem Fall beschäftigt hat. Aber das Leben ist nun mal nicht immer logisch und nachvollziehbar.

Als ich die Geschichte niederschrieb, wusste ich auch nicht mehr. Trotzdem habe auch ich mich bemüht. Hier nun meine Erkenntnisse: Diese beziehen sich teils auf Aussagen des Herrn Blumenthal, teils auf solche der Nachbarn der Eltern von Herrn Blumenthal.

Zu der Zeit, als dieser Einbruch in Berlin verübt wurde, wohnte ein alleinstehender Mann als Untermieter bei Blumenthals. Er muss arbeitslos gewesen sein, denn er ging tagsüber sehr oft spazieren. Man wusste nicht so recht, was er genau machte und wovon er lebte.

Seine Miete bezahlte er dem Vernehmen nach immer pünktlich. Und er soll stets auch sehr freundlich gewesen sein. Eines Tages, so um die Zeit des damaligen Einbruchs in Berlin, schleppte er abends eine Kiste ins Haus und danach in den Keller.

Niemand ahnt, was sich darin befand. Und er sprach auch nicht darüber.

Keiner brachte ihn mit dem Einbruch in Verbindung. Er selbst äußerte sich nur einmal dahingehend, dass er einen Schatz im Keller habe. Da dieser aber bekannt und wertvoll sei, könne er ihn nicht verkaufen.

Das haben alle als Prahlerei abgetan und nicht für voll genommen. Zumal er dies alles am Stammtisch von sich gab.

Herr Michelsen, so soll der Mann geheißen haben, kam ein Jahr später ins Krankenhaus. Von da an verlor sich seine Spur.

Angehörige scheint er nicht gehabt zu haben. Jedenfalls sind keine bekannt. Besuch bekam er auch nie. Der Einbruch wurde auch nie aufgeklärt.

Trotz mehrerer Telefonate meinerseits, die letztlich alle am Datenschutz scheiterten, war nicht mehr zu erfahren. Es tut mir leid. Hier enden meine Möglichkeiten von Steinen aus.

Auch mich hätte das eine oder andere Detail, gerade weil es sich um eine so bekannte Schreibmaschine handelte, interessiert. Aber nach so langer Zeit. Schade. Ich habe mich bemüht.“

Der Klassiker ist wieder da: Lesen Sie das ePaper bis zum Jahresende für nur 89 Euro! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Angela Merkel

Die Kanzlerfrage beschäftigt die Union. Wer wäre Ihrer Ansicht nach der bessere Kanzlerkandidat: Armin Laschet oder Markus Söder?

Ergebnis anzeigen
loading