Steinen In Sorge um das Vordringen des Wolfs

Steinen-Weitenau - Weidetierhalter aus dem Landkreis Lörrach und angrenzenden Regionen haben sich anfang des Jahres zur Bürgerinitiative „Wolf-Info“ zusammengeschlossen. Mit Solidaritätsfeuern in Niedersachsen und Ländern wie Finnland, Schweden und Litauen machte die Bürgerinitiative auf ihr Anliegen aufmerksam. Grund ist die Entwicklung der Wolfspopulation.

Auf dem Hof von Uwe Braun und Nathalie Hinnenberger gab es eine Informationsveranstaltung mit Filmen und Vorträgen. Ein Berufsschäfer und ein Weidetierhalter aus der Region standen für Fragen zur Verfügung.

Gut besucht war der Treffpunkt im Lama- und Schafstall, der Erfahrungen vermittelte, die Betroffene (Schaf-, Rinder- und Pferdehalter) in den Wolfsgebieten Deutschlands machen. Die aktuellsten Karten zeigen die Wolfsterritorien von Osten nach Norden, offiziell seien es über 1000 Wölfe, allein in Brandenburg über 400 – mit extrem hoher Dunkelziffer.

Wiederholt betonte Braun in seinem Vortrag, dass niemand gegen den Wolf sei und man keine Panik machen wolle. Aber ein problemloses Zusammenleben funktioniere nicht.

Aufgrund der Vorkommnisse in den betroffenen Wolfsgebieten fordern die Weidetierhalter unter anderem den Schutz von Bewohnern und Haustieren in den Dörfern. Für die Weidetiere fordert man wolfsfreie Zonen. Dabei will man keine höheren Zäune beziehungsweise eine technische Aufrüstung. Zu den bestehenden DNA-Analysen (Wölfe, die Bisse verursachen) beziehungsweise Probennehmer fordert man mehr Kontrolle und Alternativen. Anhand von Berichten und Fotos zeigte Braun, dass Weidezäune für hungrige Wölfe kein Hindernis sind. Auch Herden-Schutzhunde scheinen nicht die Lösung zu sein.

Wollen wir das hier so?, war die Frage. Die Folgen von Wolfsübergriffen wurden geschildert, die neben den materiellen Schäden verschreckte Herden hinterlassen. Die Vorgehensweisen gegen den Wolf sind in europäischen Ländern unterschiedlich, worüber ein französischer Ökologe und Anthropologe berichtete.

Der Wolf sei mittlerweile in einem „günstigen Erhaltungszustand“ so der Geschäftsführer des Forum Natur aus Brandenburg. Zur Regulierung schlug er den skandinavischen Weg vor: die Schutzjagd auf Wölfe.

Es werde immer Weidetierschäden geben, wo Wölfe vorkommen, so ein Experte aus dem Landkreis Bautzen, ein ehemaliger Vorsitzender eines Jagdverbands. „Die Wölfe müssen lernen, mit uns Menschen zu leben und nicht umgekehrt“, meinte dazu Uwe Braun.

Momentan sieht das Bundesnaturschutzgesetz weder die Festlegung einer Obergrenze noch eine Regelung des Wolfsbestandes vor. Ausschlaggebend sei vielmehr das EU-Recht, laut dem ein „günstiger Erhaltungszustand“ für den Wolf anzustreben ist. Diesen sieht die Bürgerinitiative „Wolfinfo“ mittlerweile als längst erreicht an.

Schließlich war noch ein Herdenschutzhundezüchter per Video-Liveübertragung aus Brandenburg zugeschaltet, um über seine Erkenntnisse zu berichten. Auch dieser stufte den Schutz bei Übergriffen als nur bedingt ein.

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